Journal Onkologie

Nachsorge

Junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überleben (young adult cancer survivors, YACS), können mit vielfältigen physischen, psychischen und sozialen Langzeitfolgen konfrontiert werden. Da spezifische Leitlinien zur Langzeitnachsorge für YACS oft fehlen, werden meist Empfehlungen aus der Kinderonkologie übernommen. Zu den häufigsten somatischen Spätfolgen zählen Sekundärneoplasien, endokrine Störungen, kardiovaskuläre, renale und Knochen­erkrankungen sowie Fertilitätsstörungen. Nur durch eine strukturierte, individuell angepasste, interdisziplinäre und lebenslange Nachsorge können Langzeitfolgen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Besondere Bedeutung kommt der Beratung zu Lebensstil, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen zu. In Deutschland existieren bereits einige spezialisierte Nachsorgeangebote. Der weitere Ausbau zu einer flächendeckenden Versorgung ist nicht nur für YACS essenziell, sondern langfristig ressourcen- und kostensparend.
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Entitätsübergreifend
Junge Lrebspatientin mit blauem Tuch um den Kopf und gelber Jacke wird von einer Nurse mit blauem Kittel umarmt.

Cancer Survivors: Regionale Lücken in der Versorgung schließen

Durch Therapiefortschritte überleben immer mehr Menschen eine Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter. Sie benötigen aber auch langfristig eine auf sie zugeschnittene Nachsorge. Inzwischen gibt es bundesweit 13 Krebszentren, die spezielle Sprechstunden anbieten. Noch fehlt aber ein flächendeckendes Versorgungsnetz, sagte Prof. Dr. Judith Gebauer, die zur Langzeitnachsorge forscht.
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Entitätsübergreifend
Junge Krebspatientin trägt ein rosafarbenes Tuch um den Kopf und einen weißen Rollkragenpullover.

Psychische Belastungen junger Krebsüberlebender: Welche Veränderungen gibt es im Langzeitverlauf?

Jugendliche und junge Erwachsene, die an Krebs erkranken und ihre Behandlung überleben, sehen sich mit besonderen psychosozialen Herausforderungen konfrontiert, da diese vulnerable Lebensphase von zentralen Entwicklungsaufgaben geprägt ist. Während sich die Überlebensraten für die meisten Tumorentitäten deutlich verbessert haben, bleibt die psychosoziale Belastung oft über Jahre bestehen. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass Jugendliche und junge Erwachsene nach der onkologischen Behandlung ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen haben. Besonders ausgeprägt sind Angst, Depression, Distress, Fatigue, kognitive Einschränkungen sowie soziale und berufliche Herausforderungen. Der langfristige Verlauf psychosozialer Belastungen ist heterogen und wird u.a. durch Spätfolgen, soziale Unterstützung und strukturelle Versorgungsangebote beeinflusst. Aktuelle Befunde unterstreichen die Notwendigkeit langfristiger, alters- und lebensphasenspezifischer Versorgungs- und Unterstützungsangebote.
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Entitätsübergreifend
Das Bild zeigt eine junge Krebspatientin mit Haarverlust, die ein türkises T-Shirt trägt und auf einem Hometrainer trainiert.
Serie: Supportive Therapien – Teil 1

Bewegung als Therapieform

Eine ganze Reihe epidemiologischer und präklinischer Studien beschreibt positive Effekte von körperlicher Aktivität bei Krebs. Komplexe Mechanismen und deren Effektoren wie Myokine sind hauptsächlich in vitro untersucht, bieten aber Ansatzpunkte für eine therapieunterstützende Wirkung. Untersuchungen auf physiologischer Ebene unterstützen die Entwicklung gezielter Bewegungstherapien für onkologische Patient:innen.
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Entitätsübergreifend
Das Bild zeigt einen Mneschen,der in seiner linken Hand eine e-Zigarette hält und blau-roten Zigarettendampf.
Rauchen ist ein wesentlicher Risikofaktor für onkologische Erkrankungen

Vollständige Kostenübernahme für Tabakentwöhnung gefordert – eine Initiative der Hessischen Krebsgesellschaft e. V.

