Journal Onkologie

Kopf-Hals-Tumoren

Medizin
Immuntherapie: Pembrolizumab eröffnet erstmals Chance auf Heilung bei fortgeschrittenem Mundhöhlenkrebs

Immuntherapie: Pembrolizumab eröffnet erstmals Chance auf Heilung bei fortgeschrittenem Mundhöhlenkrebs

Unklare weißliche oder rötliche Flecken in der Mundschleimhaut können frühe Warnzeichen für Mundhöhlenkrebs sein – eine Erkrankung, an der in Deutschland laut Zahlen des Robert Koch-Institutes rund 13.000 Menschen jährlich neu erkranken. Die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG) weist darauf hin, dass eine neue internationale Studie nun erstmals zeigt, dass der Immuntherapie-Wirkstoff Pembrolizumab auch für Patient:innen mit Mundhöhlenkrebs in fortgeschrittenen Krankheitsstadien Heilungschancen eröffnen kann. Das Medikament ist jetzt für die Therapie lokal begrenzter Tumoren in der Mundhöhle auch zugelassen und wird von den Kassen übernommen. Expert:innen der DGMKG begrüßen die neue Therapieoption.
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Kopf-Hals-Tumoren
Ein Arzt in weißem Kittel und Stethoskop um den Hals hält ein durchsichtiges Schild mit der Aufschrift "Head and Neck Cancer" hoch

Aktuelle Entwicklungen bei der Therapie fortgeschrittener Kopf-Halstumoren

Fortgeschrittene Plattenepithelkarzinome der Kopf-Hals-Region (HNSCC) haben eine anhaltend schlechte Prognose. HNSCC in den UICC-Stadien III und IV rezidivieren und metastasieren häufig trotz multimodaler Therapie und weisen eine hohe Mortalität auf. Zielgerichtete Behandlungsoptionen für rekurrente und/oder metastasierte (R/M) HNSCC umfassen bislang die Immuncheckpoint-Inhibition (ICI) und die Hemmung des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR), bedauerlicher­weise mit niedrigen Ansprechraten. Neue Ansätze zur Verbesserung der Therapie fortgeschrittener und R/M HNSCC werden in Forschung und Entwicklung und in klinischen Studien verfolgt. Ein wesentlicher Aspekt ist die Behandlung in früheren Stadien der Erkrankung und kürzlich veröffentlichte Phase-III-Studien zeigen hierzu ermutigende Ergebnisse (KEYNOTE-689 und NIVOPOSTOP), welche gerade Einzug in die Klinik finden. Ferner werden Durchführbarkeit und Wirksamkeit von Kombinationstherapien aus ICI und Anti-EGFR-Wirkstoffen untersucht – mit positiven Ergebnissen. Zudem ist eine Biomarker-basierte Behandlungsentscheidung bei Pembrolizumab- (ICI) und Cetuximab (Anti-EGFR-Antikörper)-Gabe anzustreben, jedoch fehlen verlässliche molekulare Marker zur Prädiktion der Therapieantwort. Klinische Bemühungen werden vermehrt durch translationale (Begleit-)Studien/Untersuchungen ergänzt, die eine detaillierte Kenntnis von Signalwegen und Effektormolekülen im Rahmen von ICI- und Anti-EGFR-Therapien von HNSCC liefern. Molekulare Daten sind eine zentrale Grundlage für die Definition prädiktiver Biomarker und die Identifizierung kombinierbarer Zielstrukturen bei der Behandlung fortgeschrittener HNSCC. Substanzielle Fortschritte sind hier zu verbuchen, über die wir berichten.
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Kopf-Hals-Tumoren
Perioperative Behandlung von lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren - neue Indikation für Pembrolizumab

Perioperative Behandlung von lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren – neue Indikation für Pembrolizumab

In der Behandlung von lokal fortgeschrittenen, resezierbaren Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich mit PD-L1-Expression (Combined Positive Score ≥ 1) gibt es einen möglichen neuen Therapiestandard: Durch die sowohl neoadjuvante als auch adjuvante Hinzunahme des Checkpoint-Inhibitors Pembrolizumab zur bisherigen Standardtherapie lässt sich das ereignisfreie Überleben (EFS) signifikant verbessern. Auch beim Gesamtüberleben scheint sich ein Vorteil abzuzeichnen.
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Entitätsübergreifend
Maligne solide Tumoren: Neue Behandlungsoptionen geben Hoffnung bei fortgeschrittenen Erkrankungen

