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Medizin
17. Dezember 2012

Positive Phase-III-Daten zu Regorafenib bei mCRC und GIST

In der Fachzeitschrift The Lancet wurden die Ergebnisse von zwei Phase-III-Zulassungsstudien zu Regorafenib vor dem Abdruck in der später erscheinenden Printausgabe online veröffentlicht. Die Daten der Studien CORRECT (Colorectal cancer treated with regorafenib or placebo after failure of standard therapy) und GRID (GIST - Regorafenib In Progressive Disease) belegen überzeugend die Wirksamkeit von Regorafenib bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) oder gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), bei denen alle anderen Behandlungsoptionen ausgeschöpft worden sind.

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CORRECT-Studie

In der Phase-III-Studie CORRECT verbesserte Regorafenib mit gleichzeitig bestmöglicher unterstützender Behandlung (Best Supportive Care, BSC) signifikant das Gesamtüberleben (HR = 0,77, 1-seitiger p-Wert = 0,0052) und das progressionsfreie Überleben (HR = 0,49, 1-seitiger p-Wert <0,000001) im Vergleich zu Placebo und BSC bei Patienten mit mCRC, deren Erkrankung nach zugelassenen Standardtherapien weiter fortgeschritten war. In der Studie betrug das mittlere Gesamtüberleben 6,4 Monate mit Regorafenib gegenüber 5,0 Monaten mit Placebo; die Regorafenib-Therapie führte zu einer Reduktion des Risikos eines Krankheitsprogresses um 51% (HR = 0,49). Einen Überlebensvorteil zeigten die Daten im Regorafenib-Arm der Studie auch in fast allen untersuchten Teilgruppen, darunter sowohl Patienten mit dem KRAS-Wildtyp-Tumor als auch solche mit der mutierten KRAS-Variante. Ein Unterschied in der Gesamtansprechrate wurde nicht festgestellt.

Bei der Behandlung des metastasierten kolorektalen Karzinoms sind zwar Fortschritte erzielt worden, nach wie vor stellt die Medikamentenresistenz jedoch eine große Herausforderung dar. Regorafenib ist ein spezieller, oral wirksamer Multi-Kinase-Hemmer, der das Potenzial zum neuen Therapiestandard in der Indikation mCRC hat. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse vom Schweregrad 3+ (≥ 5 % der Patienten) waren Hand-Fuß-Hautreaktionen (16,6% gegenüber 0,4% bei Placebo), Müdigkeit (9,2% gegenüber 4,7%), Diarrhö (7,0 % gegenüber 0,8%), hoher Blutdruck (7,2% gegenüber 0,8%) sowie Hautausschlag/Hautabschuppung (5,8% gegenüber 0,0%). Auf die Lebensqualität wirkte sich Regorafenib nicht nachteilig aus. Die schwerwiegendsten unerwünschten Reaktionen bei den mit Regorafenib behandelten Patienten waren Hepatotoxizität, Blutungen und gastrointestinale Perforation (Magen-/Darmdurchbruch).

Die GRID-Studie

Die ebenfalls in The Lancet veröffentlichte Phase-III-Studie GRID zeigte, dass Regorafenib plus BSC bei Patienten mit metastasierten und/oder inoperablen GIST, die zuvor mit Imatinib und Sunitinib behandelt worden waren, das progressionsfreie Überleben gegenüber Placebo plus BSC signifikant verbesserte (HR = 0,27, p<0,0001); das bedeutet eine 73%ige Senkung des Progressions- bzw. Sterberisikos. Das mittlere progressionsfreie Überleben betrug 4,8 Monate in der Regorafenib-Gruppe gegenüber 0,9 Monaten in der Placebo-Gruppe. Darüber hinaus war in der Regorafenib-Gruppe ein positiver Trend hinsichtlich der Verbesserung des Gesamtüberlebens festzustellen (HR = 0,772, p = 0,199). Beim Gesamtüberleben wurde jedoch keine statistische Signifikanz erreicht - was aufgrund des Crossover-Designs der Studie auch zu erwarten war, d. h. die Patienten in der Placebo-Gruppe, deren Krankheit weiter fortschritt, hatten die Möglichkeit, auf eine Behandlung mit Regorafenib zu wechseln.

Ferner wurde bei Regorafenib eine gegenüber Placebo signifikant höhere Rate der Krankheitskontrolle beobachtet (52,6% gegenüber 9,1%; p<0,000001), wobei "Rate der Krankheitskontrolle" wie folgt definiert war: die Quote der Patienten mit Teilansprechen und dauerhafter Stabilisierung der Erkrankung für mindestens 12 Wochen. Außerdem zeigte Regorafenib einen therapeutischen Nutzen unabhängig von den vorhergehenden Behandlungsmaßnahmen: Die Untersuchung vorab festgelegter Teilgruppen ergab, dass Regorafenib bei Patienten, die Regorafenib als Dritt- oder Viertlinientherapie erhielten, einen vergleichbaren Nutzen gegenüber Placebo bringt.

Für Patienten mit GIST gibt es nur begrenzte Therapieoptionen, hier besteht ein echter "Medical Need". Regorafenib ist der erste oral wirksame Multi-Kinase-Hemmer, der bei Patienten mit metastasierten GIST, die gegen zielgerichtete Standardtherapien resistent sind, positive Phase-III-Wirksamkeitsdaten liefert.

Die häufigsten Regorafenib-bedingten unerwünschten Ereignisse vom Schweregrad 3+ (≥ 10% der Patienten) waren hoher Blutdruck (23,5%), Hand-Fuß-Hautreaktionen (19,7%) und Diarrhö (5,3%).

Quelle: Bayer HealthCare Deutschland


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