Der Anteil der Raucher:innen in Deutschland ist mit ca. 30% hoch. Besonders bei jungen Menschen zeigt sich eine Trendumkehr. War ihre Anzahl in den vergangenen Jahren rückläufig, hat sich 2022 der Anteil tabakrauchender Jugendlicher (14-17 Jahre) von 8,7% auf 15,9% fast verdoppelt [1]. Rauchen und Passivrauchen sind der führende Grund vorzeitigen Versterbens mit jährlich über 120.000 Todesfällen. Rauchen verursacht mit über 95 Milliarden Euro Folge­kosten von 15% der Gesundheitsausgaben, zuzüglich Opportunitätskosten durch Produktivitätseinbußen von ca. 2% des Bruttoinlandsprodukts. Investitionen in die Rauchentwöhnung sind wegen dieser immensen Folgekosten eine kosteneffiziente Maßnahme [2-4]. Dieser Beitrag beleuchtet Möglichkeiten der Tabakentwöhnung.
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Weitere Inhalte:
Entitätsübergreifend
Das Bild zeigt eine Ärztin, die einer jungen Krebspatientin Testergebnisse auf einem Tablet-Bildschirm bei einem Termin im Onkologiezentrum erklärt.
Podcastserie O-Ton Onkologie

Langzeit-Nachsorge für junge Krebsüberlebende

Junge Krebsüberlebende im Alter von 15-39 Jahren – die sog. AYAs (Adolescents and Young Adults) – benötigen eine spezifische Nachsorge, da sie nach intensiven Therapien ein erhöhtes Risiko für Langzeitfolgen haben. Dr. Katharina Egger-Heidrich, Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie an der Uniklinik Dresden, stellt in dieser Podcast-Folge innovative Betreuungskonzepte und evidenzbasierte Empfehlungen für diese oft vernachlässigte Patientengruppe vor.
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Entitätsübergreifend
Arbeiten mit und nach Krebs

Was Onkolog:innen als Vorbereitung auf den ­beruflichen Wiedereinstieg anbieten können

Den Umgang mit Krebs im Businesskontext revolutionieren, das ist die Mission des Projekts #einevonacht. Ziel ist, dass Menschen lernen, über Krebs zu sprechen und gute Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten zu schaffen. Denn nur wenn die Bedürfnisse und Interessen von Betroffenen, Führungskräften, Team-Mitgliedern und Arbeitgebenden gleicher­maßen berücksichtigt werden, kann es ein wirklich nachhaltiges Miteinander geben. In diesem Artikel werden 5 Vorschläge ­gemacht, wofür Onkolog:innen die Patient:innen in Bezug auf das Arbeiten mit und nach Krebs sensibilisieren könnten.
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Medizin
Brustkrebs-Nachsorge: Soziale Teilhabe nach Therapie eingeschränkt

Brustkrebs-Nachsorge: Soziale Teilhabe nach Therapie eingeschränkt

Mit jährlich 71.000 Neuerkrankungen ist Brustkrebs die häufigste Krebsart in Deutschland. Zwar überleben immer mehr Frauen die Erkrankung, jedoch sind viele ehemalige Patientinnen nach der Therapie mit sozialen Folgen konfrontiert. Eine Studie der Medizinischen Soziologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zeigt, dass viele Frauen, die eine Brustkrebserkrankung überstanden haben, weniger am sozialen und beruflichen Leben teilnehmen als nicht Erkrankte. Die Deutsche Krebshilfe, die die Studie mit rund 110.000 Euro gefördert hat, fordert daher einen Ausbau des Krebsnachsorgeangebots.
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Entitätsübergreifend
Ein kleines Kind mit braunen Haaren trägt auf dem rechten Ohr ein Hörgerät.
Interview with Dr. Penelope Brock, London, UK

Cisplatin-induced ototoxicity in children

Cisplatin is a chemotherapy drug commonly used to treat various cancers. One of its major side effects is ototoxicity which can lead to permanent hearing loss. So patients who receive chemotherapy with cisplatin as part of their cancer treatment can expect their hearing to be impaired. Children are particularly vulnerable to cisplatin-induced hearing damage due to their developing auditory systems. ­Hearing loss from cisplatin can affect speech, language development, and overall quality of life. Ongoing research aims to find protective strategies or alternative treatments to reduce this risk in pediatric cancer patients. Dr. Penelope Brock, London, UK, explains how often children are affected, what treatment options are available and what aftercare looks like.
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Entitätsübergreifend
Herausforderungen und Perspektiven der Langzeitnachsorge in Deutschland

