Journal Onkologie

Screening

O-Ton Onkologie Staffel 9

Lungenkrebsscreening: Teamplay von Radiologie bis Hausarztpraxis

Warum scheitert die Lungenkrebsprävention in Deutschland und was soll das neue Lungenkrebsscreening daran ändern? In dieser Folge von O-Ton Onkologie sprechen Dr. Judith Besseling und Elisa Sophia Breuer mit Prof. Dr. Torsten Bauer, Chefarzt der Klinik für Pneumologie an der Lungenklinik Heckeshorn am Helios Klinikum Emil von Behring, Berlin. Der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) gibt Einblicke in den Implementierungsprozess des Lungenkrebsscreenings in Deutschland, wie die Teilnahme ablaufen wird und warum dieses Programm nur zusammen mit Angeboten zur Rauchentwöhnung erfolgreich sein kann. Außerdem: Ein Blick auf internationale Vorbilder, wissenschaftliche Learnings aus Polen, UK und USA und auf die Frage, wie Deutschland verhindern kann, dass weiterhin die große Mehrheit der Lungenkrebspatient:innen an der Erkrankung stirbt.
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Medizin
PSA-Screening bei Prostatakrebs so effektiv wie Mammographie

PSA-Screening bei Prostatakrebs so effektiv wie Mammographie

Das Prostatakrebs-Screening auf Basis eines PSA-Bluttests schneidet bei der Erkennung von Krebserkrankungen und beim Vermeiden von Überdiagnosen wahrscheinlich vergleichbar gut ab wie das Mammographie-Brustkrebs-Screening, so das Ergebnis einer neuen Analyse der PROBASE-Studie unter der Leitung von Forschenden des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Die Ergebnisse wurden auf dem Kongress der Europäischen Vereinigung für Urologie (EAU) in London vorgestellt.
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Prostatakarzinom
"Prostate cancer" steht auf einem Tabletbildschirm, daneben ein Stethoskop

Risikoadaptiertes Screening gegen Überdiagnostik beim Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist die häufigste maligne Tumorerkrankung des Mannes in Deutschland. Während ein Teil der Tumoren aufgrund ihres aggressiveren biologischen Verhaltens behandlungsbedürftig ist, ist von besonderer Bedeutung, dass rund 50% der detektierten Prostatakarzinome klinisch unbedeutsam sind und auch ohne Therapie keine klinische Manifestation zeigen würden. Ein opportunistisches, unstrukturiertes Testen des prostataspezifischen Antigens (PSA) führt daher häufig zu Überdiagnosen und unnötigen Therapien. Die S3-Leitlinie 2025 empfiehlt erstmals die Einführung eines systematischen, risikoadaptierten Früherkennungsprogramms. Zentrales Element ist die Bestimmung eines Baseline-PSA-Werts im Alter von 45 Jahren. Ein PSA-Wert < 1,5 ng/ml definiert eine Niedrigrisikogruppe, bei der eine erneute Untersuchung erst nach 5 Jahren erforderlich ist. Bei PSA-Werten von 1,5-3,0 ng/ml werden zweijährliche Kontrollen empfohlen. Erst bei bestätigten PSA-Werten ≥ 3 ng/ml erfolgt ein strukturiertes Risikoassessment und – bei persistierendem Risiko – die Durchführung einer multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT). Die mpMRT verbessert die Detektion klinisch signifikanter Prostatakarzinome und kann bis zu 70% unnötiger Biopsien vermeiden. Die digitale rektale Untersuchung (DRU) wird aufgrund ihrer geringen Sensitivität und Spezifität im Rahmen des Screenings nicht mehr empfohlen. Männer mit familiärer Belastung oder bekannten genetischen Risikovarianten benötigen ein früheres und engmaschigeres Früherkennungsprogramm. Ein wesentlicher Baustein zur Vermeidung von Übertherapie ist die Aktive Überwachung (Active Surveillance, AS). Niedrigrisiko-Tumoren (ISUP-Grad 1) sowie günstig-intermediäre Tumoren (ISUP-Grad 2 mit geringem Anteil an Gleason-Muster 4 und ohne cribriforme oder intraduktale Anteile) sollen bevorzugt aktiv überwacht werden. Langzeitdaten aus den Studien ProtecT und PRIAS zeigen unter strukturierter Überwachung eine extrem niedrige Metastasierungsrate sowie eine sehr geringe prostatakarzinomspezifische Mortalität und bestätigen damit die Sicherheit dieses Vorgehens. Insgesamt entsteht so ein präzisionsmedizinisches Screeningmodell, das Überdiagnosen reduziert, klinisch relevante Tumoren zuverlässiger erkennt und unnötige Therapien vermeidet – vorausgesetzt, die Qualität der mpMRT sowie die urologische Expertise sind flächendeckend gewährleistet.
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Medizin

