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Medizin
22. Juli 2021
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NMIBC: Erweiterung der Risikokategorisierung in den Leitlinien

Die Risikokategorien für NMIBC (Nicht-muskelinvasives Blasenkarzinom) haben sich in den EAU-Leitlinien 2021 von 3 Kategorien (niedrig/ intermediär/ hoch) auf 4 (niedrig/ intermediär/ hoch/ sehr hoch) (1) geändert. Vor diesem Hintergrund gab das CME-akkreditierte EAU-Symposium (2) einen Überblick über die Best Practices im Management der verschiedenen NMIBC-Stadien. Mit ihren Fallbeispielen konzentrierten sich die Expertinnen und Experten speziell auf die Risikostratifizierung von Patientinnen und Patienten mit NMIBC und die Überlegungen, die bei der Auswahl der optimalen Behandlungsmodalität für Betroffene mit intermediärem und Hochrisiko-NMIBC berücksichtigt werden müssen.

Alternative zu chirurgischer Tumorentfernung?

Blasenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten weltweit und aufgrund der Kosten für operative Eingriffe, Nachsorgezystoskopien und Instillationstherapien eine der kostspieligsten Krebsarten auf einer Pro-Betroffenen-Basis. Außerdem besteht das Risiko einer Progression zu einem invasiven und damit tödlichen Krebs. Daher ist eine effiziente und sofortige Behandlung entscheidend. Aktuelle Therapieoptionen sind die adjuvante intravesikale Behandlung oder die operative Entfernung des Tumors (TUR-BT). Neuere Erkenntnisse zeigen, dass eine neoadjuvante intravesikale Behandlung mit Chemotherapie die chirurgische Entfernung in ausgewählten Gruppen ersetzen kann. Dies könnte ein Game Changer für das zukünftige Management sein.
 
 

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Neue EAU-Risikostratifizierung: Richtige Gruppenzuordnung

Das Symposium wurde von Prof. Ashish Kamat, Houston, USA, geleitet, der die aktualisierte EAU-NMIBC-Risikostratifizierung 2021 vorstellte. In den EAU NMIBC-Leitlinien 2021, die sowohl die WHO-Klassifikation von 1973 als auch die von 2014 beinhalten, gibt es nun 4 Risikogruppen mit unterschiedlichen Empfehlungen für das Management: niedrig, intermediär, hoch und sehr hoch. Die neue Risikostratifizierung mag komplex erscheinen, erklärte Kamat, verwies aber auf den neuen EAU NMIBC Risk Calculator 2021 (3), der ein hilfreiches Werkzeug sei, um die Zuordnung von Betroffenen mit NMIBC zur richtigen Risikogruppe zu erleichtern.

Überlegungen zu risikoadaptierten Behandlungsoptionen

Gemeinsam mit Paolo Gontero, Turin, Italien, stellte Kamat instruktive Fälle vor. Beide veranschaulichten die Vielfalt der Erkrankung bei NMIBC mit intermediärem und hohem Risiko, wobei bei ersterem das Rezidivrisiko und bei letzterem das Risiko der Progression im Vordergrund steht. Kamat und Gontero diskutierten die Überlegungen zu risikoadaptierten Behandlungsoptionen. So werden beispielsweise spezifische Risikofaktoren, die das Risiko eines Rezidivs oder einer Progression vorhersagen, zur Stratifizierung von Patientinnen und Patienten bei dieser heterogenen Erkrankung verwendet. Gontero und Kamat diskutierten auch weitere aktuelle Themen wie die Frage, wann eine erneute TUR-BT durchgeführt werden sollte und die adäquate BCG-Gabe, die mindestens 5 von 6 Dosen BCG-Induktion und 2 zusätzliche Dosen BCG-Erhaltung umfasst, bevor eine wirklich BCG-nicht-responsive Erkrankung definiert wird. Neue Behandlungsoptionen in der Zweitlinienbehandlung von Hochrisiko-NMIBC nach BCG-Versagen wurden ebenfalls diskutiert.
 
 

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Rezidivierter NMIBC – Kann eine neoadjuvante intravesikale Behandlung die chirurgische Entfernung ersetzen?

Hugh Mostafid, Guildford, Großbritannien, informierte das Auditorium über das neue Konzept der neoadjuvanten intravesikalen Chemotherapie (Chemoablation) bei rezidiviertem NMIBC. Das erneute Interesse an der neoadjuvanten Chemotherapie wurde durch die jüngste Veröffentlichung der NICSA-Studie (4) (ausgezeichnet als bestes wissenschaftliches Paper in der European Urology 2020) angeregt. Die Studie berichtete über eine 57%-ige komplette Ansprechrate bei Patientinnen und Patienten mit rezidivierendem NMIBC unter Verwendung eines kurzzeitigen intensiven Schemas von 3 Instillationen von 40 mg Mitomycin C pro Woche über 2 Wochen, was auf das Potenzial zur Schonung invasiver Verfahren (TUR-BT) hinweist. Mostafid betonte die Notwendigkeit, zwischen neoadjuvanter intravesikaler Chemotherapie (NAIC) als Zusatztherapie zur TUR-BT (Endpunkt: langfristige Reduktion der Rezidivrate) und initialer Chemoablation als mögliche Alternative zur TUR-BT (Endpunkt: kurzfristige komplette Ansprechrate) zu unterscheiden.

Quelle: medac

Literatur:

(1) EAU Guidelines Office, Arnhem, The Netherlands. URL: https://uroweb.org/guideline/non-muscle-invasive-bladder-cancer/ (15.07.2021).
(2) medac MEDSCAPE LIVE Satellite Symposium: „Expert Insights: Best Practices for Managing Intermediate-Risk and High-Risk NMIBC“ Saturday, July 10, 2021, 9:30 – 10:30 CET EAU 21.
(3) EAU NMIBC Risk Calculator. URL: https://nmibc.net (15.07.2021).
(4) Lindgren MS et al. Eur Urol 2020; 78(6): 856-862. PMID: 32736928.


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