Prof. Dr. med. Andreas Reiter
Beiträge von Prof. Dr. med. Andreas Reiter
Hämatologie
16 Min|
Eosinophilie und Hypereosinophilie
Klonale Eosinophilie
Die Genese einer Eosinophilie bzw. Hypereosinophilie reicht von häufigen reaktiven Ursachen hin zu seltenen, klonalen hämatologischen Neoplasien. Nach Ausschluss reaktiver Ursachen erfolgt die differentialdiagnostische Abklärung stufenweise unter Einbeziehung von Klinik, Blutbild, Knochenmarkmorphologie, Immunphänotypisierung, Zytogenetik und Molekulargenetik. Zu den wichtigsten klonalen Entitäten zählen die myeloischen/lymphatischen Neoplasien mit Eosinophilie und Tyrosinkinase-Fusionsgenen (MLN-TK), die chronische Eosinophilenleukämie (CEL) und die systemische Mastozytose (SM). Der Nachweis eines Fusionsgens ist therapeutisch entscheidend: PDGFRA - und PDGFRB -rearrangierte Neoplasien sprechen sehr gut auf Imatinib an, während FGFR1 -, JAK2 -, FLT3 - und ETV6 ::ABL1 -rearrangierte Neoplasien häufig aggressiver verlaufen und oft einer allogenen hämatopoetischen Zelltransplantation bedürfen. Die Therapie der CEL ist nicht standardisiert. Für die SM stehen KIT-Inhibitoren zur Verfügung.
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Hämatologie
13 Min|
Die chronische Neutrophilenleukämie – eine seltene Erkrankung mit schlechter Prognose
Die chronische Neutrophilenleukämie (CNL) ist eine seltene hämatologische Neoplasie, die sich durch eine Leukozytose (> 25.000/µL) mit reifzelliger Neutrophilie ohne relevante Linksverschiebung und Dysplasiezeichen im peripheren Blut auszeichnet. In der Mehrzahl der Patient:innen ist eine aktivierende Mutation im CSF3R-Gen (meist T618I) nachweisbar, begleitende somatische Mutationen (u.a. ASXL1, SETBP1, SRSF2) können prognostisch relevant sein. Die myelodysplastische/myelooproliferative Neoplasie mit Neutrophilie (MDS/MPN-N, syn. atypische chronische myeloische Leukämie (aCML)), bei der ebenfalls CSF3R mutiert sein kann, und die chronische myelomonozytäre Leukämie sind wichtige Differentialdiagnosen. Aufgrund des hohen medianen Erkrankungsalters von 70 Jahren ist die allogene Stammzelltransplantation nur selten durchführbar und die Prognose (medianes Überleben < 2 Jahre) häufig schlecht. Der Off-label-Einsatz des JAK1/2-Inhibitors Ruxolitinib kann zu anhaltenden hämatologischen und molekularen Remissionen führen.
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Kasuistiken
3 Min|
Interaktive Kasuistik
84-Jähriger mit Nachtschweiß und Gewichtsverlust
Präsentiert wird der Fall eines 84-jährigen Mannes mit seit ca. 4 Monaten bestehender Fatigue und einem Gewichtsverlust von über 10 kg.
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Hämatologie
16 Min|
Diagnose und Therapie der systemischen Mastozytose
Die systemische Mastozytose (SM) zählt zu den myeloischen Neoplasien und ist durch eine abnorme Akkumulation von neoplastischen Mastzellen in verschiedenen Geweben charakterisiert. Man unterscheidet die deutlich häufigere indolente SM (ISM) mit nahezu normaler Überlebenszeit von der fortgeschrittenen SM (advanced SM, AdvSM) mit deutlich reduzierter Lebenserwartung zwischen 1,5 und 4 Jahren. Bei > 90% der Patient:innen kann die KIT D816V-Mutation nachgewiesen werden. Die Serumtryptase ist bei der ISM sehr häufig, bei der AdvSM praktisch immer erhöht. Die AdvSM ist in 70-80% der Fälle mit einer weiteren hämatologischen Neoplasie vornehmlich myeloischer Abstammung (> 95%) assoziiert, die ihren Ursprung in einer multilineären Beteiligung der KIT D816V-Mutation hat. Diagnose und Therapie der SM sollten aufgrund der Heterogenität und Komplexität der Erkrankung möglichst in Kooperation mit Schwerpunkt-zentren erfolgen. Die Therapie der indolenten Verlaufsformen ist in der Regel symptomatischer Natur, z.B. mit Antihistaminika, für die AdvSM stehen zielgerichtete Therapien, z.B. mit Midostaurin oder Avapritinib, im Vordergrund.
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Hämatologie
22 Min|
Diagnose und Therapie der systemischen Mastozytose
Die systemische Mastozytose (SM) zählt zu den myeloischen Neoplasien und ist durch eine abnorme Akkumulation von neoplastischen Mastzellen in verschiedenen Geweben charakterisiert. Man unterscheidet die deutlich häufigere indolente SM (ISM) mit nahezu normaler Überlebenszeit von der fortgeschrittenen SM (advanced SM, AdvSM) mit deutlich reduzierter Lebenserwartung zwischen 1,5 und 4 Jahren. Bei > 90% der Patient:innen kann die KIT D816V-Mutation nachgewiesen werden. Die Serumtryptase ist bei der ISM sehr häufig, bei der AdvSM praktisch immer erhöht. Die AdvSM ist in 70-80% der Fälle mit einer weiteren hämatologischen Neoplasie vornehmlich myeloischer Abstammung (> 95%) assoziiert, die ihren Ursprung in einer multilineären Beteiligung der KIT D816V-Mutation hat. Diagnose und Therapie der SM sollten aufgrund der Heterogenität und Komplexität der Erkrankung möglichst in Kooperation mit Schwerpunkt-zentren erfolgen. Die Therapie der indolenten Verlaufsformen ist in der Regel symptomatischer Natur, z.B. mit Antihistaminika, für die AdvSM stehen zielgerichtete Therapien, z.B. mit Midostaurin oder Avapritinib, im Vordergrund.
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