Journal Onkologie

Grundlagenforschung

Urologische Tumoren
 10 Min|
Die 3D-Abb. zeigt Penis und Hoden, im rechten Hoden ist eine tumoröse Masse.

Testikuläre Keimzelltumoren: Neue molekulare Erkenntnisse zur Tumorentstehung und Therapieresistenz

Testikuläre Keimzelltumoren (KZT) des Typs II sind die häufigste maligne Erkrankung junger Männer und stellen im klinischen Alltag trotz in den meisten Fällen hoher Heilungsraten eine Herausforderung bei metastasierten oder therapieresistenten Verläufen dar. Neue molekulare Erkenntnisse zeigen, dass zelluläre Plastizität und therapieinduzierte Differenzierungsprozesse maßgeblich zur Entstehung resistenter Tumorpopulationen beitragen, einschließlich seltener Entitäten wie dem sarkomatoiden Dottersacktumor (sarkDST), dem „Growing Teratoma“-Syndrom (GTS) oder der somatisch malignen Transformation (STM). Die Identifikation molekularer Marker und die Entwicklung zielgerichteter Therapien sind daher entscheidend, um die Behandlung und Prognose von diesen Hochrisiko-Patienten in Zukunft zu verbessern.
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Malignes Melanom
 6 Min|
Zytologiebild einer Lymphknotenmetastase bei malignem Melanom

Funktionelle Präzisionsonkologie als Chance für personalisierte Therapien beim malignen
Melanom

Das maligne Melanom bleibt trotz moderner Therapien eine große medizinische Herausforderung. Die Auswahl personalisierter Behandlungen beschränkt sich dabei aktuell auf die Analyse weniger genetischer Informationen. Perspektivisch könnte dies durch die funktionelle Präzisionsonkologie erweitert werden, indem Medikamentensensitivitäten von Tumorzellen experimentell erfasst werden, um zusätzliche personalisierte Therapieoptionen zu identifizieren.
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Kolorektales Karzinom
 3 Min|
Arzt hält Lupe vor Plastikmodell eines Dickdarms
Interview mit Prof. Dr. Michael Hoffmeister und Durgesh Wankhede, Heidelberg

Kombinierte MSI-TIL-Klassifikation beim CRC: Von der Prognosestratifizierung zur personalisierten Therapie

Der Status der Mikrosatelliteninstabilität (MSI) und tumorinfiltrierende Lymphozyten (TILs) sind etablierte Prognosefaktoren beim kolorektalen Karzinom (CRC). Doch wie wirken diese Faktoren zusammen und welche Aussagekraft besitzt die kombinierte MSI-TIL-Klassifikation für das Überleben von CRC-Patient:innen? Eine Netzwerk-Metaanalyse liefert darauf die bislang umfassendste Antwort. Durch die Auswertung zahlreicher Studien konnten differenzierte Subtypen identifiziert werden, die das prognostische Spektrum deutlich schärfen. Welche Erkenntnisse sich daraus für die zukünftige Forschung und klinische Praxis ergeben, erläutern Prof. Dr. Michael Hoffmeister und Durgesh Wankhede vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg im Doppelinterview.
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ASH 2025
 3 Min|
ASH 2025

GvHD: Transkriptionsfaktor HOBIT als zentraler Regulator der T-Zell-Alloreaktivität

In der Phase-II-Studie ABA2 wurde das immunmodulatorische Agens Abatacept zur Prävention der akuten Graft-versus-Host-Disease (aGvHD) nach allogener Stammzelltransplantation (alloSCT) erprobt, zusätzlich zur Standardprophylaxe mit einem Calcineurin-Inhibitor + Methotrexat (CNI/MTX). Auf Basis der Ergebnisse erteilte die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) dem Wirkstoff in 2021 eine Zulassung für diese Indikation. Mit Probenmaterial aus ABA2 gingen Forschende dem Mechanismus von aGvHD-Durchbrüchen unter CNI/MTX weiter nach, und der Frage, wie Abatacept diese unterbindet [1]. Dabei entdeckten sie einen neuen zentralen Regulator der inflammatorischen T-Zell-Alloproliferation, die solche Durchbrüche antreibt: Den Transkriptionsfaktor HOBIT.
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Entitätsübergreifend
 6 Min|
Gentherapie
Innovationen fördern, Translation beschleunigen

Den Weg für Gentherapien freimachen

Gen- und zellbasierte Therapien (GCT) bieten neue Perspektiven, besonders für schwer kranke Menschen ohne wirksame Behandlungsoptionen. Mit einer Nationalen Strategie* räumt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) der Förderung von GCT eine hohe Priorität ein. Ergebnisse der Grundlagenforschung sollen dadurch schneller in die klinische Praxis gebracht werden. Dafür ist in Deutschland noch viel Aufbauarbeit nötig.
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Kopf-Hals-Tumoren
 8 Min|

sEVs programmieren Makrophagen um und fördern die Metastasenbildung bei HNSCC

Warum metastasieren Kopf-Hals-Tumoren (HNSCC) so häufig? Eine aktuelle Studie liefert neue Antworten: Kleine extrazelluläre Vesikel (sEVs) aus dem Plasma von HNSCC-Patient:innen beeinflussen das Tumormikromilieu, programmieren Makrophagen in einen tumorfördernden Phänotyp um, schwächen die Immunantwort durch Hemmung zytotoxischer T-Zellen und fördern die Migration von Tumorzellen. Damit rücken sEVs und Tumor-assoziierte Makrophagen (TAMs) in den Fokus potenzieller neuer Therapieansätze.
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Entitätsübergreifend
 6 Min|
Klemmbrett mit Aufschrift Inflammation, Spritze, Stethoskop
Serie: Grundlagen in der Onkologie – Teil 3

Tumor-assoziierte Entzündung: vielfältige Ursachen, Formen und Therapieansätze

Chronische Entzündung wird für etliche Tumorentitäten als Ursache, Begleitumstand und Therapie-Target beschrieben. Einflussfaktoren wie Inflammasom, mangelnde Resolution durch specialized pro-resolving mediators (SPMs), Erreger wie Helicobacter pylori (H. pylori) und genetische Komponenten verkomplizieren das Bild.
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Medizin
 2 Min|

Neue Therapieoption durch Hemmung von Transkriptionsfaktoren beim Multiplen Myelom

Die gleichzeitige Hemmung der Transkriptionsfaktoren Myc und JunB könnte eine neue Therapieoption zur Behandlung des Multiplen Myeloms (MM) darstellen. In einer aktuellen Studie konnten Forschende zeigen, dass die beiden regulatorischen Proteine unabhängige Wirkungen in Zellen des MM haben (1). Die simultane Hemmung beider Proteine bewirkte einen synergistischen Anti-Tumor-Effekt.
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Gastrointestinale Tumoren
 12 Min|

Neuartige Nanocarrier zur Behandlung von gastrointestinalen Tumoren

Mit dem dringenden Bedarf an neuartigen, wirksameren und sichereren Therapien wurde ein vielseitig modifizierbares Nanocarrier-System für Chemotherapeutika entwickelt, das deutlich höhere Wirkstoffkonzentrationen als herkömmliche Nanopartikel (60-85% der Gesamtmasse) und ein oder mehrere Wirkstoffe oder deren aktive Metabolite gleichzeitig an den Tumor transportieren kann. Die Markierung der Nanocarrier mit Fluoreszenzfarbstoffen ermöglicht ihre Detektion mittels optischer Bildgebung in Zellen, im Gewebe und im lebenden Organismus. Im Pankreaskarzinom-Maus­modell zeigen Nanocarrier mit phosphoryliertem Gemcitabin hohe Wirksamkeit und Anreicherung sowohl im Primärtumor als auch in Metastasen. Wir gehen davon aus, dass der Einsatz dieser Nanocarrier im Menschen zu einer höheren therapeutischen Wirksamkeit bei gleichzeitig verminderten Nebenwirkungen führt sowie Resistenzmechanismen überwindet mit dem Potenzial, das Gesamtüberleben von Tumorpatient:innen zu verbessern.
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Medizin
 2 Min|

