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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

07. Dezember 2017 mRCC: Erstlinientherapie mit Sunitinib nicht zu früh abbrechen

Seit der Einführung der Kinase-Inhibitoren (TKIs) hat sich die Therapie des metastasierten RCC deutlich verbessert. Allerdings stellen Diagnostik und Therapie des mRCC oftmals eine Herausforderung dar. Laut Prof. Dr. Michael Staehler, Großhadern, ist die Kooperation des behandelnden Urologen und eines onkologischen Radiologen nicht nur bei der Diagnostik, sondern auch in der Beurteilung des Therapieerfolgs essenziell.
Der TKI Sunitinib (Sutent®), der u.a. die Tumorangiogenese hemmt, und der mTOR-Inhibitor Temsirolimus (Torisel®), der die Einleitung der Zellteilung blockiert, werden in den Leitlinien der European Association of Urology (EAU) und der European Society for Medical Oncology (ESMO) für die Erstlinientherapie bei mRCC-Patienten empfohlen. Temsirolimus ist bei Patienten mit hohem Progressionsrisiko angezeigt.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen von Sunitinib sind Grad-1/2-Toxizitäten, die durch symptomatische Therapie meist gut beherrschbar sind. Im Bereich 3/4 dominieren Hypertonie, Fatigue, Durchfall und Hand-Fuß-Syndrom. Eine Hypertonie kann ein Hinweis auf einen ausreichend hohen Wirkstoffspiegel und ein mögliches Ansprechen auf die Therapie sein.

Wichtig ist, die Sunitinib-Dosis von 50 mg täglich möglichst beizubehalten. Erst ab einer Tumorgrößen-Zunahme von 20% kann man von einem Progress des Tumors ausgehen. Selbst wenn in der Bildgebung innerhalb von 10 Wochen kein Ansprechen erkennbar ist, heißt das nicht unbedingt, dass Sunitinb nicht wirkt. „Ändert man die Therapiestrategie zu schnell, hat man womöglich eine hocheffektive Therapie verschenkt“, so Staehler. „Die Wirksamkeit der Therapie lässt sich anhand der Gefäßversorgung des Tumors beurteilen, indem man die Bilder mit und ohne Kontrastmittel vergleicht“ ergänzte Prof. Dr. Anno Graser, Großhadern. „In der radiologischen Verlaufsbeurteilung werden leider viele Fehler gemacht.“ Er wünsche sich ein Netzwerk für seltene Krebserkrankungen. „Man muss sich mit den Kollegen austauschen, denn man braucht sehr viel Erfahrung, um den Verlauf des RCC anhand von radiologischer Bildgebung beurteilen zu können.“

Dr. Maren Mundt

Quelle: Workshop: „Therapielinien voll ausschöpfen, Patientennutzen maximieren: Moderne Sequenztherapie und Bildgebung in der Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms“, 18.10.2017, München; Veranstalter: Pfizer Oncology


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