Präzisere Sarkomtherapie: Forschungsteam entwickelt bildgestützte molekulare Therapie
Eine Herausforderungen der Krebstherapie ist die möglichst vollständige Entfernung selbst kleinster Tumorreste während der Behandlung. Für Sarkome verfolgt die Forschungsgruppe um Prof. Oliver Bruns am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden einen neuartigen Weg: Mithilfe eines speziellen Kontrastmittels und moderner Infrarotbildgebung sollen verbliebene Tumorzellen während der Operation sichtbar gemacht und entfernt werden. Ist dies nicht möglich, kommt in einem zweiten Schritt eine molekular gezielte Alpha-Strahlentherapie zum Einsatz.
Herausforderungen der Sarkomtherapie
Bei Sarkomen ist es während einer Operation oft schwierig, alle Tumorzellen sicher zu erkennen und vollständig zu entfernen. Das Projekt „Fibroblast Activation Protein (FAP)-Targeted Probes for Image-Guided Resection and Adjuvant Therapy of Sarcoma – A Bimodal Strategy (FOCUS)“ unter der Leitung von Oliver Bruns, Professor für Funktionelle Bildgebung in der Operativen Onkologie am NCT/UCC Dresden, verfolgt daher folgenden Ansatz: Krebszellen sollen mithilfe eines spezifischen optischen Tracers sichtbar gemacht werden. In der Entwicklung arbeitet das Team dafür eng mit Partnern aus der Helmholtz-Gemeinschaft zusammen, darunter Prof. Matthias Miederer, ebenfalls Professor am NCT/UCC Dresden und Leiter der Forschungsgruppe für Translationale Bildgebung in der Onkologie, Prof. Oliver Plettenburg von Helmholtz Munich sowie Dr. Sven Stadlbauer vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, die beide als Medizinal- bzw. Radiochemiker die Kontrastmittel herstellen.
Für diese Forschung erhält das Team um Prof. Oliver Bruns Förderung in Höhe von 900.000 Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft.
Sarkomtherapie: Krebszellen sichtbar machen und zerstören
Durch eine moderne Infrarotbildgebung sollen selbst kleinste Tumorreste und einzelne Krebszellen zuverlässig erkannt werden. Im nächsten Schritt ist vorgesehen, die verbliebenen Krebszellen mittels einer Alpha-Strahlentherapie zu zerstören. Ziel ist es, Rückfälle zu verhindern, Behandlungsverläufe zu verkürzen und die Heilungschancen von Patient:innen zu verbessern.
„Durch diese Kombination aus hochsensitiver Bildgebung und zielgerichteter Therapie könnte die Behandlung von Sarkomen deutlich präziser werden“, sagt Prof. Oliver Bruns. „Langfristig besteht das Potenzial, Rückfälle zu reduzieren und die Behandlungsergebnisse nachhaltig zu verbessern.“
Um Patient:innen mit Sarkomen bestmöglich zu versorgen, bündelt das Sarkomzentrum am NCT/UCC Dresden spezialisierte Expertise und Infrastruktur. Das 2016 gegründete Zentrum ist Teil des Universitäts KrebsCentrums am NCT/UCC Dresden, das seit 2007 von der Deutschen Krebshilfe als Onkologisches Spitzenzentrum gefördert wird.
Neue Forschungsansätze notwendig
Aus Sicht der Leitung des Sarkomzentrums am NCT/UCC Dresden sind solche Forschungsansätze dringend notwendig: „Sarkome erfordern aufgrund ihrer Seltenheit und biologischen Vielfalt eine hochspezialisierte, interdisziplinäre Behandlung. In unserem Zentrum bündeln wir Expertise aus Chirurgie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und weiteren Fachbereichen, um für jede Patientin und jeden Patienten eine individuell optimale Therapie zu entwickeln“, sagt Prof. Jürgen Weitz. „Forschung zu neuen Behandlungsansätzen wie die Kombination aus präziser Bildgebung und zielgerichteter Alpha-Therapie unterstützen wir daher sehr gern, wenn dies in der Zukunft bessere Therapien für unsere Patientinnen und Patienten ermöglicht“, ergänzt Prof. Klaus Schaser.
Quelle:Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden