Journal Onkologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 66

Kopf-Hals-Tumoren (KHT) sind eine heterogene Gruppe von aggressiven Malignomen und weltweit die sechsthäufigste Tumorentität. Plattenepithelkarzinome (HNSCC) der Mundhöhle, des Oro- und Hypopharynx sowie des Larynx sind für den Großteil der KHT ursächlich. Trotz etablierter Therapiestandards bleibt die Prognose bei lokal fortgeschrittenen (LA) und rezidivierten/metastasierten (R/M) Tumoren oft ungünstig. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Entwicklungen und klinische Perspektiven der Immuntherapie, insbesondere den Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren (CPI) und neue Kombinationsstrategien, die das therapeutische Spektrum erweitern könnten.
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Plattenepithelkarzinome des Kopf-Hals-Bereichs (HNSCC) stellen eine heterogene Gruppe von malignen Tumoren dar, die in den letzten Jahrzehnten zunehmend mit Infektionen durch humane Papillomaviren (HPV) assoziiert werden. Besonders HPV-positiven (HPV+) Tumoren im Oropharynx kommt dabei eine wachsende epidemiologische und klinische Bedeutung zu. Trotz etablierter Therapiestandards sind Rückfälle häufig, und die Prognose variiert erheblich. Während die präventive Impfung gegen HPV-Hochrisikotypen mittlerweile für alle Jugendlichen empfohlen wird, sind zielgerichtete Therapieansätze im Setting der manifesten Krebserkrankung bislang kein Standard. Vor diesem Hintergrund rückt die Entwicklung therapeutischer Impfstoffe gegen HPV zunehmend in den Fokus der onkologischen Forschung (Abb. 1). Dieser Artikel beleuchtet den aktuellen Stand und die Perspektiven der therapeutischen Impfstoffentwicklung im Kontext HPV-assoziierter Kopf-Hals-Karzinome.
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Kopf-Hals-Tumoren
 9 Min|
Das Foto zeigt einen OP-Raum, in dem ein ein Arzt im grünen Kittel einen Patienten intubiert.

Atemwegsmanagement bei Tumoren der Mundhöhle

Laut den Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts nehmen Karzinome der Mundhöhle in Deutschland bei Frauen Platz 14 (1,8%) und bei Männern Platz 9 (3,5%) aller Krebserkrankungen ein. Das Atemwegsmanagement bei Patient:innen mit Karzinomen der Mundhöhle kann durch lokale, tumorbedingte anatomische Veränderungen erschwert werden. Weitere Einflussfaktoren sind eine neoadjuvante Strahlentherapie, patientenindividuelle Komorbiditäten, ein hoher Body-Mass-Index (BMI) sowie ein hohes Lebensalter. Diese Faktoren können mit einer verminderten Mobilität, insbesondere einer eingeschränkten Mundöffnung, Zungenbeweglichkeit und Kopfreklination, einhergehen. Eine sorgfältige präoperative Evaluation ist daher essenziell, um Patient:innen mit einem potenziell schwierigen Atemweg zu identifizieren und Komplikationen beim Atemwegsmanagement zu vermeiden.
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Gesundheitspolitik
 1 Min|

Krankenhäuser reagieren entsetzt auf Sparpläne der Gesundheitsministerin

Die Vertreter der Krankenhäuser in Deutschland haben entsetzt auf die Sparpläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) reagiert, mit denen sie weitere Beitragserhöhungen für die Versicherten verhindern will. „Aus Sicht der Krankenhäuser ist das ein fatales Signal„, sagte die stellvertretende Chefin der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Henriette Neumeyer, der „Augsburger Allgemeinen“.
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ESMO 2025
 2 Min|
Visugromab verbessert Ansprechen auf Nivolumab beim muskelinvasiven Blasenkarzinom
ESMO 2025

Visugromab verbessert Ansprechen auf Nivolumab beim muskelinvasiven Blasenkarzinom

