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Belgisches Parlament beschließt Sterbehilfe für todkranke Kinder
Das belgische Parlament hat die aktive Sterbehilfe für unheilbar kranke Kinder und Jugendliche erlaubt. Nach einer emotionalen Debatte stimmten die Abgeordneten am Donnerstag in Brüssel mit Mehrheit für eine entsprechende Gesetzesänderung. Somit dürften Ärzte etwa krebskranken Minderjährigen auf deren erklärten Wunsch hin eine tödliche Dosis Medikamente verabreichen. Belgische Mediziner erwarten etwa ein Dutzend solcher Fälle pro Jahr.
BPI fordert Inflationsausgleich und Entlastungen für Generika - Gesetzgeber legt die Axt an Grundprinzipien des AMNOG
Der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI) fordert in seiner Stellungnahme zum 14. SGB-V Änderungsgesetz, das in dieser Woche zur Anhörung steht, den Bundestag auf, die Maßnahmen gegen die pharmazeutische Industrie zu begrenzen. Nach Auffassung des BPI müssen Arzneimittel ohne Patentschutz und verordnungsfähige Arzneimittel der Selbstmedikation (OTx) von Preisstopp und erhöhtem Abschlag ausgenommen werden. Und für alle anderen Arzneimittel muss es zumindest einen Inflationsausgleich beim seit mehr als vier Jahren bestehenden Preisstopp geben. "Wir haben seit vier Jahren keinen Inflationsausgleich, keinen Ausgleich für gestiegene Kosten: Das entzieht Arzneimitteln die wirtschaftliche Grundlage. Und mit der neuen Regelung zum Zwangsabschlag werden dann auch noch generische Arzneimittel stärker als bisher belastet. Das kann nicht im Sinne des Gesetzgebers sein und muss dringend korrigiert werden", sagt Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI.
Zahnärzte schlagen Alarm: Zu viele Kinder mit Nuckelflaschenkaries
Schwarze Stummel statt gesunder Milchzähne: Schon Kleinkinder liegen in Deutschland auf dem OP-Tisch, um ihr Gebiss saniert zu bekommen. Zahnärzte fordern nun Vorsorgeuntersuchungen für Säuglinge.
Aktuelles e-Journal von JOURNAL HÄMATOLOGIE
Mehrfach-Resistenzen bei Krebszellen bekämpfen: Stummschaltung von Genen mit RNA
Mehrfach-Resistenzen von Tumorzellen gegenüber Cytostatika sind ein schwerwiegendes Problem bei der Krebstherapie. Ein chinesisch-amerikanisches Team stellt in der Zeitschrift Angewandte Chemie nun einen neuen gentherapeutischen Ansatz vor, mit dem gegengesteuert werden könnte: Mit einem ausgeklügelten Nanokomplex wird das für die Resistenz kodierende Gen „stummgeschaltet“.
Energiesparlampe zerbricht: Sofort Fenster auf
Zerbricht eine Energiesparlampe, ist es am besten, sofort das Fenster zu öffnen und den Raum für rund eine Viertelstunde zu verlassen. Denn die Lampen enthalten eine geringe Menge Quecksilber, das giftig ist, erläutert Stefanie Labs von der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse in Berlin. Das Quecksilber verdampft bei Raumtemperatur - und die Bewohner sollten das Gemisch nicht einatmen. Sonst drohen Gesundheitsschäden.
KBV: Elektronische Gesundheitskarte widerspricht geltendem Recht
Die zu Jahresbeginn eingeführte elektronische Gesundheitskarte verstößt nach Auffassung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gegen geltendes Recht. Die e-card sei damit nutzlos. Der Grund: Die gesetzlichen Krankenkassen hätten die darauf gespeicherten Fotos der Versicherten nicht überprüft. Über die Stellungnahme der KBV, die die elektronische Karte seit langem kritisiert, berichtete zuerst das "Hamburger Abendblatt" (Dienstag).
