Dienstag, 31. März 2020
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NET sind komplexe Tumoren, die einer genauen Klassifizierung und Risikostratifizierung bedürfen

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Als Gastroenteropankreatische Neuroendokrine Tumoren (GEP-NET, auch Karzinoid oder Inselzelltumor) werden hormonproduzierende Tumoren des Verdauungstrakts bezeichnet. Sie können von Dünndarm (Jejunum/Ileum), Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Blinddarm (Appendix), Dickdarm (Colon), Magen, Zwölffingerdarm (Duodenum) oder Enddarm (Rektum) abstammen. 75% aller neuroendokrinen Tumoren (NET) sind GEP-NET und stellen damit deren größte Untergruppe da, seltener treten Lung-NET (Kleinzelliger Lungenkrebs, SCLC, und Karzinoid-Tumor in der Lunge) auf. Obwohl NET allgemein mit einer Inzidenz von 1:100.000 sehr selten sind, treten die GEP-NET immer häufiger auf. Sie verhalten sich in Wachstumsmuster, Zell-Abstammung, Differenzierung, Funktionalität, Lokalisation und Prognose völlig unterschiedlich. Daher sind eine exakte Klassifizierung und Risikostratifizierung unerlässlich. Häufig besteht zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits eine Lebermetastasierung.

 

Zur Diagnostik werden generelle (Synaptophysin, Chromogranin A) und spezielle Tumormarker (Hormone) eingesetzt. Zur bildgebenden Diagnostik wird hauptsächlich die Octreotid-Szintigraphie eingesetzt. Wenn möglich werden die GEP-NET chirurgisch angegangen bei maximalem Funktionserhalt. Auch bei Metastasen wird eine chirurgische Resektion angestrebt. In der palliativen Situation stehen die Radiofrequenzablation und die Chemoembolisation bei nicht resektablen Metastasen zur Verfügung. Ziel ist eine Reduktion des Tumorvolumens und der Hormonproduktion. Weitere medikamentöse und nuklearmedizinische Therapieverfahren richten sich nach Ausdehnung des metastasierenden Tumors, dem Proliferationsindex und der Hormonproduktion des Tumors. Einen genauen Therapieplan sowie einen Überblick über aktuelle Phase-III-Studien zu GEP-NET erhalten Sie auf www.therapiealgorithmen.com.

 

GEP-NET kann man bei eindeutiger Diagnose heutzutage adäquat behandeln und haben bei frühzeitiger Entdeckung eine gute Prognose.

 

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