Dienstag, 18. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Vectibix
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. April 2021

Tumorschmerztherapie: Ergebnisse einer Registerstudie zu 24 h-Hydromorphon-Retard vielversprechend

Opioide werden in der Tumorschmerztherapie standardmäßig eingesetzt. In der „PraxisLeitlinie Tumorschmerz“ wird Hydromorphon aufgrund seiner Verträglichkeit und pharmakologischen Vorteile als Präferenzsubstanz in der Tumorschmerztherapie aufgeführt. Es kommt aber nicht nur auf die gewählte Substanz an, sondern auch auf deren Galenik. Dies erklärte Dr. Johannes Horlemann, Kevelaer, anhand einer Registerstudie (1), wonach die besten Ergebnisse mit einem 24 h-Hydromorphon-Retard (z.B. Hydromorphon Aristo® long) im Vergleich zu anderen Opioiden erzielt wurden.
Der Erfolg einer Schmerztherapie beinhaltet nicht allein die Schmerzreduktion, sondern auch den Erhalt bzw. die Wiederherstellung von Lebensfreude, Arbeitsfähigkeit, des schmerzfreien Durchschlafens, der Mobilität, sowie Stabilität der Stimmung und nicht zuletzt die Möglichkeit, soziale Kontakte weiter pflegen zu können. Das von der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie in der „PraxisLeitlinie Tumorschmerz“ als Präferenzsubstanz genannte Hydromorphon wirkt bei neuropathischen, nozizeptiven und viszeralen Schmerzen und hat den Vorteil, dass klinisch relevante Interaktionen nicht stattfinden. Doch auch die Galenik spielt eine entscheidende Rolle dabei, die Ziele einer Schmerztherapie zu erreichen. So wurde in der Registerstudie mit dem 24 h-Hydromorphon-Retard (HAL) im Vergleich zu Morphin-Standardretard (MOR), Oxycodon-Standardretard (OXY), Hydromorphon-Standardretard (HYD) und sonstigen Opioidagonisten (OTH) die höchste Response-Rate, die niedrigste verträglichkeits- und wirksamkeitsbedingte Abbruchrate, weniger end-of-dose-failures und weniger tumorbedingte Durchbruchschmerzen erzielt* (1). Außerdem erreichten die meis­ten Patienten ihr individuelles Behandlungsziel mit dem 24 h-Hydromorphon-Retardpräparat.

Bei dieser Registerstudie handelt es sich um eine retrospektive, vergleichende, nicht-interventionelle Kohortenstudie. Ausgewertet wurden die Behandlungsdaten des „PraxisRegister Schmerz“ der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. Laut Horlemann erfasst dieses Register mittlerweile über 300.000 Patienten, darunter waren 16.762 Tumorschmerzpatienten (Stichtag 31.12.2018), die mit stark wirksamen typischen Opioiden behandelt wurden.


* Bei einer Initialtherapie mit 24 h-Hydromorphon-Retard lag die Response-Rate bei 66,0% vs. 22,3% (MOR) vs. 29,0% (OXY) vs. 51,0% (HYD) vs. 49,2% (OTH). Die verträglichkeitsbedingte Abbruchrate betrug mit HAL 19,3% und die wirksamkeitsbedingte Abbruchrate 14,7% und lag damit deutlich niedriger als mit MOR (42,4% bzw. 35,3%) OXY (38,9% bzw. 32,1%), HYD (28,3 bzw. 20,6%) und OTH (27,1 bzw. 23,7%). End-of-dose-failures traten nur in 7,4% mit HAL auf vs. 31,4% (MOR) vs. 26,2% (OXY) vs. 20,9% (HYD) vs. 21,9% (OTH). Auch bei tumorbedingten Durchbruchschmerzen wurde mit HAL der geringste Wert erzielt (15,5%) vs. 34,1% (MOR) vs. 32,4% (OXY) vs. 29,8% (HYD) vs. 25,9% (OTH).

Dr. rer. nat. Anita Schweiger

Quelle: Symposium „Opioide im multimodalen Konzept“, Deutscher Schmerz- und Palliativtag online 2021, 10.03.2021; Veranstalter: Aristo Pharma

Literatur:

(1) Überall MA et al. Schmerzmedizin 2020; 36(3):24-31.


Anzeige:
Kyprolis
Das könnte Sie auch interessieren
70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
70+Prozent+der+Deutschen+f%C3%BCrchten+Tumor%2C+Engagement+f%C3%BCr+Gesundheit+w%C3%A4chst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Deutsche Krebshilfe fördert kooperatives interdisziplinäres Netzwerk für onkologische Sport- und Bewegungstherapie in der Region Frankfurt/Rhein-Main
Deutsche+Krebshilfe+f%C3%B6rdert+kooperatives+interdisziplin%C3%A4res+Netzwerk+f%C3%BCr+onkologische+Sport-+und+Bewegungstherapie+in+der+Region+Frankfurt%2FRhein-Main
© oneinchpunch / Fotolia.com

Körperliche Bewegung und Sport haben vielfältige positive Wirkungen, wenn sie begleitend zu einer Krebstherapie eingesetzt werden. Therapiebedingte Nebenwirkungen, das bei nahezu allen Patienten beobachteten Müdigkeits-Syndrom (Fatigue), sowie subjektive Belastungen der Therapie und der Erkrankung werden durch regelmäßige körperliche Bewegung wesentlich erleichtert. Dennoch gibt es derzeit noch keine...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Tumorschmerztherapie: Ergebnisse einer Registerstudie zu 24 h-Hydromorphon-Retard vielversprechend"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.