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Papilläres Schilddrüsenkarzinom: Prognostischer Wert der BRAF V600E- and TERT Promoter-Mutation C228T
Eine retrospektive Studie untersuchte den Zusammenhang von BRAF-Mutationen und der TERT Promoter-Mutation chr5:1,295,228C>T (C228T) in Bezug auf das Outcome bei 507 Patienten mit papillärem Schilddrüsenkarzinom (PTC) (davon 365 Frauen, Alter 45,9 ± 14,0 Jahre, medianer Follow-up von 24 Monaten). Dabei ergab sich, dass BRAF V600E- und TERT C228T-Mutationen beim PTC eine genetische Konstellation für die schlechteste Prognose darstellen und prognostisch wie auch therapeutisch wichtige Biomarker sind.
Blutiges Handwerk: Briten stellen auf Gipfel Feldmedizin vor
Abgerissene Beine, klaffende Wunden am Bauch, Kopfschüsse: Die Verletzungen, die Soldaten im Kampfeinsatz erleiden, sind in ihrer Entsetzlichkeit kaum vorstellbar. Die britische Armee entwickelt Möglichkeiten, Feldärzte so realistisch wie möglich auszubilden. Blutverschmiert liegt der Soldat auf dem OP-Tisch, über ihm nur ein Zelt. Ein Sprengsatz hat ihm beide Beine abgerissen, die Feldärzte kämpfen um das Leben des Verwundeten. Die Szene ist gestellt - hier, auf dem Gelände des Nato-Gipfels im walisischen Newport, wirkt die simulierte Kriegsrealität so ehrlich wie bizarr.
Gesetz zur Termingarantie kostet freie Arztwahl: Frauenärzte der GenoGyn warnen vor zentralisiertem Gesundheitssystem
Unbeirrt hält die Große Koalition an ihrem Plan fest, durch gesetzliche Vorgaben zu gewährleisten, dass Patienten höchstens vier Wochen auf einen Termin beim Facharzt warten müssen. Die begründeten Einwände gegen dieses Vorhaben, das nach Medieninformationen am 1. April 2015 in Kraft treten soll, sind zahlreich und vielfältig.
Aktuelles e-Journal von JOURNAL HÄMATOLOGIE
PALB2-Mutation und Brustkrebs
Keimbahnmutationen mit Funktionsverlusten im Gen PALB2 prädisponieren für Brustkrebs, allerdings war bislang nicht bekannt, wie hoch dieses Risiko ist. Eine Analyse von 362 Mitgliedern aus 154 Familien mit PALB2-Mutation, deren Brustkrebsrisiko per modifizierter Segregationsanalyse geschätzt wurde, zeigte, dass bei weiblichen PALB2-Mutationsträgern im Vergleich zur Normalbevölkerung ein 8-9mal höheres Risiko für unter 40-Jährige, ein 6-8mal höheres Risiko für 40-60-Jährige und ein 5mal höheres Risiko ab 60 Jahren bestand.
TK schützt Versicherte vor hohen Zahlungen in spanischen Kliniken und Praxen
Deutsche Urlauber stehen in spanischen Arztpraxen und Kliniken häufig vor einem Problem: Immer wieder wird dort die europäische Gesundheitskarte (EHIC) nicht akzeptiert. Deshalb müssen Touristen eine Notfallbehandlung dort oft bar bezahlen - und das kann sehr teuer werden.
Schwerstbehinderte haben Anspruch auf Dauerassistenz zu Hause
Benötigt ein Schwerstbehinderter eine Dauerassistenz, um in der eigenen Wohnung zu leben, muss der Sozialhilfeträger dies bezahlen. Dies hat in einem Eilverfahren das Sächsische Landessozialgericht (Az.: L 8 SO 132/13 B ER) entschieden, wie die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt. Das Sozialrecht sehe den Vorrang ambulanter Leistungen vor stationären Leistungen im Heim vor.
Aktuelle Informationen aus der Hämatologie
Anspruch auf Pflegehilfe auch während Krankenhausaufenthalts
Auch während eines stationären Krankenhausaufenthalts kann ein Pflegebedürftiger Anspruch auf eine Pflegehilfe haben. Voraussetzung ist, dass die angestellten Pfleger im Krankenhaus diesen Pflegeaufwand nicht leisten können. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) informiert über eine Grundsatzentscheidung des Sozialgerichts München (Az.: S 32 SO 473/10).
