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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. April 2021

Zweitlinientherapie mit TPO-Rezeptoragonisten bei ITP frühzeitig einsetzen

Die Immunthrombozytopenie (ITP) ist zwar eine seltene Autoimmunerkrankung, beeinträchtigt die Lebensqualität der Patienten aber erheblich. Bei Versagen der Erstlinientherapie mit Kortikosteroiden sollte frühzeitig mit der Zweitlinientherapie begonnen werden. Als etablierte Behandlungsoption stehen hier Thrombopoetin (TPO)-Rezeptor­agonisten (RA) wie Eltrombopag (Revolade®) und Romiplostim (Nplate®) zur Verfügung.
Bei der ITP führt eine Autoimmunreaktion gegen Thrombozyten und Megakaryozyten zur Thrombozytopenie. Bei der primären ITP ist kein äußerer Auslöser erkennbar, bei der sekundären ITP hat der Patient die ITP infolge einer anderen Erkrankung entwickelt, erklärte Prof. Dr. Axel Matzdorff, Schwedt, auf einem virtuellen Fachpresse-Workshop. Neben einer zu geringen Thrombozytenzahl (< 100.000/µl) ist die ITP durch eine erhöhte Blutungsneigung charakterisiert.

Erheblich eingeschränkte Lebensqualität

Die Lebensqualität der Patienten ist durch die Blutungssymptome, aber auch die sehr häufige Fatigue und die emotionale Belastung durch die Erkrankung stark reduziert. Die bisher größte, internationale Online-Befragung zur ITP I-WISh (ITP World Impact Survey) untersuchte die Belastung der Betroffenen durch die ITP. Demnach sorgen sich die Patienten um Thrombozytenschwellenwerte, die Verbesserung der Blutwerte ist für sie vorrangiges Therapieziel. Als ebenfalls sehr wichtig bewertet wird die Verbesserung der Fatigue (1).

Zügige Umstellung auf Zweitlinientherapie wichtig

In der Erstlinientherapie werden Kortikosteroide eingesetzt. In der Zweitlinie stehen neben Fostamatinib und einer Splenektomie die TPO-RA zur Verfügung. Sie regen die Thrombozytopoese im Knochenmark an. „Sie haben sich in der Zweitlinie etabliert und sind heute Standard“, sagte Matzdorff. Leitlinien empfehlen bei therapiepflichtigen ITP-Patienten eine Erstlinien-Kortikosteroid-Therapie von mind. 3, aber höchstens 6 Wochen (2). Lange Steroid-Therapien erreichen keine Verbesserung der Remissionsrate, bringen jedoch eine hohe Belastung durch Nebenwirkungen mit sich. Real-world-Daten zeigten allerdings, dass Kortikosteroide zu lange und zu häufig gegeben werden, so Matzdorff.

Gemäß Zulassung kann die Therapie mit dem TPO-RA Eltrombopag (3) ab dem 6. Monat begonnen werden. Der TPO-RA Avatrombopag (4) und der Tyrosinkinase-Inhibitor Fostamatinib (5), können nur zur Behandlung der chronischen ITP, also erst ein Jahr nach Diagnosestellung, eingesetzt werden. Der bereits seit 2009 zugelassene TPO-RA Romiplostim (6), ursprünglich ebenfalls erst nach dem 12. Erkrankungsmonat einsetzbar, kann seit einer Zulassungserweiterung nun unmittelbar nach Steroid-Versagen zum Einsatz kommen.

Mascha Pömmerl

Quelle: Virtueller Fachpresse-Workshop „Thrombozyten im Fokus“, 04.03.2021; Veranstalter: POMME-med

Literatur:

1. Bussel JB et al. ASH 2019; Abstract 1097.
2. Matzdorff A et al. Onkopedia-Leitlinie Immunthrombozytopenie (ITP). Stand März 2021. Abrufbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/immunthrombozytopenie-itp/@@guideline/html/index.html. Letzter Zugriff am 08.03.20213
3. Fachinformation Revolade®, Stand Jan. 2021.
4. Fachinformation Doptelet®, Stand Juni 2019.
5. Fachinformation Tavlesse®, Stand April 2020.
6. Fachinformation Nplate®, Stand Jan. 2021.


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