Maligne solide Tumoren: Neue Behandlungsoptionen geben Hoffnung bei fortgeschrittenen Erkrankungen

Auf dem ESMO 2025 wurden aktuelle Studienergebnisse zu Amivantamab beim nicht-HPV-bedingten, rezidivierten oder metastasierten Plattenepithelkarzinom im Kopf- und Halsbereich (R/M HNSCC) präsentiert sowie zur neaoadjuvanten Therapie mit TAR-200, einem neuartigen intravesikalen Arzneimittelabgabesystems plus Cetrelimab vor einer Zystektomie beim muskelinvasiven Harnblasenkarzinom.
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ESMO 2025
ESMO 2025

R/M HNSCC: Carboplatin, Paclitaxel und Cetuximab als Zweitlinientherapie nach Fortschreiten der Erkrankung unter Immuntherapie

Auf der Jahrestagung der European Society of Medical Oncology (ESMO) 2025 wurde eine Studie vorgestellt, in der Patient:innen mit rezidiviertem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (R/M HNSCC) eine simultane wöchentliche Gabe von Carboplatin, Paclitaxel und Cetuximab (PTC) als Zweitlinientherapie (2L) nach Krankheitsprogression unter Immuntherapie erhalten hatten [1]. Ziel dieser Analyse war die Beurteilung von Wirksamkeit, Toxizität und Krankheitskontrolle dieser Kombinationstherapie in dieser Patientengruppe.
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Kopf-Hals-Tumoren

sEVs programmieren Makrophagen um und fördern die Metastasenbildung bei HNSCC

Warum metastasieren Kopf-Hals-Tumoren (HNSCC) so häufig? Eine aktuelle Studie liefert neue Antworten: Kleine extrazelluläre Vesikel (sEVs) aus dem Plasma von HNSCC-Patient:innen beeinflussen das Tumormikromilieu, programmieren Makrophagen in einen tumorfördernden Phänotyp um, schwächen die Immunantwort durch Hemmung zytotoxischer T-Zellen und fördern die Migration von Tumorzellen. Damit rücken sEVs und Tumor-assoziierte Makrophagen (TAMs) in den Fokus potenzieller neuer Therapieansätze.
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Kopf-Hals-Tumoren
Das Bild zeigt einen Menschen mit weißem Kittel und Stethoskop, der ein Schild hochhält, auf dem Head and Neck Cancer steht.

Immunonkologie bei Kopf-Hals-Tumoren: Aktuelle Entwicklungen und klinische Perspektiven

Kopf-Hals-Tumoren (KHT) sind eine heterogene Gruppe von aggressiven Malignomen und weltweit die sechsthäufigste Tumorentität. Plattenepithelkarzinome (HNSCC) der Mundhöhle, des Oro- und Hypopharynx sowie des Larynx sind für den Großteil der KHT ursächlich. Trotz etablierter Therapiestandards bleibt die Prognose bei lokal fortgeschrittenen (LA) und rezidivierten/metastasierten (R/M) Tumoren oft ungünstig. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Entwicklungen und klinische Perspektiven der Immuntherapie, insbesondere den Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren (CPI) und neue Kombinationsstrategien, die das therapeutische Spektrum erweitern könnten.
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Kopf-Hals-Tumoren
Das Foto zeigt mehrere Spritzen mit Nadel, auf einer Spritze steht HPV.

