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Medizin

15. Mai 2012 Praxisleitlinie der DGS: Nasales Fentanyl bei Tumor-Durchbruchschmerzen als die effektivste Therapie empfohlen

Der diesjährige Schmerz- und Palliativtag stand im Zeichen der neuen Praxisleitlinie zur Behandlung von Tumorschmerzen, die erstmals präsentiert wurde. Transnasal appliziertes Fentanyl wie PecFent® zur Behandlung von tumorbedingten Durchbruchschmerzen bei Patienten, die bereits eine Basis-Schmerztherapie mit Opioiden erhalten, hat den Evidenzgrad A erhalten. Es wirkt schneller als oral verabreichtes Fentanyl und ist deshalb in der Lage, Durchbruchschmerzen schnell zu coupieren, betonte Dr. Johannes Horlemann, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, Kevelaer, der für die Praxisleitlinie die wissenschaftliche Literatur der letzten fünf Jahre analysiert hat. Neben der für Leitlinien üblichen literaturbasierten Evidenz gibt die Praxisleitlinie endlich auch der Experten- und Patientenmeinung Raum.

„Eine Schmerztherapie muss individuell sein – Ökonomie darf hier nicht das vorrangige Entscheidungskriterium sein“, so Horlemann. Deswegen werden erstmals auch die Patienten selbst über die Hospizbewegung und die Patientenorganisation „Deutsche Schmerzliga“ in die Evaluierung der Aussagen mit einbezogen. „Wir haben sichergestellt, dass nur solche Autoren beteiligt sind, die täglich mit der Therapie von Tumorschmerzen zu tun haben. Eminenzbasierte Empfehlungen wurden ausgeschlossen“, betonte Horlemann abschließend.

Tumor-Durchbruchschmerzen: Kurzdauernde Schmerzattacken nicht mit Morphin behandeln

Obwohl Durchbruchschmerzen bei 40 bis 80% der Tumorschmerz-Patienten auftreten, sind sie nicht leicht zu diagnostizieren. Der Arzt sollte seine Patienten und seine Angehörigen gezielt dazu befragen, um Tumor-Durchbruchschmerzen von Belastungsschmerzen (incidental pain) und End-of-dose-Schmerzen zu differenzieren. Denn von der Art der Schmerzen hängt auch deren Behandlung ab.

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Abb. 1: Tumor-Durchbruchschmerzen erreichen bereits nach kurzer Zeit die höchste Intensität. Daher kommt es in der Behandlung insbesondere auf eine schnell wirksame Therapie an.

„Mit der neuen Praxisleitlinie wird deshalb auch ein Fragebogen zur Abwägung der Therapiesicherheit bei tumorbedingten Durchbruchschmerzen zur Verfügung stehen. Die Charakteristik von Durchbruchschmerzen besteht in der Unvorhersehbarkeit und hohen Intensität bei kurzer Dauer. Dem Arzt muss klar sein, dass ein Erhöhen der Basismedikation oder die Gabe von oralem Morphin als Bedarfsmedikation keine adäquaten Instrumente für die Behandlung dieser kurzen Schmerzepisoden sind“, sagte Prof. Hans-Bernd Sittig, Stade. „Morphin hat bei Durchbruchschmerzen überhaupt keinen Stellenwert, weil nicht-retardiertes Morphin erst nach 30 Minuten, dafür aber für 4 Stunden wirkt. Die benötigte Analgesie-Dauer bei Durchbruchschmerzen beträgt meist nur 30 bis 60 Minuten. Dafür muss die Schmerzlinderung aber unmittelbar einsetzen, weswegen in der Leitlinie die nasale Applikation von Fentanyl noch vor oralem Fentanyl empfohlen wird. Das nasale Fentanyl PecFent® mit seinem pektinbasierten Wirkstoffabgabe-System, wirkt bereits nach 5 Minuten und ist systemisch wie lokal gut verträglich“ (1), betonte Sittig. PecFent® ist auch schnellwirksamem Morphinsulfat überlegen (2), das bislang in Deutschland am häufigsten bei Tumor-Durchbruchschmerzen verordnet wird.

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Literaturhinweise:
(1) Portenoy RK, Raffaeli W, Torres L et al. On behalf of the Fentanyl Nasal Spray Study 045 Investigators Group. Long-term safety, tolerability, and consistency of effect of fentanyl pectin nasal spray for breakthrough cancer pain in opioid-tolerant patients. J Opioid Manag. 2010 Sep-Oct;6(5):319-28.
(2) Davies A Sitte T, Elsner F et al. Consistency of efficacy, patient acceptability and nasal tolerability of fentanyl pectin nasal spray compared with immediate-release morphine sulphate in breakthrough cancer pain. J Pain Symptom Manage 2011 Feb; 41 (2): 358-66.

Mit freundlicher Unterstützung von Archimedes Pharma

Quelle: Meet the experts „Tumor-Durchbruchschmerzen – schnelle Linderung ist möglich“ im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages, 15.03.2012, Frankfurt; Archimedes Pharma


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