Die neoadjuvante Chemotherapie beim muskelinvasiven Blasenkarzinom zeigt begrenzte Aktivität und erhebliche Toxizität. Anti-PD-(L)1-Monotherapien erreichen vergleichbare pathologische Komplettremissionsraten bei verbesserter Verträglichkeit. Kürzlich wurde der Growth and Differentiation Factor 15 (GDF-15) als Schlüsselmediator der Resistenz gegen PD-(L)1-Blockade bei metastasierten soliden Tumoren identifiziert, was einen neuen Ansatzpunkt zur Verbesserung der Immuntherapie darstellt. Die multizentrische GDFather-NEO-Studie untersuchte daher Visugromab in Kombination mit Nivolumab versus Nivolumab plus Placebo bei Patient:innen mit neu diagnostiziertem muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC).
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ESMO 2025
 2 Min|
ESMO 2025

CPI-RR Melanom: mRNA-4359 + Pembrolizumab zeigt klinische Aktivität

mRNA-4359 ist eine neuartige mRNA-basierte Therapie, die PD-L1- und IDO1-Antigene kodiert, um T-Zell-Reaktionen gegen Tumorzellen und immunsuppressive Zellen auszulösen. Sie wird in einer laufenden Phase-I/II-Studie (NCT05533697) als Monotherapie oder in Kombination mit dem Checkpoint-Inhibitor (CPI) Pembrolizumab untersucht. Frühere Daten zeigten eine gute Verträglichkeit in allen Monotherapie-Dosierungen. Beim ESMO 2025 wurden klinische Ergebnisse und Sicherheitsdaten aus der vollständig rekrutierten Kohorte von Patient:innen mit CPI-resistentem/refraktärem (CPI-RR) Melanom präsentiert, die mit mRNA-4359 + Pembrolizumab behandelt wurde [1].
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Kolorektales Karzinom
 2 Min|
ESMO 2025

MSI-H kolorektale Karzinome: Immunkombination schlägt sich wacker

Patient:innen mit metastasierten MSI-H kolorektalen Karzinomen werden mit einer Immuntherapie behandelt. Eine Option ist Nivolumab plus Ipilimumab, zugelassen auf Basis der CheckMate 8HW-Studie. Auch nach längerem Follow-up war die Kombi wirksamer als eine Chemo- und eine Nivolumab-Monotherapie, wie auf der Jahrestagung der European Society For Medical Oncology (ESMO) 2025 in Berlin berichtet wurde.
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Medizin
 3 Min|

Robotik-System erkennt Lungenkrebs im Frühstadium präzise

Wenn Lungenkrebs entsteht, verursacht er meist keine Symptome und wird daher häufig erst spät erkannt. Neueste Technik revolutioniert jetzt die Untersuchung bei Verdacht auf Lungenkrebs und ermöglicht Ärzt:innen eine hochpräzise Diagnose – ein Durchbruch in der Früherkennung einer der tödlichsten Krebserkrankungen. Die hochspezialisierten und DKG-zertifizierten Lungenkrebszentren in Berlin und Wiesbaden setzen nun auf das innovative roboterassistierte Bronchoskopie-System.
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Gesundheitspolitik
 2 Min|

Krankenstand 2024 auf Rekordniveau

Die Zahl der krankheitsbedingten Ausfälle von Beschäftigten ist einer Auswertung der Krankenkasse AOK zufolge auch in diesem Jahr hoch. Haupttreiber sind demnach weiterhin die Atemwegserkrankungen. „Sie erreichten im Februar 2025 einen neuen Höchststand und haben sich seit April 2025 auf einem etwas niedrigeren Niveau eingependelt als in den Vergleichsmonaten des Jahres 2024", teilte die AOK mit. Die Gesamtbilanz des Jahres 2025 werde aber vermutlich ähnlich hoch ausfallen wie im Vorjahr. Seit September seien die Erkältungs- und Grippefälle bereits wieder mehr geworden, ebenso die Corona-Infektionen.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Menin-Inhibitor wirksam bei NPM1-mutierter AML

