Montag, 21. September 2020
Navigation öffnen

NET sind komplexe Tumoren, die einer genauen Klassifizierung und Risikostratifizierung bedürfen

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Als Gastroenteropankreatische Neuroendokrine Tumoren (GEP-NET, auch Karzinoid oder Inselzelltumor) werden hormonproduzierende Tumoren des Verdauungstrakts bezeichnet. Sie können von Dünndarm (Jejunum/Ileum), Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Blinddarm (Appendix), Dickdarm (Colon), Magen, Zwölffingerdarm (Duodenum) oder Enddarm (Rektum) abstammen. 75% aller neuroendokrinen Tumoren (NET) sind GEP-NET und stellen damit deren größte Untergruppe da, seltener treten Lung-NET (Kleinzelliger Lungenkrebs, SCLC, und Karzinoid-Tumor in der Lunge) auf. Obwohl NET allgemein mit einer Inzidenz von 1:100.000 sehr selten sind, treten die GEP-NET immer häufiger auf. Sie verhalten sich in Wachstumsmuster, Zell-Abstammung, Differenzierung, Funktionalität, Lokalisation und Prognose völlig unterschiedlich. Daher sind eine exakte Klassifizierung und Risikostratifizierung unerlässlich. Häufig besteht zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits eine Lebermetastasierung.

 

Zur Diagnostik werden generelle (Synaptophysin, Chromogranin A) und spezielle Tumormarker (Hormone) eingesetzt. Zur bildgebenden Diagnostik wird hauptsächlich die Octreotid-Szintigraphie eingesetzt. Wenn möglich werden die GEP-NET chirurgisch angegangen bei maximalem Funktionserhalt. Auch bei Metastasen wird eine chirurgische Resektion angestrebt. In der palliativen Situation stehen die Radiofrequenzablation und die Chemoembolisation bei nicht resektablen Metastasen zur Verfügung. Ziel ist eine Reduktion des Tumorvolumens und der Hormonproduktion. Weitere medikamentöse und nuklearmedizinische Therapieverfahren richten sich nach Ausdehnung des metastasierenden Tumors, dem Proliferationsindex und der Hormonproduktion des Tumors. Einen genauen Therapieplan sowie einen Überblick über aktuelle Phase-III-Studien zu GEP-NET erhalten Sie auf www.therapiealgorithmen.com.

 

GEP-NET kann man bei eindeutiger Diagnose heutzutage adäquat behandeln und haben bei frühzeitiger Entdeckung eine gute Prognose.

 

Wenn es Neuigkeiten zu dieser komplexen Tumorentität gibt, finden Sie diese immer hier auf www.journalonko.de.

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren

News

Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop – Aktuelle Daten aus der Hämatologie vom ASCO und EHA 2020

Sowohl der Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) als auch der Kongress der European Hematology Association (EHA) fanden in diesem Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie virtuell als Online-Konferenzen statt. Im Nachgang zu den beiden Kongressen stellten ausgewiesene Experten die wichtigsten Studiendaten aus der Hämatologie in kompakter Form im Rahmen des virtuellen Münchener Fachpresse-Workshops von POMME-med und dpmed vor.

Fusionsbiopsie bei Verdacht auf Prostatakarzinom: Kritik an IQWiG-Bericht

Können Männer mit einem Verdacht auf Prostatakrebs von einer Fusionsbiopsie im Vergleich zur bisher üblichen Ultraschallbiopsie profitieren? Diese Frage hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nach einer Bürgeranfrage im Rahmen des „ThemenCheck Medizin“ durch das Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement und externe Sachverständige untersuchen lassen und am 12. Juni 2020 einen vorläufigen...

Gentest zur Vorbeugung von Chemotherapie-Nebenwirkungen

Zentrale Frage in der medikamentösen Krebstherapie der letzten Jahre war: Welcher Patient wird am besten mit welchem Arzneimittel behandelt? Hintergrund waren die vielen neuen, hochwirksamen und gezielten Arzneimittel. Jetzt haben die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) diese Frage mit einer neuen Empfehlung umgedreht: Welcher Patient sollte mit einem der gängigen Zytostatika aufgrund vorhersehbarer...

Beta-Thalassämie: Zulassung für Luspatercept zur Behandlung von Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie

Die Europäische Kommission (European Commission; EC) hat am 25. Juni 2020 die Zulassung von Luspatercept (Reblozyl®) zur Behandlung der folgenden Patientengruppen erteilt: Erwachsene Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie aufgrund von myelodysplastischen Syndromen (MDS) mit Ringsideroblasten mit sehr niedrigem, niedrigem oder intermediärem Risiko, die auf eine Erythropoetin-basierte Therapie nicht zufriedenstellend angesprochen haben oder dafür...

Pankreaskarzinom: Früherkennung mittels Künstlicher Intelligenz?

Bei 70-80% der Patienten wird die Diagnose eines Pankreaskarzinoms erst in einem späten Stadium gestellt, in dem eine kurative Behandlung nicht mehr möglich ist. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei nur 6%. Der Früherkennung kommt beim Pankreaskarzinom daher besonders große Bedeutung zu. Auf dem ESMO World Congress on Gastrointestinal Cancer wurde nun ein KI-basiertes Modell vorgestellt, mithilfe dessen eine Erkrankung bis zu 20 Monate vor der Diagnose vorhergesagt...