Montag, 20. Januar 2020
Navigation öffnen

NET sind komplexe Tumoren, die einer genauen Klassifizierung und Risikostratifizierung bedürfen

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Als Gastroenteropankreatische Neuroendokrine Tumoren (GEP-NET, auch Karzinoid oder Inselzelltumor) werden hormonproduzierende Tumoren des Verdauungstrakts bezeichnet. Sie können von Dünndarm (Jejunum/Ileum), Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Blinddarm (Appendix), Dickdarm (Colon), Magen, Zwölffingerdarm (Duodenum) oder Enddarm (Rektum) abstammen. 75% aller neuroendokrinen Tumoren (NET) sind GEP-NET und stellen damit deren größte Untergruppe da, seltener treten Lung-NET (Kleinzelliger Lungenkrebs, SCLC, und Karzinoid-Tumor in der Lunge) auf. Obwohl NET allgemein mit einer Inzidenz von 1:100.000 sehr selten sind, treten die GEP-NET immer häufiger auf. Sie verhalten sich in Wachstumsmuster, Zell-Abstammung, Differenzierung, Funktionalität, Lokalisation und Prognose völlig unterschiedlich. Daher sind eine exakte Klassifizierung und Risikostratifizierung unerlässlich. Häufig besteht zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits eine Lebermetastasierung.

 

Zur Diagnostik werden generelle (Synaptophysin, Chromogranin A) und spezielle Tumormarker (Hormone) eingesetzt. Zur bildgebenden Diagnostik wird hauptsächlich die Octreotid-Szintigraphie eingesetzt. Wenn möglich werden die GEP-NET chirurgisch angegangen bei maximalem Funktionserhalt. Auch bei Metastasen wird eine chirurgische Resektion angestrebt. In der palliativen Situation stehen die Radiofrequenzablation und die Chemoembolisation bei nicht resektablen Metastasen zur Verfügung. Ziel ist eine Reduktion des Tumorvolumens und der Hormonproduktion. Weitere medikamentöse und nuklearmedizinische Therapieverfahren richten sich nach Ausdehnung des metastasierenden Tumors, dem Proliferationsindex und der Hormonproduktion des Tumors. Einen genauen Therapieplan sowie einen Überblick über aktuelle Phase-III-Studien zu GEP-NET erhalten Sie auf www.therapiealgorithmen.com.

 

GEP-NET kann man bei eindeutiger Diagnose heutzutage adäquat behandeln und haben bei frühzeitiger Entdeckung eine gute Prognose.

 

Wenn es Neuigkeiten zu dieser komplexen Tumorentität gibt, finden Sie diese immer hier auf www.journalonko.de.

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren

News

Chemo-/Immuntherapie beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom

Interview mit Prof. Dr. Christian Schulz, Innere Medizin II, Universitätsklinikum Regensburg.
Die Kombination aus Krebsimmuntherapie + Chemotherapie hat sich als Erstlinienstandard für Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) etabliert. Sie bietet den Patienten die Chance auf eine anhaltende Tumorkontrolle mit der Perspektive auf ein Langzeitüberleben. Der Chemotherapie-Partner spielt dabei eine wichtige Rolle....

mCRC: Einfluss von Biosimilars auf Verordnungspraxis im klinischen Alltag

Auf einem von Amgen unterstützten Expertengespräch im Rahmen der Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in Berlin diskutierten Prof. Dr. Michael Geißler, Esslingen, Prof. Dr. Ullrich Graeven, Mönchengladbach, und Dr. Friedrich Overkamp, Hamburg, aktuelle Entwicklungen in der Therapie des metastasierten Kolorektalkarzinoms (mCRC). Weitere Themen waren erste Ergebnisse mit einem neuen Wirkprinzip bei KRAS-mutierten Tumoren und der Einfluss von...

Gezielte Myelom-Behandlung mit Selinexor bei austherapierten Patienten

Selinexor bietet bei der Behandlung von austherapierten Myelom-Patientinnen und -Patienten eine neue Behandlungsmöglichkeit. Das ist das Ergebnis einer großen internationalen klinischen Studie unter Beteiligung der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften Krems (KL Krems). Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Dank eines neuen Wirkmechanismus bietet das Medikament für die Gruppe an...

Geschlechterunterschiede bei Darmkrebs: Früherkennungszeitraum für Frauen verlängern

Etwa 60.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland neu an Darmkrebs, auch immer jüngere Menschen sind betroffen. Neue Forschungsergebnisse zeigen weitreichende Geschlechterunterschiede bei dieser Tumorerkrankung. Dabei unterscheiden sich bei Mann und Frau nicht nur in Teilen die Wirkung von Chemo- und Immuntherapie, sondern auch Erkrankungshäufigkeit und -alter. Der Vorsorgezeitraum für Frauen müsse daher über das 75. Lebensjahr hinaus verlängert werden,...