Journal Onkologie

Hämatologie | Beiträge ab Seite 61

Überblick

Hämatologie: Komplexes Fachgebiet der Inneren Medizin

Die Hämatologie (von altgriech. haima = Blut und logos = Lehre) ist das medizinische Fachgebiet, welches sich mit Erkrankungen des Blutes sowie der blutbildenden und lymphatischen Organe befasst. Als Teilgebiet der Inneren Medizin ist sie eng mit anderen Disziplinen wie der Onkologie, Immunologie, Transfusionsmedizin und Infektiologie vernetzt. Das Spektrum hämatologischer Erkrankungen reicht von häufigen benignen Störungen – etwa Eisenmangelanämie, Thalassämien oder Gerinnungsstörungen wie der von-Willebrand-Erkrankung – bis hin zu malignen Neoplasien wie akuten und chronischen Leukämien, malignen Lymphomen oder dem Multiplen Myelom. Während unkomplizierte Formen gutartiger Bluterkrankungen oft hausärztlich behandelt werden können, erfordern komplexe oder bösartige hämatologische Erkrankungen die Expertise spezialisierter Fachärzt:innen für Hämatologie und Onkologie [1].
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Medizin
 5 Min|

NSCL und TNBC: Wie wirkt Patritumab-Deruxtecan?

Neue Daten zu Patritumab-Deruxtecan (HER3-DXd) zeigten in 2 frühen Studien ein klinisch bedeutsames und dauerhaftes Ansprechen bei vorbehandelten Patient:innen mit HER3-exprimierendem metastasierten Mamma- oder fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) ohne EGFR-aktivierende Mutationen. Diese Daten wurden im Rahmen einer „oral presentation“ (Abstract #1002) bzw. einer „poster discussion session“ (Abstract #9017) auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2022 vorgestellt.
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Medizin
 2 Min|

r/r FL: EU-Zulassung für Mosunetuzumab als Monotherapie

Die Europäische Kommission (EMA) hat Mosunetuzumab als Monotherapie für die Behandlung erwachsener Patient:innen mit rezidivierendem oder refraktärem follikulärem Lymphom (r/r FL), die mindestens 2 vorherige systemische Behandlungen erhalten haben, zugelassen (1). Mosunetuzumab repräsentiert als T-Zellen-rekrutierender Anti-CD20/CD3-Antikörper ein neues Wirkprinzip zur Therapie von Patient:innen mit B-Zell-Lymphomen und ist der erste und einzige bispezifische Antikörper zur Behandlung des FL.
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Hämatologie
 6 Min|

Chronische myeloische Leukämie (CML)

Die chronische myeloische Leukämie ist eine langsam fortschreitende, maligne Erkrankung des blutbildenden Systems, die zu den myeloproliferativen Neoplasien zählt. Genetische Veränderungen in weißen Blutkörperchen führen zur unkontrollierten Vermehrung maligner Zellen bis hin zur Blastenkrise. Mithilfe einer zielgerichteten Therapie mit Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) wie Imatinib lässt sich eine frühzeitig erkannte Erkrankung gut beherrschen und häufig eine relativ normale Lebenserwartung erreichen.
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O-Ton Onkologie Staffel 1
 2 Min|

Impfen gegen Krebs – Welche Zukunft hat die Peptid-basierte Immuntherapie?

Wie funktioniert die Peptid-basierte Immuntherapie? Kann sie bei allen onkologischen Entitäten eingesetzt werden? Und was hat es eigentlich mit dem Warenhausprinzip auf sich? Die Antworten gibt Prof. Dr. Juliane Walz, W3-Professur Peptid-basierte Immuntherapie, Universitätsklinikum Tübingen, und Abteilungsleitung der Klinischen Kooperationseinheit (KKE) Translationale Immunologie im Gespräch mit Dr. Judith Besseling und Jochen Schlabing.
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Mammakarzinom
 2 Min|

Hauttumoren und Mesotheliom

In der Juni-Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE 2022 stellen maligne Hauttumoren den thematischen Schwerpunkt dar. Dabei werden die aktuellen Behandlungsoptionen beim malignen Melanom sowie beim Merkelzellkarzinom vorgestellt. Außerdem gibt es wieder einige spannende Fortbildungen. So können Sie beispielsweise mit der wiederaufgenommenen Fortbildung zum Mesotheliom 2 CME-Punkte erwerben. Zudem gibt es ein Interview zum „triple-positiven Mammakarzinom“, eine Übersichtsarbeit zur Genommedizin und noch vieles mehr.
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Mammakarzinom
 5 Min|

HER2+ mBC: ADC Trastuzumab-Deruxtecan überzeugt beim ESMO Breast Cancer 2022

In einer Phase-III-Studie erzielte das seit Februar 2022 zugelassene Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Trastuzumab-Deruxtecan (T-DXd) beim HER2-positiven, metastatasierenden Mammakarzinom im Vergleich zu Trastuzumab-Emtansin (T-DM1) in der patientenbeurteilten Lebensqualität bessere Ergebnisse in vielen Bereichen – allerdings bei höherer Toxizität. Zudem erwies sich das neue ADC wirksam bei aktiven Hirnmetastasen.
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Hämatologie
 3 Min|

