PD Dr. med. Siyer Roohani
Beiträge von PD Dr. med. Siyer Roohani
Sarkome
12 Min|
Strahlentherapie von adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten
und Rumpfwand
Die perioperative Strahlentherapie verbessert die lokale Tumorkontrolle bei Patient:innen mit lokalisierten Weichgewebesarkomen (STS) der Extremitäten und der Thoraxwand. Die Therapieentscheidung sollte interdisziplinär an einem erfahrenen Sarkomzentrum erfolgen. Die Behandlung lokalisierter STS basiert auf einer adäquaten chirurgischen Resektion. Die perioperative Strahlentherapie ist insbesondere bei Patient:innen mit erhöhtem Lokalrezidivrisiko indiziert. Dieses wird u.a. durch Tumorlokalisation, Tumorgröße, Grading, histologischen Subtyp und den zu erwartenden bzw. erreichten Resektionsrand bestimmt. Präoperative und postoperative Strahlentherapie erzielen vergleichbare onkologische Ergebnisse. Die Nebenwirkungsprofile unterscheiden sich jedoch: Die präoperative Bestrahlung ist häufiger mit akuten, insbesondere Wundheilungskomplikationen, verbunden, die allerdings meist unkompliziert behandelbar sind. Nach postoperativer Bestrahlung treten dagegen häufiger Spätfolgen wie Fibrosen, Gelenksteifigkeit und Lymphödeme auf. Daher wird die präoperative Strahlentherapie heute favorisiert. Bevorzugt ist die präoperative konventionell fraktionierte Strahlentherapie mit anschließender Operation. Die präoperative Standarddosis beträgt 50-50,4 Gy bei 1,8-2 Gy pro Fraktion über etwa 5-6 Wochen. Präoperative hypofraktionierte Konzepte sind Gegenstand klinischer Studien, sollten aber derzeit nicht routinemäßig eingesetzt werden.
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Sarkome
4 Min|
Neue europäische Leitlinie zur Strahlentherapie bei adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten und Rumpfwand
Mit der Veröffentlichung der ersten klinischen Praxisleitlinie der European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO) zur Strahlentherapie bei adulten Weichgewebesarkomen der Extremitäten und Rumpfwand [1] liegt erstmals eine europaweit umfassende, evidenzbasierte und international abgestimmte Empfehlung für diesen Bereich vor. Die Leitlinie wurde durch ein internationales Expertengremium unter Einbeziehung von Spezialist:innen aus Europa und Nordamerika erarbeitet und durch die American Society for Radiation Oncology (ASTRO) unterstützt. Ziel der Leitlinie ist es, eine strukturierte und praxisnahe Orientierung für die Indikationsstellung, Planung und Durchführung der Strahlentherapie zu geben. Grundlage bilden eine systematische Literaturrecherche sowie ein konsentierter Expertenprozess, in dem insgesamt 13 klinisch relevante Schlüsselfragen definiert und beantwortet wurden.
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Sarkome
30 Min|
Aktuelles zu Fraktionierung, Dosierung, Zielvolumendefinition und Technik
Neoadjuvante Strahlentherapie bei lokalisierten Weichgewebesarkomen des Erwachsenen
Die neoadjuvante Strahlentherapie (RT) über 5-6 Wochen mit täglichen Einzeldosen von 1,8-2,0 Gy bis zu einer Gesamtdosis von 50-50,4 Gy ist Standard bei lokalisierten hochgradigen Weichgewebesarkomen (STS) der Extremitäten und des Körperstamms. Eine Ausnahme sind myxoide Liposarkome, bei denen die neoadjuvante Bestrahlung mit 36 Gy in 2 Gy-Fraktionen (3-4 Wochen Behandlungsdauer) in der DOREMY-Studie zu einer exzellenten lokalen Kontrollrate von 100% nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 25 Monaten geführt hat. Daten zur hypofraktionierten neoadjuvanten RT aus mehreren einarmigen Phase-II-Studien legen nahe, dass mit täglichen Einzeldosen von 2,75-8 Gy über 1-3 Wochen ähnliche onkologische Ergebnisse wie bei konventionell fraktionierter neoadjuvanter RT erzielt werden können. Erste prospektive Daten mit einem direkten Vergleich zwischen hypofraktionierter und konventioneller neoadjuvanter RT werden mit Spannung erwartet. Für die gesamte Gruppe der retroperitonealen STS wird die RT nicht routinemäßig angewendet. Obwohl die randomisierte multizentrische STRASS-Studie keinen Vorteil in Bezug auf das abdominelle rezidivfreie Überleben (RFS) durch die neoadjuvante RT gezeigt hat, haben sowohl diese Studie als auch die post-hoc STREXIT-Analyse mögliche Verbesserungen im Überleben für die Subgruppen der gut differenzierten und Grad I und II dedifferenzierten Liposarkome identifiziert. Auf der diesjährigen Society of Surgical Oncology (SSO)-Konferenz wurden zudem erstmalig Daten der bisher größten retrospektiven Propensity-matched-Analyse zur neoadjuvanten RT für gut differenzierte Liposarkome des Retroperitoneums präsentiert, die einen deutlichen Vorteil in der lokalen Kontrolle in der Gruppe der neoadjuvanten RT zeigten. Patient:innen mit gut differenzierten Liposarkomen oder Grad I oder II dedifferenzierten Liposarkomen des Retroperitoneums sollten daher kritisch über die potenziellen Vor- und Nachteile einer neoadjuvanten RT informiert werden, bis die Daten mit längerer Nachbeobachtungszeit der STRASS-Studie vorliegen.
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