Freitag, 19. Juli 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. April 2016 r/r Hodgkin-Lymphom: Remission und Heilung dauerhaft möglich?

Die Daten zum Therapieerfolg mit Brentuximab Vedotin (Adcetris®) beim rezidivierten/refraktären Hodgkin-Lymphom (r/r HL) waren bereits Ende 2015 auf dem ASH-Kongress präsentiert worden. Nach 5 Jahren war das mediane Gesamtüberleben (OS) bei den Patienten mit kompletter Remission (CR) noch nicht erreicht worden (1).
Anzeige:
Brentuximab Vedotin reduzierte bei 94% der Patienten die Tumorlast und 33% der Patienten gelangten unter Monotherapie in vollständige, weitere 41% in partielle Remission (2). Im Median waren die Patienten mit 3,5 Chemotherapien vorbehandelt. „Sie galten nach multiplen Rezidiven eigentlich als unheilbar. Dann ist aber etwas eingetreten, was wenige für möglich gehalten hätten“, sagte Prof. Andreas Engert, Köln. Denn gegenüber historischen Daten zeigte sich schon nach 3 Jahren ein deutlich verbessertes OS (3).

Dies bestätigen nun die 5-Jahres-Daten. Bei einer medianen Beobachtungszeit von 35,1 Monaten ab der ersten Infusion betrug das geschätzte OS 41% und das mediane OS 40,5 Monate (1). Bei den 34 Patienten mit CR war das mediane OS und das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) zu diesem Zeitpunkt noch nicht erreicht. 13 von ihnen waren noch in Remission. Während 4 Patienten mit anhaltender CR nach Brentuximab Vedotin eine allogene Stammzelltransplantation erhielten, blieben die übrigen 9 ohne weitere Behandlungen in Remission. Ermutigend waren auch die Ergebnisse in Bezug auf die Verträglichkeit des Präparats: Häufigste Nebenwirkungen waren periphere Neuropathien (55% der 102 Patienten). Bei 73% der Betroffenen klangen die Beschwerden aber vollständig wieder ab und bei weiteren 14% trat im Follow-Up eine Besserung ein.

Jürgen Setton

Quelle: Meet-the-Expert „Hodgkin-Lymphom: 5-Jahresdaten mit Brentuximab Vedotin – wo stehen wir?”, DKK, Berlin, 25.02.2016; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) Chen R et al. ASH 2015, Poster 2736.
(2) Younes A et al. J Clin Oncol 2012;30:2183-89.
(3) Gopal AK et al. Blood 2015;125:1236-43.


Das könnte Sie auch interessieren

Was verstehen Ärzte unter „Therapielinien“?

Die Behandlung von Krebs richtet sich nach Art und Stadium der Erkrankung sowie dem individuellen Befinden des Patienten. Neben der Operation und der Strahlentherapie ist die medikamentöse Therapie eine wichtige Option. Wann welche Maßnahmen zum Einsatz kommen sollten, wird in ärztlichen Leitlinien festgehalten. Welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt am wirksamsten und verträglichsten sind, wird zuvor in klinischen Studien untersucht. Basierend auf den Ergebnissen...

Weltkrebstag: Deutsche Krebshilfe informiert und ruft zum Handeln auf

Weltkrebstag: Deutsche Krebshilfe informiert und ruft zum Handeln auf
© julief514 / Fotolia.com

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Das diesjährige Motto der Weltgesundheitsorganisation lautet: „Wir können. Ich kann.“ Es steht dafür, dass Menschen durch einen gesunden Lebensstil dazu beitragen können, vielen Krebsarten vorzubeugen. „Gesundheit ist ein hohes Gut und es macht Spaß etwas dafür zu tun“, betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Die Organisation bietet Interessierten kostenlose Infomaterialien...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"r/r Hodgkin-Lymphom: Remission und Heilung dauerhaft möglich?"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich