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Medizin
22. April 2021

Neue Therapieoption zur Behandlung von Aktinischen Keratosen

Bei der Behandlung von hellem Hautkrebs sind die konventionelle photodynamische Therapie (PDT) mit Methylaminolaevulinat-Creme (MAL; Metvix®) in Kombination mit kaltem Rotlicht und die Therapie mit MAL-Creme in Verbindung mit natürlichem Tageslicht (Luxerm®/Metvix®) mittlerweile etablierte Optionen. Aufgrund der benötigten Witterungsverhältnisse kann die Tageslicht-PDT in Europa jedoch nicht ganzjährig angewendet werden. Aktuelle, im Rahmen der Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft vorgestellte, Daten zeigen nun, dass die Tageslicht-PDT künftig auch unabhängig vom Wetter durchgeführt werden kann. „Dies ist durch die Verwendung von künstlichem Tageslicht in Verbindung mit MAL möglich“, erklärt Dr. Wolfgang Philipp-Dormston, Köln.

MAL-PDT mit künstlichem Tageslicht: Genauso effektiv wie Tageslicht-PDT

In einer monozentrischen „Proof-of-Principle“ Studie wurde bei 38 männlichen Patienten mit Aktinischen Keratosen (AK) auf der Kopfhaut untersucht, ob die Tageslicht-PDT mit einer standardisierten künstlichen weißen Lichtquelle (Artifical Daylight PDT, ADL-PDT) vergleichbar ist (1). Die Patienten wiesen min. 10 AK-Läsionen der Schweregrade 1 und 2 auf, welche vor der ADL-PDT nach Standardprotokoll vorbereitet wurden (2). Im Anschluss an die MAL-Applikation erfolgte die zweieinhalbstündige Bestrahlung mittels der CE-zertifizierten Dermaris® Lampe. Die ADL-PDT wurde von 87% der Betroffenen als vollständig schmerzfrei beschrieben. Nach 3 Monaten wurde die Abheilungsrate auf Patientenebene untersucht. Es wurde nicht zwischen Rezidiv und neu entstandener AK unterschieden. Hierbei wiesen 58% der Patienten keine AK mehr auf.

Tageslicht-PDT vs. ADL-PDT

In einer weiteren Studie wurde im Halbseitenvergleich die Tageslicht-PDT mit der ADL-PDT verglichen (3). Jeder Patient erhielt beide Therapien im Abstand von einer Woche, wobei regelhaft mit der Tageslicht-PDT begonnen wurde, welche randomisiert einer Kopfseite zugeordnet wurde. Die Lichtexpositionsdauer betrug in beiden Fällen 2 Stunden. Nach einem Monat gab es eine Ansprechrate von 62,3% bei der Tageslicht-PDT bzw. 67,7% bei der ADLPDT.
Der Unterschied zwischen den Behandlungsoptionen war statistisch nicht signifikant. Der therapeutische Effekt beider Behandlungen blieb über den gesamten Beobachtungszeitraum von 9 Monaten erhalten. „Die ADL-PDT ist somit genauso effektiv wie die Tageslicht-PDT“, so Dr. Philipp-Dormston. Die erforderliche effektive Lichtdosis für ADL-PDT kann auf Basis vorliegender Daten mit 0,5–9,0 J/cm2 angegeben werden (1, 3, 4). Nur MAL ist für
die Behandlung mit künstlichem Tageslicht zugelassen. Die Behandlung ist nicht an ein spezielles Lampensystem gebunden: Das Lichtspektrum der Lampe sollte kontinuierlich zwischen 400-750 nm liegen und eine Beleuchtungsstärke von mehr als 12.000 Lux auf der Oberfläche der Läsion aufweisen.
 

Erweiterung der bewährten Therapieoptionen

Seit ihrer Zulassung in Deutschland im Jahr 2002 hat sich die MAL-PDT als  Standardverfahren zur Behandlung leicht- bis mittelgradiger AK etabliert. Sie erzielt hohe Wirksamkeitsraten und führt zu sehr guten Ergebnissen ohne die Bildung von Narben. Die Tageslicht-PDT mit MAL ist eine geeignete Alternative zur klassischen PDT mit kaltem Rotlicht. In einer großen internationalen, randomisierten und doppelblind durchgeführten klinischen
Prüfung wurden die Therapieoptionen miteinander verglichen (5, 6). Die Tageslicht-PDT ist hinsichtlich ihrer Wirksamkeit nicht unterlegen, ruft jedoch während der Lichtexposition deutlich weniger Schmerzen hervor. In den meisten Fällen bevorzugten AK-Patienten, die sich beiden PDT-Varianten unterzogen hatten, die Tageslicht-PDT. Diese erzielt zwar eine geringe Schmerzhaftigkeit und hohe Patientenakzeptanz, die Bestrahlungsqualität ist jedoch von äußeren, nicht kontrollierbaren Faktoren sowie geografischen Parametern abhängig und nicht jeden Tag durchführbar. „Daher ist die Therapie mit künstlichem Tageslicht eine wichtige Ergänzung für ein breites Therapiespektrum bei Aktinischen Keratosen“, schlussfolgert Dr. Philipp-Dormston.

Quelle: Galderma

Literatur:

(1) Maire C et al. J Eur Acad Dermatol Venerol, Wiley, 2019. ffhal-02503978f
(2) Olsen EA et al. J Am Acad Dermatol 1991; 24: 738–743
(3) O‘Gorman SM et al. JAMA Dermatol 2016; 152: 638–644
(4) Manley M et al. Phys Med Biol 2018; 63: 035013
(5) Rubel DM et al. Br J Dermatol 2014; 171: 1164–1171
(6) Wiegell SR et al. Br J Dermatol 2013; 168: 186–191


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