Survivorship nach einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter

Als „Childhood Cancer Survivors” werden Personen bezeichnet, die in ihrer Kindheit oder Jugend an Krebs erkrankt waren und die Krankheit überlebt haben. „Survivors“ bezieht sich nicht nur auf das Überleben der akuten Erkrankung, sondern umfasst auch das langfristige Leben nach der Therapie, inklusive der gesundheitlichen, psychosozialen und funktionellen Folgen. Krebs-Survivors sind zu einem großen Anteil und für viele Jahrzehnte von medizinischen und psychosozialen Spätfolgen betroffen. Um den damit verbundenen physischen und psychischen Herausforderungen umfassend gerecht zu werden, bedarf es lebenslanger, interdisziplinärer, multiprofessioneller und einheitlicher Langzeitnachsorgeprogramme. In diesem Artikel werden der Versorgungsbedarf junger Erwachsener nach einer Krebserkrankung anhand praxisnaher Fallbeispiele dargestellt, bestehende Versorgungsstrukturen genannt und laufende Projekte und Perspektiven aufgezeigt.
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Hämatologie
Arzt weist auf einem Schild auf Diagnose Hodgkin Lymphom hin.
Podcastserie O-Ton Onkologie

Morbus Hodgkin aus Sicht einer Patientin

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 2.400 Menschen an Morbus Hodgkin. Die Krankheit tritt in zwei Altersgipfeln auf: zwischen 15 bis 30 Jahren sowie bei Menschen über 50 Jahren. Zwischen dem 15. und dem 35. Lebensjahr gehört diese Erkrankung zu den 5 häufigsten Krebsdiagnosen. Dank moderner Therapieansätze sind die Heilungschancen heute sehr hoch, insbesondere bei frühzeitiger Diagnose. Dennoch können sowohl die Erkrankung selbst als auch die Behandlung physische und psychische Belastungen für die Betroffenen mit sich bringen. In der Podcastserie „O-Ton Onkologie“ wird die Erkrankung aus Sicht einer Patientin beleuchtet, die 2023 mit 23 Jahren mitten im Studium die Diagnose Morbus Hodgkin erhielt.
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Hämatologie
Röntgenaufnahme einer Oberschenkelhalsfraktur und Hüftfraktur aufgrund einer Multiplen Myelomerkrankung mit Knochenschwäche.

Belastbarkeit von Knochenveränderungen beim Multiplen Myelom

Patient:innen mit einem Multiplen Myelom (MM) können von schweren Knochendestruktionen betroffen sein, welche die Stabilität des Skelettsystems gefährden. Daher stellt sich oft die Frage, ob und in welchem Umfang diese Knochenläsionen belastbar sind. Es stehen verschiedene Klassifikationssysteme für die Beurteilung der Stabilität von Knochenläsionen zur Verfügung, allerdings wurden diese nicht speziell für das MM entwickelt und erlauben daher keine detaillierte Aussage zur Belastbarkeit des Knochens. MM-Patient:innen sollten eine individuelle orthopädische Beratung zur Knochenstabilität erhalten, um eine langfristige Immobilisation und funktionelle Einschränkungen nach Möglichkeit zu vermeiden.
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Medizin
Präzise Brustkrebsdiagnostik: Ultraschall überzeugt bei unklaren Befunden

Präzise Brustkrebsdiagnostik: Ultraschall überzeugt bei unklaren Befunden

Pro Jahr erkranken in Deutschland über 70.000 Frauen an Brustkrebs. Umso entscheidender sind präzise und verträgliche Verfahren zur Diagnostik und Nachsorge. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM) betont in ihren Leitlinien die zentrale Rolle des Brustultraschalls [1-3]. Dieser sei nicht nur eine Ergänzung zur Mammografie, sondern ein eigenständiges, strahlenfreies und wirtschaftliches Verfahren – besonders hilfreich bei dichtem Drüsengewebe oder unklaren Befunden.
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Urologische Tumoren
Logo der DGFIT
DGFIT-Symposium am 31.01.2025

