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Medizin
16. Juni 2021

Fortgeschrittenes ESCC: Immuntherapie kombiniert mit CT sowie als Doppel-Immuntherapie

Im Vergleich zur Standardtherapie des fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinoms des Ösophagus (ESCC) führt sowohl eine doppelte Immuntherapie als auch eine Kombination aus Immuntherapie und Chemotherapie (CT) zu einem längeren Gesamtüberleben. Die Kombination aus den beiden Immuntherapeutika Nivolumab und Ipilimumab ist die erste Chemotherapie-freie Erstlinienbehandlung, die Benefits für diese Patienten zeigen konnte. Das zeigte sich in der Phase-III-Studie CheckMate-648, die während des ASCO 2021 vorgestellt wurde (1).
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In die CM-648 Studie waren 970 Patienten mit bisher unbehandeltem und nicht resezierbarem fortgeschrittenem oder metastasiertem Ösophaguskarzinom mit Plattenepithelhistologie aufgenommen worden. Sie wurden in 3 Arme randomisiert und erhielten 2 Jahre lang oder bis zum Progress Nivolumab und Chemotherapie (5-Fluorouracil und Cisplatin), Nivolumab + Ipilimumab oder CT allein.  Für die Kombination aus Nivolumab + CT betrug das mediane Gesamtüberleben (mOS) 15,4 Monate vs. 9,1 Monate im CT-Arm bei den Patienten mit PD-L1 Expression ≥ 1% (HR=0,54; p<0,0001) und 13,2 Monate vs. 10,7 Monate in der Gesamtpopulation (HR=0,74; p=0,0021).

„Künftiger Erstlinienstandard beim ESCC"

Für die Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab betrug das mOS im Vergleich zur CT 13,7 vs. 9,1 Monate bei den Patienten, deren Tumoren PD-L1 exprimierten (HR=0,64; p=0,001) und 12,8 vs. 10,7 Monate in der Gesamtpopulation (HR=0,78; p=0,011). Nebenwirkungen und schwere Nebenwirkungen (≥ Grad 3) waren in den 3 Armen vergleichbar. Zu Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen kam es am häufigsten im Nivolumab/CT-Arm.
 
 

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„Die klinisch bedeutenden Verlängerungen des Überlebens in den beiden IT-Armen unterstreichen die Bedeutung der Immuntherapie in der Krebsbehandlung“, fasst der leitende Autor Ian Chau, Sutton, UK zusammen. „Nachdem sich dieser Mehrwert der Immuntherapie schon in der Behandlung vieler anderer Entitäten gezeigt hat, sollte mit den Ergebnissen dieser Studie nun Nivolumab + CT oder Nivolumab + Ipilimumab der künftige Erstlinienstandard bei der Behandlung von ESCC werden.“
 

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Wie die neuen Effizienzdaten der CM649 zeigten, führt auch die Kombination aus Nivolumab und CT im Vergleich zur CT in der Erstlinientherapie des Adenokarzinoms des Ösophagus, Magens und des gastroösophagealen Übergangs zu einem längeren Überleben, was möglicherweise auch hier den bisherigen Therapiestandard ändert (2).

Dr. Annette Junker

Quelle: Satelliten-Symposium im Rahmen der ASCO-Jahrestagung: „Neue Therapiestrategien des Oberen Gastrointestinaltrakts“, 07.06.2021; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) J Clin Oncol 39, 2021 (suppl 15; abstr LBA4001)
(2) J Clin Oncol 39, 2021 (suppl 15; abstr 4002)


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