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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2021 GEP-NET: Wirksamkeit der PRRT nachgewiesen

Obwohl neuroendokrine Tumoren (NET) zu den seltenen Erkrankungen zählen, nehmen die Fälle der Neuerkrankungen in den letzten Jahren immer mehr zu. Im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz nannte Prof. Dr. Markus Essler, Bonn, die NETTER-1-Studie als wegweisend für die Nuklearmedizin und die Behandlung neuroendokriner Tumoren. In dieser Studie konnte die Wirksamkeit der Peptid-Rezeptor-Radionuklid-Therapie (PRRT) mit 177Lu-Dotatate (Lutathera®) bei Patienten mit gut differenzierten (G1 und G2) gastroenteropankreatischen (GEP-)NET erstmalig gezeigt werden.
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Hauptlokalisation der NET ist der Gastrointestinaltrakt gefolgt von der Lunge. Eine wichtige therapeutische Zielstruktur bieten die Somatostatin­rezeptoren, die auf den Tumoren hoch exprimiert werden. Als Meilensteine in der Therapie bezeichnete Prof. Dr. Marianne Pavel, Erlangen, die Einführung der Somatostatinanaloga (SSA) und der PRRT. SSA sind in der Regel Erstlinientherapien. Die PRRT wird bei gastrointestinalen NET in der Zweitlinie empfohlen, sowohl in der ESMO-Leitlinie als auch in der Leitlinie der DGVS. Beim Dünndarm-NET ist Pavel zufolge die PRRT inzwischen die am häufigsten eingesetzte Zweitlinientherapie. Ein früherer Einsatz von PRRT wird aktuell in prospektiven Studien wie z.B. der NETTER-2-Studie untersucht, in der Patienten mit höher proliferativen NET (G2/G3) 177Lu-Dotatate als Erstlinientherapie erhalten.

Die PRRT ist ein Beispiel für die sog. Theragnostik – das Zusammenspiel von Diagnostik und Therapie. Für die Therapie mit 177Lu-Dotatate wird ein Peptid als Trägermolekül für das radioaktive Nuklid Lutetium-177 genutzt. Lutetium-177 hat laut Essler gegenüber Yttrium-90 einen strahlenbiologischen Vorteil, da es eine sehr geringe Reichweite von wenigen Millimetern im Gewebe besitzt, wodurch das umliegende gesunde Gewebe weitgehend geschont wird. Durch die γ-Emission von 177Lu ist zudem eine Bildgebung mit eine Szintigraphie oder SPECT/CT gut möglich, während sie mit 90Y von niedriger Qualität ist.

In der Phase-III-Zulassungsstudie NETTER-1, die Lutathera® bei Patienten mit gut differenzierten (G1 und G2) GEP-NET untersuchte, zeigten Patienten unter 177Lu-Dotatate im Vergleich zu einer Behandlung mit dem SSA Octreotid ein signifikant verlängertes progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) (1). Das Risiko für ein Fortschreiten der Krankheit wurde um 79% verringert. Im 177Lu-Arm waren 30 Ereignisse und im Octreotid-Arm 78 Ereignisse aufgetreten (HR=0,21; p<0,0001). Das mediane OS lag im Octreotid-Arm bei 27,4 Monaten und war im 177Lu-Arm noch nicht erreicht. In keiner der zuvor spezifizierten Subgruppen war SSA besser als PRRT. Die PRRT würde laut Essler zudem eine geringe Toxizität aufweisen. Zugelassene Therapien wie die PRRT bei den NET könnten dabei helfen, die Nuklearmedizin zunehmend in der Onkologie zu etablieren, so Essler abschließend.

Dr. rer. nat. Anita Schweiger

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz „Nuklearmedizinische Theragnostik im Fokus“, 26.11.2020; Veranstalter: AAA (Advanced Accelerated Applications)

Literatur:

(1) Strosberg J et al. N Engl J Med 2017;376:125-135.

 


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