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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2018 Ruxo-BeAT: Ruxolitinib vs. Best Available Therapy für Patienten mit Hochrisiko-Polycythaemia Vera oder Essentieller Thrombozythämie

D. Gezer, S. Isfort, T. H. Brümmendorf, S. Koschmieder, Uniklinik RWTH Aachen, Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzelltransplantation, Aachen.

Ruxolitinib gilt als Standardtherapie für Patienten mit Primärer Myelofibrose (PMF) mit symptomatischer Splenomegalie und/oder führender vegetativer Symptomatik. Bei der Polycythaemia Vera (PV) hingegen ist es bisher nur in Zweitlinie zugelassen und für Patienten mit Essentieller Thrombozythämie (ET) überhaupt nicht. Im folgenden stellen wir Ihnen eine Studie vor, die den Einsatz von Ruxolitinib in Erstlinie bei Hochrisiko-Patienten mit PV und ET testet.
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Fachinformation
Zur Gruppe der klassischen BCR/ABL-negativen Myeloproliferativen Neoplasien gehören neben der PMF auch die PV sowie die ET. Neben gesteigerten Zellzahlen und einem erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse leiden betroffene Patienten auch häufig an vegetativen Symptomen.

Bei der PV und der ET benötigen Patienten mit Hochrisiko-Charakteristika (u.a. Alter über 60 Jahre, Thrombose/Thromboembolie in der Vorgeschichte, und/oder über 1.500 Thrombozyten pro nl) eine zytoreduktive Therapie. Während viele Patienten initial keine Therapie benötigen (sog. Niedrigrisikogruppe), werden auch viele dieser Patienten im Laufe der Erkrankung therapiebedürftig. In dieser Situation stellt neben der Leukozytose, Polyglobulie und Thrombozytose die vegetative Symptomatik und symptomatische Splenomegalie ein Problem in der Behandlung der Patienten dar. Während für Patienten mit PMF Ruxolitinib in Erstlinie zugelassen ist, steht dieser Tyrosinkinase-Inhibitor Patienten mit PV nur nach Versagen bzw. Intoleranz gegenüber Hydroxycarbamid zur Verfügung und für Patienten mit ET ist dieser Wirkstoff aktuell nicht verschreibbar. Die Auswertungen der bisherigen Studien zu Ruxolitinib haben gezeigt, dass Ruxolitinib signifikant besser wirkt (Reduktion einer Splenomegalie und der vegetativen Symptomatik) im Vergleich zu vorhandenen Therapiealternativen, nicht endgültig geklärt ist der Einfluss von Ruxolitinib auf thromboembolische Ereignisse.

In der Ruxo-BeAT Studie, einer wissenschaftlich initiierten multizentrischen randomisierten Phase-II-Studie der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stamzelltransplantation der Uniklinik RWTH Aachen, wird derzeit untersucht, in wie weit eine Therapie mit Ruxolitinib für Patienten mit einer Hochrisiko-PV oder Hochrisiko-ET das Ansprechen im Vergleich zu sonstigen Therapiealternativen (Best Available Therapy) steigern kann bzw. besser verträglich ist.
 
Abb. 1: Studienkonzept der Ruxo-BeAT Studie.
Studienkonzept


In dieser laufenden Studie werden jeweils 190 Patienten mit einer Hochrisiko-PV/-ET im Verhältnis 1:1 einem Therapie-Arm zugeordnet (Abb. 1). Hierbei liegt das Hauptaugenmerk auf dem Erreichen einer kompletten hämatologischen Remission (CHR), der Dauer der Remission, der Effektivität bezgl. Aderlassfrequenz und Milzgröße sowie der Untersuchung der Sicherheit, insbesondere von thromboembolischen Komplikationen.

Einschlusskriterien (Auszug)
  • ECOG-Status 0-2
  • Diagnose einer PV oder einer ET (WHO 2008) mit Indikation zu einer zytoreduktiven Therapie nach DGHO-Leitlinien
  • PV-Patienten dürfen max. 6 Wochen mit Hydroxycarbamid, Anagrelide oder Interferon vorbehandelt sein
  • ET-Patienten dürfen therapienaiv oder vorbehandelt sein
  • Adäquate Leberfunktion mit Bilirubin, AST und ALT < 2x ULN, außer direkt MPN-assoziiert
  • Adäquate Nierenfunktion mit einer GFR > 40 ml/h

Ausschlusskriterien (Auszug)
  • Patienten mit einer post-PV/ET MF
  • Vorbehandlung mit Ruxolitinib oder Intoleranz zu möglichen Standardtherapien
  • Inadäquate hämatologische Reserve mit Granulozyten < 1x109/l oder Thrombozytenzahlen < 50x109/l
  • Bekannte Hepatitis B, C oder HIV-Infektion
  • Schwere Begleiterkrankungen wie Tuberkulose, COPD im Stadium IV, fortgeschrittene Herzinsuffizienz oder unkontrollierter Diabetes mellitus
  • Splanchnische Thrombose innerhalb der letzten 3 Monate
  • Dauerhafte Steroidtherapie von mehr als 20 mg pro Tag


Ansprechpartner und Leiter der Studie

Sponsor
Medizinische Fakultät der RWTH Aachen
repräsentiert durch das Center for Translational
and Clinical Research Aachen (CTC-A)

LKP
Prof. Dr. med. Steffen Koschmieder
Uniklinik RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Tel.: 0241/8080981
E-Mail: skoschmieder@ukaachen.de

Co-LKP
Prof. Dr. med. Tim Brümmendorf
Uniklinik RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen

Medizinische Koordinatoren
Dr. med. Deniz Gezer
Tel.: 0241/8037225

Dr. med. Susanne Isfort
Tel.: 0241/8037411

Projektmanagement und Monitoring
Christina Grohe, Irina Viol


Eine erweiterte Liste der studienspezifischen Ein- und Ausschlusskriterien können Sie hier einsehen: www.med4u.org/13734

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