Fasten verändert den Stoffwechsel in Krebszellen

Seit mehr als einem Jahrhundert zeigen Fastenkuren bei verschiedenen Organismen, einschließlich des Menschen, eine positive Wirkung auf die Gesundheit, die Lebensdauer und die Geweberegeneration. Jedoch sind die metabolischen Auswirkungen des Fastens und der anschließenden Nahrungsaufnahme auf die Tumorentstehung noch weitgehend unerforscht. Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Massachusetts Institute of Technology/USA haben dies genauer untersucht. Sie zeigen in ihrer kürzlich in Nature (1) veröffentlichten Studie: Fasten verändert den Darm auf Stoffwechselebene – positiv und negativ.
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Medizin
 4 Min|

Zielgerichtete Therapie bei Krebs unbekannten Ursprungs

Ermutigende Ergebnisse einer großen internationalen Studie unter Heidelberger Federführung sind aktuell im Fachjournal „Lancet“ erschienen (1): Im Erbgut von Krebszellen mit unbekanntem Ursprungsgewebe finden sich zahlreiche Angriffspunkte für gezielt wirkende, bereits verfügbare Medikamente, die gegen andere Krebsformen entwickelt wurden. Diese unterdrückten bei Patient:innen die Erkrankung signifikant länger als eine Chemotherapie.
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Medizin
 3 Min|

Glioblastom-Forschung: Neue Erkenntnisse zur Resistenz gegenüber Chemotherapie

Strahlen- und/oder Chemotherapie nach der Operation – das sind die Behandlungsoptionen bei einem der gefährlichsten Gehirntumoren überhaupt, dem Glioblastom. Doch bis heute sind diese Tumoren unheilbar, mit einer mittleren Überlebensdauer von 16 Monaten nach Diagnosestellung. Nun hat ein Team internationaler Forschender unter Federführung von Prof. Dr. Rainer Glaß vom LMU Klinikum München einen Mechanismus entdeckt, der die Krebszellen gegen gängige Chemotherapeutika unempfindlich macht. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Cell Reports Medicine“ veröffentlicht (1).
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Medizin
 3 Min|

Wie die Wechselwirkung zwischen Hodentumorzellen, Immunzellen und Fibroblasten den Therapieerfolg beeinflussen könnte

Forschende um Prof. Dr. Daniel Nettersheim vom Universitätsklinikum Düsseldorf haben die molekularen und epigenetischen Eigenschaften von Hodentumor-assoziierten Fibroblasten entschlüsselt. Ihre Studie zeigte, dass verschiedene Subtypen von Hodentumoren die Fibroblasten unterschiedlich stark aktivieren (1). Das Team identifizierte neue Botenstoffe, die von krebsassoziierten Fibroblasten freigesetzt werden, an der Entstehung von Therapieresistenz bei Hodentumoren beteiligt sein könnten und Immunzellen beeinflussen.
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Medizin
 3 Min|

Forschungsgruppe identifiziert Schlüsselproteine für die Bildung von Lebermetastasen bei Darmkrebs

ETH-Forschende haben Proteine an der Oberfläche von Darmkrebs- und Leberzellen identifiziert, die sich aneinanderheften und für das Wachstum von neuen Ablegern wichtig sind. Das Aneinanderheften der Proteine löst in den Krebszellen tiefgehende Veränderungen aus, die es ihnen ermöglichen, in der Leber Fuss zu fassen. Die neuen Erkenntnisse helfen, eine mögliche Behandlung zu entwickeln, die in Zukunft die Bildung solcher oft tödlichen Metastasen verhindert.
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