HPV+ Kopf-Hals-Tumoren: Neue Perspektiven durch therapeutische HPV-Vakzine

Plattenepithelkarzinome des Kopf-Hals-Bereichs (HNSCC) stellen eine heterogene Gruppe von malignen Tumoren dar, die in den letzten Jahrzehnten zunehmend mit Infektionen durch humane Papillomaviren (HPV) assoziiert werden. Besonders HPV-positiven (HPV+) Tumoren im Oropharynx kommt dabei eine wachsende epidemiologische und klinische Bedeutung zu. Trotz etablierter Therapiestandards sind Rückfälle häufig, und die Prognose variiert erheblich. Während die präventive Impfung gegen HPV-Hochrisikotypen mittlerweile für alle Jugendlichen empfohlen wird, sind zielgerichtete Therapieansätze im Setting der manifesten Krebserkrankung bislang kein Standard. Vor diesem Hintergrund rückt die Entwicklung therapeutischer Impfstoffe gegen HPV zunehmend in den Fokus der onkologischen Forschung (Abb. 1). Dieser Artikel beleuchtet den aktuellen Stand und die Perspektiven der therapeutischen Impfstoffentwicklung im Kontext HPV-assoziierter Kopf-Hals-Karzinome.
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Kopf-Hals-Tumoren
Das Foto zeigt einen OP-Raum, in dem ein ein Arzt im grünen Kittel einen Patienten intubiert.

Atemwegsmanagement bei Tumoren der Mundhöhle

Laut den Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts nehmen Karzinome der Mundhöhle in Deutschland bei Frauen Platz 14 (1,8%) und bei Männern Platz 9 (3,5%) aller Krebserkrankungen ein. Das Atemwegsmanagement bei Patient:innen mit Karzinomen der Mundhöhle kann durch lokale, tumorbedingte anatomische Veränderungen erschwert werden. Weitere Einflussfaktoren sind eine neoadjuvante Strahlentherapie, patientenindividuelle Komorbiditäten, ein hoher Body-Mass-Index (BMI) sowie ein hohes Lebensalter. Diese Faktoren können mit einer verminderten Mobilität, insbesondere einer eingeschränkten Mundöffnung, Zungenbeweglichkeit und Kopfreklination, einhergehen. Eine sorgfältige präoperative Evaluation ist daher essenziell, um Patient:innen mit einem potenziell schwierigen Atemweg zu identifizieren und Komplikationen beim Atemwegsmanagement zu vermeiden.
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Kopf-Hals-Tumoren
Adjuvantes Nivolumab ergänzend zur RCT verbessert krankheitsfreies Überleben beim resezierten LA-SCCHN mit hohem Rezidivrisiko
ASCO 2025

Adjuvantes Nivolumab ergänzend zur RCT verbessert krankheitsfreies Überleben beim resezierten LA-SCCHN mit hohem Rezidivrisiko

Die randomisierte Phase-III-Studie NIVOPOSTOP (GORTEC 2018-01) untersuchte, ob die Anti-PD-1-Checkpoint-Inhibition mit Nivolumab als postoperative Behandlungskomponente ergänzend zu einer Radiochemotherapie (RCT) mit Cisplatin bei Hochrisikopatient:innen mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-/Hals-Bereich (LA-SCCHN) das Rezidivrisiko vermindert kann. Die Antwort lautet „Ja“., wie die bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2025 als Late Breaking Abstract präsentierten Ergebnisse der Studie zeigen (1). Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass eine adjuvante Behandlung bei Hochrisikoerkrankten mit LA-SCCHN eine Überlegenheit gegenüber der Standardtherapie mit Cisplatin und Strahlentherapie zeigen konnte.
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Kopf-Hals-Tumoren
KEYNOTE-689: Signifikante Verbesserung des EFS bei resezierbarem HNSCC unter Pembrolizumab

KEYNOTE-689: Signifikante Verbesserung des EFS bei resezierbarem HNSCC unter Pembrolizumab

Auf der Jahrestagung 2025 der American Association for Cancer Research (AACR) wurden Ergebnisse der Phase-III-Studie KEYNOTE-689 vorgestellt. In dieser Studie wurde Pembrolizumab im Rahmen eines perioperativen Schemas bei Patient:innen mit resezierbarem lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region untersucht. Die Behandlung umfasste eine neoadjuvante Monotherapie vor der Operation sowie eine adjuvante Kombination mit Strahlentherapie (mit oder ohne Cisplatin), gefolgt von einer Erhaltungstherapie. Die erste Interimsanalyse zeigte eine signifikante Verlängerung des ereignisfreien Überlebens (EFS) im Vergleich zur alleinigen adjuvanten Standard-Strahlentherapie. Deutschland war mit 73 Patient:innen an 12 Prüfzentren an der Studie beteiligt.
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Kopf-Hals-Tumoren
Schematische Darstellung Kopf-Hals-Tumoren

