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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

03. August 2016 Rezidivierende AML: Sind präleukämische Stammzellen die Wurzel des Übels?

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die häufigste Form akuter Leukämien bei Erwachsenen. Trotz gutem initialen Ansprechen auf eine Chemotherapie erleidet ein großer Anteil der Patienten ein Rezidiv. Die „Wurzel des Übels“ könnten präleukämische Stammzellen sein, die eine Chemotherapiebehandlung überstehen, wie eine Münchner Arbeitsgruppe nachweisen konnte.
Akute Leukämien werden hauptsächlich durch erworbene Genveränderungen ausgelöst. Bei einigen Patienten ist der Ursprung ein Klon präleukämischer Stammzellen, die leukämiespezifische Mutationen tragen. Sie können sich zu normalen Blutzellen entwickeln, doch zusätzliche Mutationen führen zur Entwicklung einer AML. Wenn der AML-Klon durch eine intensive Chemotherapie eradiziert wird, sind präleukämische Stammzellen immer noch nachweisbar, wie eine Münchner Arbeitsgruppe zeigen konnte. Bei 197 AML-Patienten, die im Rahmen einer deutschen Multizenterstudie (AMLCG-2008) behandelt wurden und in Remission waren, wurde eine Mutationsanalyse in 88 Genen durchgeführt, die bei einer Leukämie bekanntermaßen verändert sind, berichtete Dr. Klaus Metzeler, München, auf der EHA-Pressekonferenz. Bei 36% der Patienten konnten persistierende Mutationen in den Genen DNMT3A, TET2, ASXL1 und SRSF2 nachgewiesen werden. Die persistierenden Mutationen waren häufiger bei älteren Patienten und korrelierten mit einer höheren Rezidivrate. Dieser Zusammenhang erklärt, warum ältere Patienten eine schlechtere Prognose haben und häufiger rezidivieren.

Diese Studie wurde von Dr. M. Rothenberg-Thurley, LMU München, in der Best Abstract Session vorgestellt (1).

(as)

Literatur:

(1) Rothenberg-Thurley M et al. EHA 2016, Abstr. S145.


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