Lungenkrebs-Screening bei Ex-Raucher:innen: risikoadaptierte Strategie sinnvoll

Ein Team vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat eine neue, risikoadaptierte Strategie für den Start des Lungenkrebs-Screenings bei ehemaligen starken Raucherinnen und Rauchern entwickelt. Ziel ist es, den Beginn der Früherkennung nicht pauschal festzulegen, sondern anhand der tatsächlichen Risikoreduktion zu bestimmen. Abhängig davon, wie lange der Rauchstopp zurückliegt, errechneten die Forschenden risikoangepasste Startalter zwischen etwa 53 und 67 Jahren.
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Zervixkarzinom
Schematische Darstellung einer Frau vor schwarzem Hintergrund, Gebärmutter rot dargestellt

Zervixkarzinom in der Schwangerschaft: Zwischen onkologischer Sicherheit und fetalem Schutz

Das Zervixkarzinom ist die häufigste gynäkologische Malignität in der Schwangerschaft und tritt mit einer Inzidenz von 0,44-5,08 pro 100.000 Schwangerschaften auf [1]. Die Betreuung dieser Patientinnen stellt eine besondere interdisziplinäre Herausforderung dar, da therapeutische Entscheidungen stets im Spannungsfeld zwischen onkologischer ­Sicherheit der Mutter und Schutz der fetalen Entwicklung getroffen werden müssen. Screening, Diagnostik und Therapie orientieren sich an etablierten Standards, die an das jeweilige Gestationsalter angepasst werden. Während bei Vorstufen und sehr frühen Stadien ein abwartendes Vorgehen möglich ist, kommen bei fortgeschrittenen Tumoren Platin-basierte Chemotherapien im 2. und 3. Trimenon zum Einsatz [2]. Als Geburtsmodus dient überwiegend die Sectio caesarea [3]. Zur Veranschaulichung wird in diesem Review eine Kasuistik aus unserer Klinik beschrieben, die exemplarisch die Komplexität von Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms in der Schwangerschaft widerspiegelt.
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Medizin
Lungenkrebs-Früherkennung: Erweiterte Kriterien könnten mehr Fälle aufdecken

Lungenkrebs-Früherkennung: Erweiterte Kriterien könnten mehr Fälle aufdecken

Um die hohe Sterblichkeitsrate bei Lungenkrebs zu senken, soll in Deutschland ein Früherkennungsprogramm eingeführt werden. Es richtet sich an Menschen ab 50, die lange stark geraucht haben. Eine Veröffentlichung der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der LungenClinic Grosshansdorf und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) zeigt jetzt: Werden die Teilnehmenden nicht nur anhand ihres Alters und ihrer Rauchhistorie ausgewählt, sondern nach zusätzlichen Kriterien, lassen sich mehr Krebsfälle frühzeitig entdecken. Wie das Forschungsteam im Fachmagazin The Lancet Oncology beschreibt, ist das insbesondere für Frauen relevant [1].
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Medizin

Robotik-System erkennt Lungenkrebs im Frühstadium präzise

Wenn Lungenkrebs entsteht, verursacht er meist keine Symptome und wird daher häufig erst spät erkannt. Neueste Technik revolutioniert jetzt die Untersuchung bei Verdacht auf Lungenkrebs und ermöglicht Ärzt:innen eine hochpräzise Diagnose – ein Durchbruch in der Früherkennung einer der tödlichsten Krebserkrankungen. Die hochspezialisierten und DKG-zertifizierten Lungenkrebszentren in Berlin und Wiesbaden setzen nun auf das innovative roboterassistierte Bronchoskopie-System.
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Prostatakarzinom
DGU 2025

Neue Leitlinie Prostatakarzinom – Früherkennung, Diagnostik und Therapie

Die neue S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom stand im Zentrum des 77. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Hamburg. Besonders diskutiert wurde das risiko-adaptierte PSA-Screening ab 45 Jahren, das auf der ProBase-Studie basiert. Expert:innen stritten über Nutzen, Kostenübernahme und Rolle der digital-rektalen Untersuchung. Auch neue Empfehlungen zur aktiven Überwachung, robotergestützten OPs, multimodalen Therapien und innovativen Medikamenten sorgten für Debatten.
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Medizin
KI-basierte Hautkrebs-Früherkennung

KI-basierte Hautkrebs-Früherkennung

Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend in der Medizin eingesetzt und spielt auch in der Dermatologie eine immer wichtigere Rolle. Während KI-Anwendungen zunächst vor allem in der Forschung etabliert wurden, finden sie inzwischen auch in der klinischen Praxis Anwendung. Durch die Analyse großer Bilddatensätze können Algorithmen klinische und dermatoskopische Aufnahmen mit hoher Genauigkeit klassifizieren. Besonders hilfreich ist dies bei der Beurteilung pigmentierter Läsionen sowie bei der Ganzkörperfotografie mit Risikobewertung auffälliger Hautveränderungen.
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Medizin

Mammographie-Screening zeigt nachhaltige Wirkung auf Brustkrebssterblichkeit

Das bundesweite Mammographie-Screening-Programm, das vor 20 Jahren eingeführt wurde, senkt die Brustkrebssterblichkeit bei Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren deutlich. Eine neue Studie mit Beteiligung des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS zeigt, dass die Brustkrebssterblichkeit unter Teilnehmerinnen um 20–30% zurückging [1]. Die Ergebnisse wurden in Berlin im Rahmen einer Veranstaltung mit Vertreter:innen aus Politik und Wissenschaft vorgestellt.
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Zervixkarzinom
PAP-Abstrich Zervixkarzinomscreening