Palliativmediziner fordern bessere Versorgung in Pflegeheimen
Die Sterbebegleitung in Pflegeheimen ist Experten zufolge noch lange nicht optimal. Ein Grund sei die Vergütung: Die Palliativversorgung in Hospizen werde von der Sozialversicherung weit besser honoriert, kritisiert die Deutsche Stiftung Patientenschutz.
Ärzte beziehen Patienten zu wenig in Therapieentscheidungen ein
Viele Patienten wollen die Entscheidung, welche Therapie für sie die richtige ist, nicht allein ihrem Arzt überlassen. Wunsch und Realität klaffen allerdings auseinander: Während 55 % der Patienten in die Wahl zwischen verschiedenen Therapiealternativen einbezogen werden wollen, wurden 58 % von ihrem Arzt noch nie vor Alternativen gestellt. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von knapp 12.800 Patienten im Rahmen des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung und der BARMER GEK.
Sanofi bestätigt die Marktrücknahme - Lixisenatid bleibt nach dem Schiedsspruch nicht verfügbar
Sanofi gab das Ergebnis der Preisverhandlungen zum Erstattungsbetrag von Lyxumia® (Lixisenatid) in Deutschland bekannt. Die Schiedsstelle hat am 18. Juni 2014 einen neuen Erstattungsbetrag für die Vermarktung von Lixisenatid in Deutschland festgesetzt. Auf Basis dieser Entscheidung wird Sanofi den Vertrieb von Lixisenatid in Deutschland nicht wieder aufnehmen. Der Schiedsstelle war angerufen worden, nachdem der Spitzenverband Bund der Krankenkassen und Sanofi ihre Preisverhandlungen zu Lixisenatid ohne Konsens beendet hatten.
Deutsche Diabetes Gesellschaft kritisiert IQWiG-Bericht: „Kombination Dapagliflozin plus Metformin hat klaren Zusatznutzen“
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat in einer Stellungnahme an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) den Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Bewertung der Fixdosiskombination von Dapagliflozin mit Metformin als nicht akzeptabel zurückgewiesen. Das IQWiG war zum Ergebnis gekommen, dass für diese Tablettenkombination kein therapeutischer Zusatznutzen belegt sei. "Es ist aber wissenschaftlich unbestritten, dass bei einer Dapagliflozin-Therapie weniger schwere Unterzuckerungen auftreten als etwa bei Sulfonylharnstoffen", erklärt Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Präsident der DDG. "Hinzu kommt, dass bei einer Fixdosiskombination nur noch eine einzige Tablette eingenommen werden muss, was die Therapietreue erhöht." Erneut habe das IQWiG eine kritikwürdige Bewertung aufgrund praxisferner, formaler Kriterien abgegeben, so Siegel.
Trendige Motivationshelfer: Fitnessarmbänder spornen Couchpotatoes an
Das Sprichwort sagt es, und eigentlich wissen wir es alle: Bewegen bringt Segen. Trotzdem kommt die körperliche Aktivität im Alltag oft zu kurz. Fitnessarmbänder können Sportmuffeln helfen, auf die Beine zu kommen.
Arzneireport: Millionenfach zu teure Pillen - Risiken für Patienten
Ist Neues immer gut? Viele Ärzte scheinen bei Angeboten der Pharmaindustrie dieser Meinung zu sein. Kritiker meinen: Das birgt nicht nur für den Geldbeutel der Beitragszahler Risiken - sondern auch für die Sicherheit der Patienten.
TK Bayern: „Jede Minute Tabletten im Wert von 9.650 Euro“
Die niedergelassenen Ärzte haben den gesetzlich Versicherten in Bayern im vergangenen Jahr Arzneimittel im Wert von knapp 5,1 Milliarden Euro verschrieben. Rechnerisch sind das 9.650 Euro in jeder Minute wie die Techniker Krankenkasse (TK) in München heute mitteilte. Dabei verordneten die Ärzte im Freistaat mit Arzneien im Wert von 482 pro Kopf am sparsamsten. Im Bund lag der Pro-Kopf-Wert bei 538 Euro, den höchsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit rund 672 Euro. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg pro Kopf von 5,2 % in Bayern und 5,4 % im Bund.