Urologischer Winterworkshop in Leogang 2025

Die Deutsche Gesellschaft für Immun- und Targeted-Therapie (DGFIT) feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. In diesen 25 Jahren hat sich die Immun- und Targeted-Therapie rasant (weiter-)entwickelt und ist mittlerweile fester Bestandteil in der täglichen onkologischen Therapie. Erfreulicherweise ist diese Entwicklung auch verbunden mit einem deutlich besseren Outcome für die Patient:innen – sowohl in Bezug auf die Effektivität als auch auf die Nebenwirkungen. Auch in diesem Jahr veranstaltete die DGFIT ihr fest etabliertes Symposium auf dem Urologischen Winterworkshop in Leogang, Österreich, mit Blick auf den Status Quo der täglichen Versorgung sowie einen Ausblick in die Zukunft mit neuen Innovationen auf dem Gebiet der Immun- und Targeted-Therapie, welche die Behandlungsoptionen zeitnah mannigfaltig beeinflussen werden. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!
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Uvea-Melanom
2 gezeichnete Augen eines gesund, eines mit Uveamelanom

Uveales Melanom des hinteren Augenabschnittes: Diagnostik, Therapie, Metastasierung und Nachsorge im klinischen Kontext

Das uveale Melanom ist der häufigste primäre maligne Augentumor bei Erwachsenen. Trotz lokaler Tumorkontrolle mittels Bestrahlung oder Enukleation (Entfernung des Auges) bleibt das Risiko früher hämatogener Metastasierung – insbesondere in die Leber – hoch. Man geht heute davon aus, dass mikroskopische Metastasen bereits zum Zeitpunkt der Primärdiagnose vorliegen und über Jahre in Dormanz verbleiben können. Die Liquid Biopsy aus Serum zur Detektion zirkulierender tumorassoziierter DNA (ctDNA) wird aktuell intensiv erforscht, um molekulare Reaktivierungsprozesse dieser schlafenden Metastasen frühzeitig zu erkennen. Ziel ist eine personalisierte Nachsorge, die frühzeitig therapeutische Interventionsfenster identifiziert. Parallel gewinnen Immuntherapien, lebergerichtete Verfahren und die strukturierte Rehabilitation zunehmend an Bedeutung im multimodalen Management.
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Schilddrüsenkarzinom

Schilddrüsenkarzinome – Diagnostik und Therapie

Schilddrüsenkarzinome zählen mit einem Anteil von etwa 1% aller Karzinome zu den seltenen malignen Tumoren, sie sind jedoch die häufigsten Malignome der endokrinen Organe. Es gibt 5 verschiedene Formen von Schilddrüsenkrebs und zahlreiche Unterformen. Prof. Dr. Volker Fendrich, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Endokrine Chirurgie an der Schön Klinik Hamburg, spricht in der Podcast-Serie „O-Ton Onkologie“ über die Häufigkeit dieser Entität, die Risikofaktoren und über die Therapiemöglichkeiten.
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Entitätsübergreifend

„Recht auf Vergessenwerden“ für junge Krebsüberlebende: Forderung nach rechtlicher Gleichstellung in Deutschland

Die Initiative „Recht auf Vergessenwerden – Keine Benachteiligungen von jungen Erwachsenen mit Krebs mehr zulassen“ der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs (DSfjEmK) hat das Ziel, die soziale und ökonomische Benachteiligung junger Krebsüberlebender zu beenden (1). Beide Organisationen haben sich gemeinsam des Themas angenommen, um die Probleme junger Krebsüberlebender in Deutschland aufzuzeigen und entsprechende gesundheitspolitische Maßnahmen einzufordern.
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d-uo

6 Jahre VERSUS-Studie von d-uo

Urologische Tumorerkrankungen machten in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2020 etwa 36% aller Krebserkrankungen bei Männern bzw. 5% bei Frauen aus (1). Viele Fragen der ambulanten Diagnostik, Therapie und Nachsorge dieser Tumorerkrankungen sind in Deutschland leider unzureichend untersucht. Voraussetzung für die Erfassung und wissenschaftliche Auswertung der Versorgungsqualität urologischer Tumorerkrankungen ist deren standardisierte Dokumentation (2).
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