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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
15. März 2018

COMPASS-Studie: Genom-basierte Präzisionsmedizin für das fortgeschrittene duktale Pankreas-Adenokarzinom (PDAC)

COMPASS ist eine prospektive Studie mit dem primären Ziel, prädiktive Mutations- und Transkriptionsmerkmale des fortgeschrittenen PDAC zu identifizieren, um die Patienten-Stratifizierung und Therapiewahl zu verbessern. Patienten mit fortgeschrittenem PDAC wurden prospektiv vor der Erstlinien-Kombinationschemotherapie für die Gesamtgenom-Sequenzierung (WGS) und das RNA-Sequencing (RNASeq) rekrutiert.
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Primärer Endpunkt war die Machbarkeit, ob die WGS-Ergebnisse vor der ersten CT zur Krankheitseinschätzung nach 8 Wochen vorlagen. Der wichtigste sekundäre Endpunkt war die Identifizierung von Patientensubgruppen mit prädiktiven Mutations- und Transkriptionssignaturen. Von 63 Patienten, die sich einer Tumorbiopsie zwischen Dezember 2015 und Juni 2017 unterzogen haben, war das WGS bzw. RNASeq in 62 (98%) bzw. 60 (95%) erfolgreich. Die Ergebnisse lagen median 35 Tage nach der Biopsie vor. Damit wurde der primäre Endpunkt der Machbarkeit erfüllt. 3 Patienten mit einem instabilen genomischen Subtyp, darunter 2 mit einem neuen „duplicator“-Phänotyp, sprachen gut auf modifiziertes (m)FOLFIRINOX (d.h. 5-FU, Leucovorin, Irinotecan und Oxaliplatin in einer 80%-Dosierung) an.

Bei 2 Fällen mit der gleichen BRCA2-Keimbahnmutation wiesen nur die, die auf die Chemotherapie ansprachen, einen Verlust der Heterozygotie (LOH) und die genomischen Merkmale der Doppelstrangbruch-Reparaturdefizienz auf. Ca. 25% der Tumoren zeigte ein basal-ähnliches RNA-Expressionsmuster, diese waren Chemotherapie-resistent. Eine Tumorschrumpfung wurde vor allem bei Patienten mit dem klassischen RNA-Subtyp beobachtet (p=0,003). 30% der Patienten wiesen potentiell aktive genetische Alterationen auf.

Prospektiv vergleichendes Genom-Profiling beim fortgeschrittenen PDAC ist durchführbar und die frühen Daten weisen darauf hin, dass sich das Ansprechen auf eine Chemotherapie zwischen Patienten mit verschiedenen genomischen/transkriptomischen Subtypen unterscheidet, was der Anstoß für weitere Studien sein könnte.
 

(übers. v. um)

Literatur:

Aung KL et al. J Clin Oncol 36, 2018 (suppl 4S; abstr 211).


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