Patient:innen mit rezidivierter oder refraktärer NPM1-mutierter AML haben eine besonders schlechte Prognose mit progressiv schlechteren Ansprech- und Überlebensraten bei jeder weiteren Therapielinie. Besonders Venetoclax-exponierte Patient:innen haben nur sehr wenige verbleibende Therapieoptionen und erhalten häufig ineffektive niedrigintensive Chemotherapien mit schlechter Remissionsrate. Die KOMET-001-Studie untersucht den Menin-Inhibitor Ziftomenib als neue Behandlungsoption für diese schwer zu behandelnde Patient:innengruppe.
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Medizin
 2 Min|
Neue Radioimmunotherapie macht resistente Krebsarten angreifbar

Neue Radioimmunotherapie macht resistente Krebsarten angreifbar

Tumoren schützen sich oft mit einem dichten Stützgewebe und speziellen Proteinen vor der körpereigenen Abwehr. Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Weg gefunden, diese Schutzschicht zu durchbrechen. Maßgeblich daran beteiligt sind auch Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) am Partnerstandort Essen/Düsseldorf. Ihre Erkenntnisse wurden jüngst in Signal Transduction and Targeted Therapy publiziert, einem Fachjournal der Nature-Verlagsgruppe.
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Medizin
 4 Min|

Individuelle Therapieentscheidungen beim ER+/HER2- metastasierten Mammakarzinom: ESR1-Mutationsstatus als Wegweiser für die 2nd-Line-Therapie

Trotz Fortschritten in der endokrinen Behandlung von PatientInnen mit ER+/HER2- metastasiertem Mammakarzinom stellt die Entwicklung therapielimitierender Resistenzmechanismen eine zentrale Herausforderung in der Brustkrebs-Therapie dar. Die Voraussetzung der Therapie mit Elacestrant ist die einzig zugelassene Testung auf ESR1-Mutationen mittels Liquid Biopsy und ermöglicht es, frühzeitig Mutationen zu identifizieren, die klinisch relevante Konsequenzen für die weiterführenden Therapieoptionen haben.
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Medizin
 2 Min|
Neue KI macht Prostatakrebs-Diagnose präziser und sicherer

Neue KI macht Prostatakrebs-Diagnose präziser und sicherer

Die Einschätzung der Aggressivität von Prostatakrebs erfolgt bislang vor allem durch das sogenannte Gleason-Grading – eine Analyse des Krebsgewebes im Pathologie-Labor, die mit hoher Subjektivität verbunden ist. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hat nun ein neuartiges, erklärbares KI-Modell entwickelt, das die Diagnostik von Prostatakarzinomen transparenter und weniger fehleranfällig machen soll.
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Gesundheitspolitik
 2 Min|

Pflegereform: Bund und Länder wollen Leistungen überprüfen und vereinfachen

In der Pflegeversicherung wollen Bund und Länder grundsätzlich an Pflegegraden festhalten, doch die konkreten Leistungen überprüfen und vereinfachen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mit. Zuvor hatte die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege„ in einer digitalen Sitzung Zwischenergebnisse der Fachebene erörtert, wie es hieß. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte: „Eine umfassende Reform ist überfällig.“ Bund und Ländern müsse eine Kraftanstrengung gelingen. Die Wirkung bisheriger Leistungen müsse aus Effizienzgründen auf den Prüfstand.
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Entitätsübergreifend
 2 Min|

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate mit Blick auf okuläre Verträglichkeit

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) kombinieren die Spezifität monoklonaler Antikörper mit der Wirksamkeit zytotoxischer Substanzen und stellen einen bedeutenden Fortschritt in der präzisionsorientierten Onkologie dar. Im Rahmen einer Veranstaltung wurden aktuelle Daten zur Wirksamkeit von ADCs in Kombinationstherapien sowie zu okulären Nebenwirkungen und deren Management beleuchtet.
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