Journal Onkologie
Editorial
Prof. Dr. Judith Gebauer

Prof. Dr. Judith Gebauer

Mit der steigenden Anzahl an Survivors stehen wir vor neuen Herausforderungen: Trotz gleicher Therapie­expositionen und ähnlicher Lebensstilfaktoren gibt es Betroffene mit einer besonders hohen kumulativen Last an Spätfolgen. In meinem Beitrag beleuchte ich zukünftige Forschungsfelder im  Bereich Cancer Survivorship, u.a. wie Survivors von „precision survivorship“ profitieren könnten, indem molekulare Marker eine individuellere Risikoabschätzung für Spätfolgen ermöglichen.

Beim Melanom sind 40% der Survivors im erwerbsfähigen Alter. Eine zentrale Frage ist daher: Wie sollte hier die Langzeitnachsorge aussehen? Prof. Dr. Lisa Zimmer und Prof. Dr. Andrea Forschner geben Einblicke in aktuelle Daten zum Langzeitüberleben. Bei der häufig auftretenden Fatigue bieten multimodale Therapiekonzepte wertvolle Unterstützung, die PD Dr. Petra Voiß und Dr. phil. Petra Klose vorstellen. Maria Uhlig und Sophie Biesenthal zeigen auf, wie die strukturierte Pflegeberatung in Onkologie und Hämatologie Bewältigungsstrategien stärkt und das Sicherheitsempfinden der Betroffenen erhöht. Die Diagnose Krebs betrifft nicht nur die erkrankte Person selbst, sondern auch ihre Bezugspersonen. Dr. rer. nat. Daniela Bodschwinna und Kollegen stellen das Online-Training PartnerCARE vor, das den Angehörigen eine psychosoziale Begleitung zugänglich macht. Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Versorgung: Shared Decision Making (SDM) gilt als Goldstandard der medizinischen Entscheidungsfindung in der Hämatologie und Onkologie, wird jedoch noch immer nicht flächendeckend eingesetzt. Prof. Dr. Tim H. Brümmendorf und Kolleg:innen beschreiben Umsetzungsmöglichkeiten in der klinischen Praxis.

Im gynäkologischen Schwerpunkt dieser Ausgabe berichten Dr. Alexander Eschenbach und Kolleg:innen über die medikamentöse Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms entlang des gesamten Erkrankungsverlaufs. Mit diesem Beitrag können Sie 2 CME-Punkte erwerben. Im Interview spricht Prof. Dr. Rachel Würstlein über neue Therapieansätze beim triple-negativen Mammakarzinom im Frühstadium und die Bedeutung personalisierter und Biomarker-orientierter Therapien. Die aktuelle Evidenz der primären Radiochemotherapie beim fortgeschrittenen Vulvakarzinom stellt PD Dr. Nathalie Arians vor. Zudem zeigt PD Dr. Florian Heitz und Sabrina Kaiser die Primärtherapie des Ovarialkarzinoms auf.

Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und einen schönen Frühlingsanfang!

Herzlich,

Ihre Prof. Dr. Judith Gebauer

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