PILOT-Studie: Liso-cel als Zweitlinientherapie beim r/r LBCL führt zu hohen Ansprechraten

Auf dem diesjährigen ASCO wurden Ergebnisse der Phase-II-Studie PILOT vorgestellt (NCT03483103) (1): Hier wurde die CAR-T-Zell-Therapie Lisocabtagen-Maraleucel (Liso-cel) evaluiert – als Zweitlinientherapie bei Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem großzelligen B-Zell-Lymphom (r/r LBCL), bei denen eine hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) nicht in Frage kam. Bei Patient:innen mit r/r LBCL nach Erstlinienbehandlung, die sich keiner Hochdosis-Chemotherapie (HDCT) und HSCT unterziehen können, sind die Behandlungsmöglichkeiten sehr limitiert.
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Hämatologie
 5 Min|

CLL mit del(17p): 6-Jahres-Follow-up bestätigt Langzeit-Wirksamkeit von Venetoclax

Im Rahmen des EHA-Kongresses wurden aktuelle Daten einer Phase-II-Studie, in der Patient:innen mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) mit del(17p) und/oder mutiertem TP53 mit Venetoclax behandelt wurden, gezeigt (1). Demnach waren nach einem medianen Follow-up von 70 Monaten 48% der Patient:innen am Leben, 24% waren progressionsfrei und 16% waren noch unter Venetoclax-Therapie. Dies bestätigt die Langzeit-Aktivität von Venetoclax in der Hochrisiko-Population mit del(17p) CLL und median 2 vorherigen Therapielinien. Genanalysen haben zudem ergeben, dass einzig eine SF3B1-Mutation einen ungünstigen prognostischen Faktor darstellt. Andere ungünstige Faktoren (wie > 1 TP53-Mutation, NOTCH1-Mutationen, nicht-mutiertes IGHV) hatten keinen Einfluss auf das Outcome der Patient:innen in dieser Kohorte.
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Hämatologie
 4 Min|

r/r B-Zell-NHL: Erneute Mosunetuzumab-Behandlung ist wirksam und gut verträglich

Auf dem EHA-Kongress wurden Daten einer Studie vorgestellt, die gezeigt haben, dass eine erneute i.v.-Monotherapie mit Mosunetuzumab bei stark vorbehandelten Patient:innen mit rezidiviertem/refraktärem Non-Hodgkin-Lymphom (r/r NHL), die initial bereits eine komplette Remission (CR) unter einer Mosunetuzumab-Monotherapie erreicht hatten, aber im Anschluss daran eine Krankheitsprogression (PD) entwickelten, wirksam war (1). Eine Wiederbehandlung mit Mosunetuzumab hatte ein handhabbares Sicherheitsprofil, das dem der initialen Behandlung entsprach.
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Hämatologie
 4 Min|

AML: Prädiktive Marker für Langzeitüberleben mit oralem Azacitidin identifiziert

Orales Azacitidin zeigte bei älteren Patient:innen mit akuter myeloischer Leukämie (AML) in erster Remission nach intensiver Chemotherapie in der QUAZAR AML-001-Studie eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS). Mehr als ein Drittel war ≥ 3 Jahre nach der Randomisierung noch am Leben. Beim EHA 2022 wurde nun eine Analyse vorgestellt, die klinische und biologische Faktoren untersuchte, die mit dem Langzeitüberleben assoziiert waren.
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Malignes Melanom
 28 Min|

Aktuelle Therapiekonzepte beim malignen Melanom – Update 2022

Die Revolution der Melanom-Therapie, die zu Beginn des letzten Jahrzehnts mit der Einführung der Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICIs) und zielgerichteter Therapien (targeted therapies, TT) seinen Anfang nahm, setzt sich auch in diesem Jahrzehnt fort. Langzeitdaten der zugelassenen Systemtherapien demonstrieren beeindruckende Ergebnisse, und der Einsatz in frühen Erkrankungsstadien lässt auf eine weitere Verbesserung der Prognose hoffen. Bestrebungen der letzten Jahre lagen in der Entwicklung neuer Substanzen und der Kombination mit zugelassenen und bekannterweise effizienten Therapien. Dieser Artikel gibt ein Update über die wesentlichen Entwicklungen und Neuerungen der vergangenen Jahre sowie einen Ausblick auf die nächsten Jahre.
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Hämatologie
 4 Min|

Magrolimab + Azacitidin vielversprechend beim Hochrisiko-MDS

Bei allen Patient:innen mit Hochrisiko-Myelodysplastischen Syndromen (Hochrisiko-MDS), die nicht für eine allogenen Stammzelltransplantation (alloSCT) infrage kommen, wird die Erstlinientherapie mit Azacitidin (AZA) empfohlen (1). Es besteht allerdings ein hoher Bedarf an neuen Behandlungsoptionen, die das Ziel verfolgen, durch Ergänzung von Substanzen zur AZA-Therapie eine bessere Wirksamkeit bei tolerierbarem Sicherheitsprofil zu erreichen. Aktuelle Daten von der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2022 legen nun nahe, dass die Addition des Anti-CD47-Antikörpers Magrolimab zu AZA eine zukünftige effektive und verträgliche Option in der Erstlinie sein könnte (2).
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News
 3 Min|