Cetuximab: Q2W-Verabreichung ebenso sicher und wirksam wie Q1W

Cetuximab ist ein etablierter Therapiebaustein für das metastasierte Kolorektalkarzinom (mCRC) sowie das Platten­epithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (SCCHN) [1]. Mit der kürzlich erfolgten Zulassungserweiterung ist Cetuximab der erste gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) gerichtete Antikörper, der beim mCRC und beim rezidivierenden und/oder metastasierenden (R/M) SCCHN sowohl wöchentlich (Q1W) als auch 2-wöchentlich (Q2W) verab­reicht werden darf. Diese Flexibilität des Behandlungsschemas erweitert die therapeutischen Optionen der behandelnden Ärzt:innen zur zeitlichen Koordination von Chemotherapie und Antikörper-Gabe und dient zudem dem Patientenwohl im Sinne einer individuelleren Auswahl der Therapieintervalle von Cetuximab. Eine Fülle von Studien­ergebnissen belegt, dass die Q2W-Verabreichung wirksam, sicher und dabei vergleichbar mit dem Q1W-Verabreichungsschema ist. Die wichtigsten Daten sollen im Folgenden zusammenfassend dargestellt werden.
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Dermatologische Tumoren

ESMO 2024: Nach Versagen von Checkpoint-Inhibitoren ist Paclitaxel + Cetuximab eine potenzielle Zweitlinientherapie bei r/m SCCHN

Die Definition einer optimalen Zweitlinientherapie für Patient:innen mit rezidivierendem/metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-Bereichs (r/m SCCHN), bei denen die Krankheit während einer Standard-Immuntherapie auf Pembrolizumab-Basis fortschreitet, stellt einen wichtigen „unmet need“ dar. In der prospektiven multizentrischen internationalen Phase-II-Studie PaceAce wurde daher die Wirksamkeit von Paclitaxel (PTX) + Cetuximab (C) in dieser speziellen Patientengruppe untersucht (1).
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Endokrine Tumoren

Maligne Speicheldrüsentumoren

Speicheldrüsenkarzinome sind seltene Tumoren, die 3-6% der malignen Kopf-Hals-Tumoren ausmachen und hauptsächlich in der Ohrspeicheldrüse (Gl. parotis) auftreten. Die kurative Therapie basiert vor allem auf einer vollständigen chirurgischen Entfernung des Tumors und Neck Dissection. Bei Tumoren, die den Nervus facialis nicht infiltrieren, ist der Nerven­erhalt von entscheidender Bedeutung, da dies maßgeblich zur Erhaltung der Lebensqualität beiträgt. Falls jedoch eine Infiltration des N. facialis vorliegt, sollte so viel wie möglich des nicht betroffenen Nervengewebes bewahrt werden, um eine primäre Rekonstruktion zu ermöglichen. Bei malignen Tumoren mit Risikofaktoren, wie knappen Resektionsrändern oder Lymphknotenbefall, wird eine postoperative Strahlentherapie empfohlen. Chemotherapie spielt in der kurativen Behandlung keine Rolle, wird jedoch in palliativen Fällen eingesetzt, obwohl sie begrenzte Wirksamkeit zeigt. Neue Ansätze zur zielgerichteten Therapie, darunter Tyrosinkinase-Inhibitoren, HER2- und Immuncheckpoint-Inhibitoren, gewinnen an Bedeutung, sind aber noch nicht im klinischen Standard etabliert. Die Prognose variiert stark je nach Tumortyp und Staging, wobei eine präzise histologische und molekulare Diagnostik entscheidend für die Therapieplanung ist.
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Diagnostik

