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Medizin

22. Januar 2021 HER2-positives Mammakarzinom: Duale Blockade jetzt einfacher mit subkutaner Fixkombination

Die duale Blockade mit den HER2-Anikörpern Trastuzumab und Pertuzumab in Kombination mit einer Chemotherapie ist heute Standard in der Behandlung des frühen und metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms. Mit der Zulassung von Phesgo®, einer neuen Fixdosiskombination von Pertuzumab (Perjeta®) und Trastuzumab (Herceptin®) zur subkutanen Gabe steht nun eine erheblich schnellere und weniger invasive Möglichkeit der Verabreichung zur Verfügung.
"Mit der doppelten Antikörperblockade können wir das Leben von Patientinnen mit einem besonders aggressiven Mammakarzinom-Subtyp signifikant verlängern. Dass wir diese wichtige Therapieoption nun einfach und schnell subkutan verabreichen können, ist ein großer Gewinn für unsere Patienten“, unterstrich Prof. Dr. Christian Jackisch, Offenbach. Die Zulassung beruht auf den Daten der FeDeriCa-Studie, die die Nicht-Unterlegenheit der Fixkombination hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit im direkten Vergleich mit intravenös (i.v.) verabreichtem Perjeta/Herceptin zeigte. Primärer Endpunkt der internationalen, zweiarmigen, randomisierten, unverblindeten Phase-III-Studie bei 500 Frauen mit operablem, lokal fortgeschrittenem oder inflammatorischem HER2-positivem Mammakarzinom im Stadium II-IIIC war die Pharmakokinetik. Die Studie zeigte, dass die Wirkstoffkonzentration beider Substanzen bei subkutaner Verabreichung vergleichbar gegenüber der intravenösen Verabreichung war. Auch die Raten an pathologischen Komplettremissionen waren mit 59,7% unter Phesgo und 59,5% unter Perjeta/Herceptin i.v. zwischen beiden Darreichungsformen vergleichbar. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet (1).

Neben den beiden Antikörpern enthält Phesgo rekombinante Hyaluronidase. Das Enzym erhöht vorübergehend die Permeabilität des subkutanen Gewebes und ermöglicht so die Verabreichung ausreichend großer Volumina. Die Initialdosis von Phesgo beträgt 15 ml, die über 8 Minuten injiziert werden. Die Erhaltungsdosis beträgt 10 ml, die Injektion dauert dann etwa 5 Minuten (1, 2). "Diese 5-10 Minuten einer 1:1-Behandlung sind für die Patientinnen wertvoll, diese vermittelt Sicherheit und Vertrauen“, berichtete Onkologie-Pflegefachkraft Stefanie Kaya-Baginski, Essen. In der Phase-II-Crossover-Studie PHranceSCa favorisierten 85 % der Frauen mit frühem HER2-positivem Brustkrebs Phesgo gegenüber der i.v. Gabe von Perjeta plus Herceptin (2).



 

Mascha Pömmerl

Quelle: Virtuelles Launch-Pressegespräch „Einfach, schnell, subkutan: Neue Perspektiven für HER2+ Brustkrebspatienten mit PHESGO®“ am 16. November 2020

Literatur:

(1) Tan AR et al. SABCS 2019; Abstract PD4-07
(2) O’Shaughnessy J et al. Ann Oncol 2020; 31, Suppl. 4, S306-S307; Abstract No. 165MO

 


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