Blutkrebs: Verträglichere Therapie für ältere Menschen

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist bei Erwachsenen die häufigste akute Blutkrebsform. Besonders oft betroffen sind Menschen über 60 Jahren. Bislang erhalten die Patient:innen eine intensive Chemotherapie und im Anschluss eine Stammzellspende. Doch weil eine Chemotherapie gerade für ältere Patient:innen oft belastend ist, ist eine nachfolgende allogene Blutstammzell-Transplantation häufig gar nicht mehr möglich. Trotz neuer Forschungsansätze in den vergangenen Jahren zur Erweiterung der intensiven Chemotherapie um neuartige Hemmstoffe, erzielt die allogene Blutstammzell-Transplantation immer noch die höchsten Heilungsraten bei diesen Patient:innen.
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Medizin
 3 Min|

Myelofibrose: JAK2/IRAK1-Inhibitor Pacritinib zeigt günstiges Sicherheitsprofil

Pacritinib ist ein neuer JAK2/IRAK1-Inhibitor, der bei Patient:innen mit Myelofibrose (MF) eine klinisch signifikante Aktivität gezeigt hat, einschließlich in der Gruppe mit Thrombozytopenie. Eine Sicherheitsanalyse zeigt, dass das Sicherheitsprofil von Pacritinib in einer Dosierung von 200 mg bid vergleichbar oder besser ist als das der besten verfügbaren Therapie (BAT), Ruxolitinib eingeschlossen.
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Hämatologie
 5 Min|

AML: Was bringt die Addition von Quizartinib zur Chemotherapie?

Die FLT3-Mutation mit interner Tandemduplikation (FLT3-ITD+) ist eine der häufigsten Mutationen bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) und mit einer ungünstigen Prognose und kurzen Überlebenszeiten assoziiert (1, 2). Nachdem der FLT3-Inhibitor Midostaurin in der RATIFY-Studie bei der FLT3-ITD+ AML verbesserte Überlebensdaten, allerdings bei hohen Rückfallquoten (3), zeigen konnte und für diese Indikation auch zugelassen ist (4), wurde bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2022 die primäre Auswertung der Phase-III-Studie QuANTUM-First mit dem potenten und selektiven Zweitgenerations-FLT3-Inhibitor Quizartinib präsentiert. Wie Dr. Harry P. Erba, Durham, NC, USA, im Rahmen des Presidential Symposiums beim EHA2022 konstatierte, besitzen die neuen Daten das Potenzial, den derzeitigen Behandlungsstandard zu ändern (5).
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Medizin
 5 Min|

CLL mit del(17p): 6-Jahres-Follow-up bestätigt Langzeit-Wirksamkeit von Venetoclax

Im Rahmen des EHA-Kongresses wurden aktuelle Daten einer Phase-II-Studie, in der Patient:innen mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) mit del(17p) und/oder mutiertem TP53 mit Venetoclax behandelt wurden, gezeigt (1). Demnach waren nach einem medianen Follow-up von 70 Monaten 48% der Patient:innen am Leben, 24% waren progressionsfrei und 16% waren noch unter Venetoclax-Therapie. Dies bestätigt die Langzeit-Aktivität von Venetoclax in der Hochrisiko-Population mit del(17p) CLL und median 2 vorherigen Therapielinien. Genanalysen haben zudem ergeben, dass einzig eine SF3B1-Mutation einen ungünstigen prognostischen Faktor darstellt. Andere ungünstige Faktoren (wie > 1 TP53-Mutation, NOTCH1-Mutationen, nicht-mutiertes IGHV) hatten keinen Einfluss auf das Outcome der Patient:innen in dieser Kohorte.
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Hämatologie
 4 Min|

TP53-mutierte AML: Kombination aus Magrolimab und Azacitidin vielversprechend

Patient:innen mit TP53-mutierter akuter myeloischer Leukämie (AML) haben eine schlechte Prognose und sprechen nur sehr begrenzt auf derzeit verfügbare Therapien an. Bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2022 wurden frühe Daten einer Phase-Ib-Studie vorgestellt, in der die Verträglichkeit und Wirksamkeit einer neuen Kombinationsbehandlung aus dem „first in class“ monoklonalen Anti-CD47-Antikörper Magrolimab und Azacitidin bei zuvor unbehandelten Erkrankten mit TP53-mutierter AML evaluiert wurden. Das Sicherheitsprofil der Kombinationstherapie erwies sich als handhabbar, die Wirksamkeitsdaten als ermutigend. In besonderem Maße profitierten diejenigen Patient:innen, die anschließend einer allogenen Stammzelltransplantation zugeführt werden konnten (1).
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