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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. Juni 2020 Mehr Supportive Care nötig: Krebsassoziierte Fatigue nach frühem Brustkrebs

Fatigue und ihre körperlichen, emotionalen und kognitiven Auswirkungen dürfen bei einer Krebserkrankung nicht unterschätzt werden. Auch bei frühem Brustkrebs sollten die bestehenden Anti-Fatigue-Empfehlungen berücksichtigt werden.
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Krebsassoziierte Fatigue nach Brustkrebs ist prävalent und möglicherweise dauerhaft vorhanden, sodass die Betroffenen trotz einer als geheilt geltenden Brustkrebserkrankung nicht ohne weiteres in ihr früheres Leben zurückkehren können.
Empfehlungen zur Linderung von Fatigue bei Brustkrebs-Patientinnen
Es wurde eine Studie präsentiert, die gezeigt hat, dass geltende Empfehlungen und Strategien gegen Fatigue bei Patientinnen mit frühem Brustkrebs nicht ausreichend angewendet werden (1).

Studienautor Dr. Antonio Di Meglio, Villejuif, Frankreich: „Über krebsassoziierte Fatigue klagen viele Patientinnen, auch Jahre nach erfolgreicher Beendigung der Therapie. Obwohl wir bei Fatigue vieles zu den Krankheitsmechanismen noch nicht wissen, gibt es doch inzwischen evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen: zum einen soll körperliche Aktivität begonnen, beibehalten oder wieder gesteigert werden; das Sitzen gilt es zu reduzieren. Und zum anderen gibt es positive Daten für den Nutzen psychosozialer Intervention wie kognitive Verhaltenstherapie. Diese scheint insbesondere schwarzmalerischem Grübeln oder einem Gefühl der Hilflosigkeit entgegenwirken zu können.“
Zu wenig Bewegung durch Fatigue
Die Studie hat untersucht, inwieweit diese Empfehlungen bei Real-world-Patientinnen angewendet werden. Dazu wurden Daten der CANTO-Kohorte mit über 7.000 Patientinnen herangezogen, die Langzeittoxizität bei Patientinnen mit frühem Brustkrebs mindestens 5 Jahre danach untersuchte (2). „Man hätte erwartet, dass krankheitsfreie Patientinnen innerhalb von einem Jahr wieder in den Zustand vor ihrer Krebserkrankung gelangen würden, dies war jedoch nicht der Fall“, so Di Meglio. „Mehr als ein Drittel der Patientinnen gaben 3-6 Monate nach Behandlungsende eine schwere Fatigue an. Und während sich 64% der Patientinnen an die Empfehlungen zu körperlicher Aktivität hielten, waren 36% dazu nicht in der Lage.“ Dabei wurde deutlich, dass eine schwere Fatigue als Ausgangspunkt nach einer Krebstherapie auch ein Jahr nach Behandlungsende ein Hindernis für Sport und Bewegung darstellte.
Aktiven Lebensstil stärker kommunizieren
„Wir müssen noch stärker kommunizieren, dass nicht Schonung, sondern ein aktiver Lebensstil, auch wenn es den Patienten in dieser Situation kontraproduktiv erscheint, dabei hilft, die Fatigue zu überwinden.“ Die Analyse zeigte auch, dass in dieser Patientenpopulation supportive Therapie wenig in Anspruch genommen wurde; z.B. konsultierte nur eine von 10 Patientinnen einen Psychologen. „Als Onkologen sollten wir diese Möglichkeiten stärker aufzeigen“, schloss Di Meglio.

Literatur:

1. Di Meglio A et al. Proffered paper session. Ann Oncol 2020; 31( Supplement 2_abstr 183O).
2. CANTO cohort study: https://esmoopen.bmj.com/content/4/5/e000562


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