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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
09. Februar 2017

Interdisziplinäre Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren

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Die Behandlung von Tumoren in der Kopf-Hals-Region muss interdisziplinär erfolgen. Denn Therapie, Begleiterscheinungen der Erkrankung sowie die Therapiefolgen weisen so viele Facetten auf, dass sie in einer Disziplin nicht mehr darstellbar sind.

Die primäre Diagnostik mittels Endoskopie, Probeentnahmen und Ultraschalluntersuchungen erfolgt durch Hals-Nasen-Ohrenärzte oder Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgen. Aber bereits zur Ausbreitungsdiagnostik werden diagnostische Radiologen und Nuklearmediziner mit ihren Möglichkeiten des CTs, MRTs und des PET-CTs erforderlich. Auch die pathohistologische Untersuchung erfordert ein breites Spektrum. Die reine Diagnose eines Plattenepithel-, Adenokarzinoms oder eines Schmincke-Tumors reicht in Zukunft nicht mehr aus. Die Häufigkeit von PD-L1-positiven Tumor- und Normalzellen sowie weitergehende genetische Untersuchungen, insbesondere bei Speicheldrüsentumoren, werden demnächst zum Standardrepertoire gehören müssen. Die Interpretation dieser Befunde wird immer komplexer und schwieriger werden; ein entsprechendes Fachwissen aller Beteiligten ist erforderlich. Zu den bereits benannten Fächern kommen zusätzlich die Strahlentherapie und die medikamentöse Tumortherapie hinzu. Eine Monotherapie – Operation oder Strahlentherapie – kommt heute allenfalls bei sehr kleinen Tumoren noch in Frage. Die meisten anderen Tumoren werden durch Kombinationen aus Chirurgie, Strahlentherapie und medikamentöser Tumortherapie behandelt. Welches Therapiekonzept am besten geeignet ist, muss individuell entschieden werden – unter Berücksichtigung funktioneller, ästhetischer, tumorbiologischer und prognostischer Faktoren, aber auch der Wünsche des Patienten. Eine interdisziplinäre Beratung des Patienten ist wünschenswert, wird aber nicht immer umgesetzt. Auch die Behandlung in Zentren, wie sie von der Deutschen Krebsgesellschaft vorgesehen ist, erfolgt nicht immer.

Ein Teil dieser Aspekte wird in dieser Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE angesprochen: Prof. Dietz stellt die Indikationen zur operativen Therapie, neue operative Therapieverfahren und den Einfluss auf postoperative Therapieverfahren dar. Dr. Hakim stellt aktuelle Konzepte und Weiterentwicklungen der Rekonstruktion des Gesichtsskeletts nach ausgedehnten Operationen vor. Frau Dr. Haderlein zeigt in ihrem Beitrag, welche Möglichkeiten die Strahlentherapie hat, das Bestrahlungsvolumen und die Bestrahlungsdosis individuell an die Situation des Patienten und des Tumors anzupassen. Prof. Keilholz gibt einen Überblick über die derzeitigen Möglichkeiten der Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren, deren Erfolgsaussichten und weitere Zukunftskonzepte zur Integration in die multimodale Therapie.

All diese Artikel zeigen wichtige Ausschnitte aus der vielfältigen Problematik der Behandlung von Tumoren der Kopf-Hals-Region. Damit unterstreichen sie die Bedeutung der Interdisziplinarität in der Behandlung dieser Tumoren.

Prof. Dr. Rainer Fietkau, Erlangen

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