Journal Onkologie
Editorial
Univ.-Prof. Dr. Maya Niethard

Univ.-Prof. Dr. Maya Niethard

Weichteilsarkome (WTS) der Extremitäten und des Körperstamms sind seltene, biologisch heterogene Tumoren. Zum Auftakt der Zusammenarbeit mit der DSS informiert PD Dr. Siyer Roohani über die neue europäische Leitlinie zur Strahlentherapie bei adulten Weichgewebe­sarkomen der Extremitäten und Rumpfwand.

In unserem Beitrag geben wir einen Überblick über die Grundlagen der interdisziplinären Behandlung ebenfalls bei dieser Indikation, da neben der Strahlentherapie auch evidenzbasierte multimodale Therapiekonzepte aus Chirurgie und systemischer Behandlung auf Grundlage der AWMF S3-Leitlinie „Adulte Weichgewebesarkome“ zum Erfolg beitragen. Für eine optimale Therapie, den Funktionserhalt und eine möglichst gute Prognose sind zertifizierte Sarkomzentren und interdisziplinäre Tumorboards von zentraler Bedeutung. Adulte retroperitoneale Sarkome, postradiogene Sarkome und Angiosarkome erörtern Dr. Franka Menge und ihre Kolleg:innen in 2 Beiträgen.

Die ehemalige Sarkom-Patientin und Ärztin Dr. Jennifer Gotta erweitert den fachlichen Horizont durch eigene Erfahrungen als Betroffene und betont die Notwendigkeit einer strukturierten Nachsorge.

Beim malignen Melanom sind Therapieoptionen, welche rein auf genomischen Ansätzen beruhen, limitiert. Hier rückt zunehmend das Konzept der funktionellen Präzisionsonkologie als komplementäre Strategie in den Fokus, wie Dr. rer. med. Christian Werno et al. erläutern. Über die aktuelle Evidenz der Kombination aus Anti-PD-1-Antikörper + Lenvatinib in der Therapiesequenz des fortgeschrittenen Melanoms berichten Prof. Dr. Lisa Zimmer und Dr. Lea Jessica Albrecht.

PD Dr. Sandra Schuh, Dr. Janis Thamm und Kolleg:innen berichten über multimodale KI-gestützte Systeme für eine präzisere und personalisierte Dermato­onkologie. Klinische Befunde, Dermatoskopie, Line-field konfokale optische Kohärenztomographie und histopathologische Daten können so miteinander verknüpft werden. Mit diesem Beitrag können Sie 2 CME-Punkte erreichen. 

Die serologische Aussagekraft der neuronenspezifischen Enolase beim Merkelzellkarzinom stellen Prof. Dr. Thilo Gambichler und Dr. Sera Weyer-Fahlbusch vor.

Das Akrolentiginöse Melanom ist ein seltener Subtyp kutaner Melanome, der im Unterschied zu anderen Hauttumoren immunsuppressive Eigenschaften hat, wodurch die Wirkung einer Checkpoint-Inhibition eingeschränkt sein kann. Hier könnten zellbasierte Therapien, die die Immunevasion des Tumors umgehen, neue Behandlungsoptionen darstellen, erläutern Dr. Annika Brekner und Dr. Henner Stege.

Intraoperative Schnittranddiagnostik bei Hauttumoren mittels ex-vivo konfokaler Mikroskopie und KI erläutern Dr. Maximilian Deußing et al.

Diese sorgfältig zusammengestellten Themen bieten Ihnen hoffentlich interessante Fortbildungsmöglichkeiten.

Ihre 

Univ.-Prof. Dr. Maya Niethard