Mammakarzinom: Aktuelle AGO-Empfehlung - Doppelplus für Perjeta und Kadcyla
Interview mit Prof. Wolfgang Janni, Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm.
DGKJ Presseinfo: „Kinder und Tropenkrankheiten in Deutschland“
Dengue, Chikungunya, Leishmaniasis - exotisch anmutende Erkrankungen, die mittlerweile nicht nur in tropischen Regionen, sondern auch in Deutschland diagnostiziert werden. Die Arbeitsgemeinschaft Tropenpädiatrie informiert anlässlich des Weltgesundheitstags über die Bedeutung dieser Erkrankungen für die Diagnostik und Therapie in der Kinder- und Jugendmedizin.
DGP 2014: Checkpoint-Inhibition als neuer immuntherapeutischer Ansatz beim Lungenkarzinom
Die Therapie des NSCLC wird von vielen Parametern wie Histologie, Performance Status, Mutationsstatus und Stadium bestimmt, sagte PD Dr. Niels Reinmuth, Grosshansdorf, in einem Satellitensymposium im Rahmen des Pneumologie-Kongresses in Bremen. Sind relevante Treibermutationen wie EGFR oder EML4-ALK bekannt, ändert sich das therapeutische Vorgehen, weil man diese gezielt inhibieren kann. Einfache und bezahlbare Testverfahren in der Routine müssen jedoch noch entwickelt werden. „Im Vergleich zur Chemotherapie sind diese Target-Therapien mit Erlotinib, Crizotinib oder Afatinib insgesamt verträglicher, andererseits hat man es mit einem anderen Nebenwirkungsspektrum zu tun, beispielsweise mit Rash und Diarrhoen“, so Reinmuth. Weitere Therapiestrategien werden dringend gebraucht, neue Behandlungsansätze sind Liposomen-Vakzinierung und Checkpoint-Inhibitoren.
DGE-Stellungnahme: Fehlinformationen zur Jodversorgung gefährden Gesundheit
Fehlinformationen zur Jodversorgung der bundesdeutschen Bevölkerung, wie jüngst in einer ZDF-Sendung geschehen, sind irreführend und verantwortungslos, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Die Behauptung, Jod im Tierfutter lande in hohen Mengen "auf dem Teller" und sei gesundheitsschädlich, schüre eine „Jodangst“, die zu einem Meiden von Jod und langfristig zu einer Jodmangelepidemie führe, warnt die Fachgesellschaft. Jodmangel bewirkt eine vermehrte Bildung von Kröpfen, auch Struma genannt, und von Schilddrüsenknoten.
Neue Lösung zur Darmreinigung: Mehr Sicht, mehr Sicherheit
Ab sofort steht mit EZICLEN® in Deutschland ein neues Medikament zur effektiven Darmreinigung zur Verfügung. Die geringvolumige osmotische Lösung basiert auf einer Mischung aus Natrium-, Magnesium- und Kaliumsulfat. In Studien (1,2) zeigte EZICLEN® eine hohe Reinigungseffektivität aller Kolonabschnitte, einschließlich des schwer zu reinigenden rechten Kolons. Die gute Verträglichkeit wirkt sich positiv auf die Patientencompliance aus. EZICLEN® ist für die Mehrheit aller Patienten geeignet, einschließlich älterer Patienten. Vermarktet wird EZICLEN® von der Firma Aptalis Pharma als Lizenznehmer des Unternehmens Ipsen.
DAK-Analyse: Mehr Herzinfarkte durch Zeitumstellung 
Langzeitbeobachtung zeigt Anstieg der Klinikbehandlungen um 25%
Die Zeitumstellung im Frühling erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt. Nach einer aktuellen Langzeitanalyse der DAK-Gesundheit kamen in den ersten drei Tagen nach der Zeitumstellung 25% mehr Patienten mit Herzbeschwerden ins Krankenhaus als im Jahresdurchschnitt - und das kontinuierlich seit 2006.