Zervixkarzinomscreening – Das Mikrobiom im Fokus

Die Rolle humaner Papillomaviren (HPV) in der Entstehung des Zervixkarzinoms ist seit Jahrzehnten unumstritten. In den letzten Jahren rückte jedoch ein weiterer Akteur in den wissenschaftlichen Fokus: das zervikovaginale Mikrobiom. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die mikrobielle Umgebung des unteren Genitaltrakts nicht nur die Anfälligkeit für eine HPV-Infektion beeinflussen könnte, sondern auch maßgeblich an deren Persistenz und Progression beteiligt ist. Dieser Beitrag beleuchtet aktuelle Entwicklungen im Screening, die Herausforderungen in der Mikrobiomanalyse sowie die Perspektiven für eine risikoadaptierte Prävention – und zeigt, warum wir in Zukunft bei der Diagnostik möglicherweise mehr beachten müssen als nur das Virus selbst.
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Mammakarzinom
Puzzleteile Brustkrebs und Genetik

Primäre Prävention und Früherkennung von erblichem Brustkrebs

Das Wissen um pathogene Keimbahnvarianten in Risikogenen wird für risikoadaptierte Betreuung und präzisionsonkologische Ansätze immer relevanter. Etwa ein Drittel aller Mammakarzinom-Patientinnen weist eine familiäre Belastung für Brustkrebs auf [1]. 5-10% der Fälle sind auf eine pathogene genetische Keimbahnvariante zurückzuführen, was in Deutschland jährlich 3.500-7.000 neu diagnostizierte Patientinnen betrifft [2, 3]. Ratsuchende aus belasteten Familien sowie Patientinnen mit Brust- oder Eierstockkrebs profitieren von individualisierter Beratung und genetischer Untersuchung. Ziel ist es, Risiken verständlich zu vermitteln, damit Betroffene informierte Entscheidungen treffen können. 2013 hat die Schauspielerin Angelina Jolie ihre pathogene Keimbahnveränderung in BRCA1 öffentlich gemacht [4]. Auch angesichts dessen ist evidenzbasierte Aufklärung essenziell, um irreführende oder unvollständige Informationen aus der Laienpresse durch wissenschaftlich gesicherte Fakten zu ersetzen.
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Entitätsübergreifend
Künstliche Intelligenz in der Radiologie

Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Krebsfrüherkennung und -diagnostik

Eine Krebsdiagnose verändert das Leben der Betroffenen oft grundlegend. Jährlich erhalten laut Bundesgesundheitministerium über 500.000 Menschen in Deutschland diese Diagnose. Je früher sie erfolgt, desto besser sehen in der Regel die Behandlungserfolge aus. Doch die Diagnostik erfordert ausreichend Kapazitäten in der Radiologie – und genau hier besteht vielerorts ein Mangel. Gleichzeitig wächst die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Medizin stetig. Die Technologie hat das Potenzial, nicht nur die Diagnosegenauigkeit zu verbessern, sondern auch Ärzt:innen zu entlasten und Patient:innen schneller zu behandeln. Insbesondere in der Krebsdiagnostik und -früherkennung zeigen sich bereits heute enorme Möglichkeiten, aber die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen hinken hinterher.
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Zervixkarzinom
HPV-Screening im Alter: sinnvoll selektieren

HPV-Screening im Alter: sinnvoll selektieren

Trotz rückläufiger Inzidenz bleibt das Zervixkarzinom bei älteren Frauen ein relevantes Thema – nicht zuletzt wegen häufiger Spätdiagnosen. Internationale Empfehlungen sehen ein Screening-Ende ab 65 Jahren vor, sofern ausreichend unauffällige Befunde vorliegen. Doch altersbedingte Veränderungen und individuelle Risikofaktoren können die Aussagekraft der Diagnostik einschränken und sprechen für eine differenzierte Betrachtung.
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ZNS-Tumoren

Multiomics-Ansätze erhöhen die diagnostische Genauigkeit in der pädiatrischen Neuroonkologie

Die Vielfalt und Komplexität von Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS) bei Kindern und Jugendlichen stellt eine große Herausforderung für die Diagnostik und Therapie dar. Die Studie Molekulare Neuropathologie 2.0 (MNP 2.0), die Teil des deutschen Behandlungsnetzwerks für pädiatrische Neuroonkologie (HIT) ist, verfolgt erstmals einen unvoreingenommenen, prospektiven Ansatz. Ziel der Studie war es, zu untersuchen, ob die Integration von DNA-Methylierungsprofilen und gezieltem Next Generation Sequencing (NGS) in Verbindung mit einer verblindeten neuropathologischen Referenzdiagnostik die diagnostische Präzision bei ZNS-Tumoren verbessern kann.
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