Aktuelle Informationen aus der Hämatologie
Freie Arztwahl gilt auch im Pflegeheim
Grundsätzlich dürfen sich Senioren im Heim weiter von ihrem Hausarzt behandeln lassen. Denn sie haben ein Recht auf freie Arztwahl. Dieser Anspruch bestehe auch dann, wenn das Heim mit einem anderen Arzt zusammenarbeitet, der zur Visite kommt. Darauf weist Ulrike Kempchen von der Bundesinteressenvertretung der Heimbewohner (BIVA) hin. Schwieriger sieht es bei Fachärzten wie Zahnarzt, Neurologe oder Augenarzt aus. Viele behandelten keine Heimbewohner, da ihnen das Equipment für auswärtige Behandlungen fehle.
Curcumin stimuliert Mikro-RNA und hemmt so die Bildung von Metastasen/ miR181b potenzieller Biomarker
Soll ein Medikament in die Therapie einer Krankheit einziehen, braucht es sogenannte Biomarker. Idealerweise sind das bestimmte Moleküle, deren Aktivität der Wirkstoff beeinflusst und die sich möglichst leicht nachweisen lassen. "Die Biomarker zeigen uns an, ob die Therapie erfolgreich ist", sagt PD Dr. Beatrice Bachmeier (Arbeitsgruppe Klinische Biochemie, Prof. Dr. Christian Sommerhoff) vom Institut für Laboratoriumsmedizin des Klinikums der Universität München. Sie hat jetzt entsprechende Biomarker für den Naturstoff Curcumin gefunden und patentieren lassen. Und im Zuge ihrer Arbeiten von einem Sponsor finanzielle Unterstützung für die kommenden fünf Jahre in Aussicht gestellt bekommen, um Curcumin für den Einsatz in der Therapie und Vorbeugung von Brust- und Prostatakrebs zu testen.
Frauenärzte bleiben bei der rezeptfreien Notfallkontrazeption skeptisch
Kondom kaputt, Antibabypille vergessen? Nach ungeschütztem Sex ist die zügige Einnahme der "Pille danach" gefordert, wenn eine Schwangerschaft vermieden werden soll. Ist der Frauenarzt erst nach dem Wochenende für ein nötiges Rezept wieder erreichbar, wird die Zeit dafür knapp. Nach mehr als zehn Jahren könnten jetzt aber auch in Deutschland die Ampeln für eine rezeptfreie "Pille danach" auf Grün umspringen: Nach dem Bundesrat hat nun auch der Fachausschuss für Verschreibungspflicht beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Aufhebung der bisherigen Rezeptpflicht empfohlen. Die Experten sähen keine medizinische Notwendigkeit, länger an ihr festzuhalten, teilte die Bundesoberbehörde am 14. Januar 2014 mit. Die Gynäkologen der ärztlichen Genossenschaft GenoGyn zeigen sich indes besorgt.
Inoperables oder metastasiertes Melanom mit BRAF V600E-/V600K-Mutation: FDA-Zulassung für Kombination Trametinib und Dabrafenib
Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat am 8. Januar 2014 den MEK-Inhibitor MEKINIST® (Trametinib) in Kombination mit dem BRAF-Inhibitor TAFINLAR® (Dabrafenib) zugelassen.
ASH 2013: Eisenchelation - Eisenkonzentration in Herz und Leber nimmt über zwei Jahre ab
Eine Siderose des Herzmuskels ist bei effektiver Eisenchelations-Therapie reversibel, aber der Prozess ist langsam und bisher in vergleichenden Studien mit Eisenchelatoren nicht länger als über ein Jahr untersucht worden. In einer Verlängerung der CORDELIA-Studie zeigt sich nun, dass der Prozess auch im zweiten Jahr unvermindert weitergeht.
ASH 2013: Multiples Myelom: Lenalidomid + low dose Dexamethason ist MPT überlegen
Die Kombination aus Lenalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason (LD) verbesserte bei Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom signifikant das progressionsfreie Überleben im Vergleich zur Standardtherapie MPT (Melphalan, Prednison und Thalidomid). Damit kann LD als neuer Therapiestandard gelten, sagte der Studienleiter Thiery Facon, Lilli/Frankreich, der die Ergebnisse der FIRST-Studie auf der 55. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) vorstellte.
Pflegen mit dem Finanzamt - Kosten können Steuerlast mindern
Pflege kostet mitunter viel Geld. Das Problem: Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt längst nicht alle Kosten. Reichen die eigenen Mittel nicht, springen oft die Kinder ein. Eine finanzielle Belastung für alle Seiten. Allerdings gibt es auch Entlastung: Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können die Ausgaben von der Steuer absetzen, erklärt Vicky Johrden vom Deutschen Steuerberaterverband in Berlin.