Liquid Biopsy bei Kopf-Hals-Tumoren für die klinische Diagnostik

Die Liquid Biopsy oder Flüssigbiopsie, also die Untersuchung von Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel, könnte Diagnostik und Therapiestrategien bei Patient:innen mit Kopf-Hals-Tumoren entscheidend verbessern. Ein besonderer Fokus bisheriger Forschungsansätze liegt dabei auf der Untersuchung zirkulierender Tumor-DNA als Biomarker zur Überwachung der Krankheitslast, zur Identifizierung von minimaler Resterkrankung (MRD) oder zur Rezidivfrüherkennung. Allerdings erfordert die klinische Anwendung von Liquid-Biopsy-Testungen eine hohe diagnostische Genauigkeit und die Validierung in prospektiven Studien anhand von repräsentativen Patientenkohorten. Diese Übersichtsarbeit stellt die Fortschritte auf dem Gebiet der Liquid Biopsy bei malignen Kopf-Hals-Tumoren dar und diskutiert Studienergebnisse, insbesondere im Hinblick auf Unterschiede zwischen humanem Papillomavirus (HPV)-vermittelten und HPV-negativen Karzinomen.
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Diagnostik

Biomarker aus dem Speichel zur Bestimmung des Rezidivrisikos von Mund- und Rachentumoren

Der Gehalt des Zelloberflächenproteins CD44 und des Gesamtproteins im Speichel könnte bei Patient:innen mit Mund- und Rachentumoren als Biomarker genutzt werden, um das Rezidivrisiko zu bestimmen. In einer nicht-randomisierten Studie, die im JAMA Otolaryngology-Head & Neck Surgery veröffentlicht wurde, setzen Dr. Elizabeth Franzmann, Miami, USA, und ihr Team einen einfachen Speichelspültest zum Nachweis von CD44 und dem Gesamtproteingehalt bei Patient:innen mit Mund- und Rachenkrebs ein. Der Proteingehalt im Speichel korrelierte dabei signifikant mit dem Risiko für ein Rezidiv.
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Kopf-Hals-Tumoren

Maligne Speicheldrüsentumoren

Speicheldrüsenkarzinome sind seltene Tumoren, die 3-6% der malignen Kopf-Hals-Tumoren ausmachen und hauptsächlich in der Ohrspeicheldrüse (Gl. parotis) auftreten. Die kurative Therapie basiert vor allem auf einer vollständigen chirurgischen Entfernung des Tumors und Neck Dissection. Bei Tumoren, die den Nervus facialis nicht infiltrieren, ist der Nerven­erhalt von entscheidender Bedeutung, da dies maßgeblich zur Erhaltung der Lebensqualität beiträgt. Falls jedoch eine Infiltration des N. facialis vorliegt, sollte so viel wie möglich des nicht betroffenen Nervengewebes bewahrt werden, um eine primäre Rekonstruktion zu ermöglichen. Bei malignen Tumoren mit Risikofaktoren, wie knappen Resektionsrändern oder Lymphknotenbefall, wird eine postoperative Strahlentherapie empfohlen. Chemotherapie spielt in der kurativen Behandlung keine Rolle, wird jedoch in palliativen Fällen eingesetzt, obwohl sie begrenzte Wirksamkeit zeigt. Neue Ansätze zur zielgerichteten Therapie, darunter Tyrosinkinase-Inhibitoren, HER2- und Immuncheckpoint-Inhibitoren, gewinnen an Bedeutung, sind aber noch nicht im klinischen Standard etabliert. Die Prognose variiert stark je nach Tumortyp und Staging, wobei eine präzise histologische und molekulare Diagnostik entscheidend für die Therapieplanung ist.
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Medizin

Neues bildgebendes Analyseverfahren revolutioniert die Diagnostik von Kopf- und Halstumoren

Krebserkrankungen des Kopfes und Halses gehören weltweit zu den 10 häufigsten Krebsarten. Kopf-Hals-Tumoren machen etwa 3-5% aller Krebsfälle aus, wobei Plattenepithelkarzinome die vorherrschende Form sind. Sie treten in Bereichen wie Mundhöhle, Rachen und Kehlkopf auf. Ein internationales Forscherteam hat nun eine neue Technik entwickelt, mit der die Eigenschaften von Krebszellen und des sie umgebenden Gewebes auf der Ebene einzelner Zellen genau analysiert werden können. Diese Innovation ermöglicht eine umfassendere Beurteilung der Prognose und des Therapieansprechens bei Kopf-Hals-Krebs und ebnet den Weg für eine präzisere Diagnose.
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