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Medizin

15. Januar 2020 FL: Chemotherapiefreie Behandlungsoption „R Quadrat“ zugelassen

Nachdem Leanalidomid (Revlimid®) in Kombination mit Rituximab im November 2019 eine Zulassungsempfehlung des CHMP zur Behandlung für erwachsene, vorbehandelte Patienten mit Follikulärem Lymphom erhalten hatte, erfolgte nun die Zulassung für „R Quadrat“.
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Prof. Dr. Mathias Rummel, Gießen,  betonte, dass R2 einen Meilenstein für refraktäre/rezidivierte FL-Patienten darstelle, denn es gebe zwar viele Therapieoptionen für die Erstlinie, die in den FL-Leitlinien von 2017 aufgeführt sind. Doch jedes Rezidiv verschlechtere die Prognose. „R2 kombiniert zwei Wirkweisen, ohne aber gleichzeitig die Toxizität zu verdoppeln“, sagte Rummel. Die unerwünschten Wirkungen, die im im R2-Arm gegenüber dem R + Placebo-Arm mit mind. 2% mehr Häufigkeit auftraten, waren Neutropenien (58,2%), Diarrhoen (30,8%) und Leukozytopenien (28,8%).

Lenalidomid bindet an Cereblon und wirkt dadurch immunmodulatorisch, während Rituximab an CD20 auf B-Lymphozyten bindet und auf diese Weise eine direkte Antitumorwirkung ausübt, erläuterte Rummel die synergistische Wirksamkeit der Kombination.

Prof. Dr. Martin Dreyling, München, ging auf die Bedeutung im klinischen Alltag ein. „Der Patient mit einem FL wird erst spät behandelt, daher hat watch&wait auch im Algorithmus 2020 einen großen Stellenwert. Das Pulver sollte daher nicht zu früh verschossen werden.“ Unterschieden werden muss nach dem frühen Progress (Rezidiv innerhalb von 2 Jahren, POD24), was eine  schlechte Prognose mit einem Überleben von 5 Jahren gegenüber mehr als 20 Jahren in der Gesamtgruppe bedeutet. „Gerade diese Patienten mit Frührezidiven profitieren am meisten von Lenalidomid.“

Die Zulassung von R2 basiert in erster Linie auf den Ergebnissen der randomisierten, multizentrischen, doppelblinden Phase-III-Studie AUGMENT (1), die Wirksamkeit und Sicherheit von R² gegenüber Rituximab + Placebo bei vorbehandelten FL (n=295)- und Marginalzogenlymphom-Patienten (n=63) untersuchte. R2 konnte für den primären Endpunkt medianes progressionsfreies Überleben (mPFS) mit 39,4 Monaten vs. 13,8 Monaten unter R + Placebo eine statistische Verbesserung zeigen (HR=0,40; 95%-KI: 0,29-0,55; p<0,0001). Der mediane Follow-up betrug 29,2 Monate.

ab




 

Quelle: Fachpressegespräch "Neue Ansätze in der Behandlung des indolenten B-Non-Hodgkin-Lymphoms: Paradigmenwechsel durch chemofreie Therapie?", 13.12.2019, München; Veranstalter: Celgene

Literatur:

(1) Leonard JP et al. J Clin Oncol 2019;1037(14):1188-99


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