Generikum Capecitabin cell pharm ab sofort erhältlich
Mit Capecitabin cell pharm gibt es ab sofort eine weitere Möglichkeit zur Behandlung verschiedener Karzinome. Das Zytostatikum ist bioäquivalent und damit eine generische Alternative zum Originalpräparat.
Weiterarbeiten mit Brustkrebs?/ Brustkrebs ist keine Geheimsache
Die französische Familienministerin Dominique Bertinotti hat ihre Brustkrebserkrankung verschwiegen und während der monatelangen Chemotherapie weitergearbeitet. Ihre Kabinettskollegen loben jetzt ihre Tapferkeit, viele betroffene Frauen sind empört. In Frankreich ist eine heftige Debatte über den Umgang mit Brustkrebs entbrannt.
Immer mehr Schwerbehinderte arbeitslos
Die Bundesagentur für Arbeit warnt nach einem Bericht der Dortmunder "Ruhrnachrichten" (Montag) vor einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Schwerbehinderten. Im Oktober 2013 waren nach Angaben der Nürnberger Behörde 176.000 schwerbehinderte Menschen arbeitslos - rund 3000 oder 2% mehr als im Vorjahr. "Mit 6% war der Anstieg bei der Gruppe der 25- bis unter 35-jährigen am höchsten", zitiert das Blatt aus einer neuen Broschüre der Bundesagentur.
BVMed veröffentlicht neuen Leitfaden „Off Label Use“
Der neu aufgelegte BVMed-Leitfaden "Verhaltensempfehlungen für Hersteller bei missbräuchlicher Verwendung ihrer Medizinprodukte im Markt (Off Label Use)" stellt verschiedene Fälle des Off Label Use systematisch dar und zeigt anhand von Beispielen auf, was zu beachten ist und welche Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen werden können.
Maligner Aszites - Das vernachlässigte Symptom
Bisherige Therapien der krebsbedingten Bauchwassersucht beschränkten sich oft nur auf eine sehr kurzfristige Symptomlinderung. Eine Verbesserung der Behandlungssituation, die Betroffenen auch langfristig Erleichterung und Verbesserung ihrer Lebensqualität verspricht, gibt es seit 2009 mit einem neuen auf Antikörpern beruhenden Therapieansatz. Unter der Leitung des Berliner Eierstockkrebsspezialisten Dr. Jalid Sehouli entstand 2012 daher der bewegende Film "Dee Micky - Mein Weg gegen den malignen Aszites", der die Geschichte einer amerikanischen Patientin darstellt, die nach Berlin kommt, um sich an der Charité mit der Antikörpertherapie gegen ihren malignen Aszites behandeln zu lassen.
Zwei Krebsgene bei familiär gehäuftem Darmkrebs
Einige Gene für erblichen Darmkrebs sind bekannt, aber nicht bei allen Patienten mit Hinweis auf diese erbliche Belastung kann die Ursache in den Genen gefunden werden. Eine neue Methode der Sequenzierung soll daher an 30 Patienten mit familiär gehäuftem Darmkrebs im Erbgut angewandt werden. Dabei stehen bei Prof. Elke Holinski-Feder und Dr. Monika Morak von der LMU nicht nur die bisher als relevant betrachteten 3% des Gens im Fokus, sondern der gesamte Genbereich, um weitere mögliche Fehlerursachen zu finden. Die Information eines erhöhten Risikos hilft Betroffenen und ihren Angehörigen, da sie in diesem Fall geeignete Vorsorgemaßnahmen treffen können.
Zahnarzt bald ein Frauenberuf - Nachwuchssorgen
Die Zahnärzte in Deutschland haben Nachwuchssorgen. Der Beruf sei für junge Mediziner lange nicht mehr so attraktiv wie früher, sagten Vertreter der Zahnärzteschaft auf dem Deutschen Zahnärztetag am Freitag in Frankfurt. Immer weniger nähmen das unternehmerische Risiko auf sich, eine Praxis zu gründen; sie hätten zudem den Anspruch, Zeit zu haben für Familie und Freizeit.