Dienstag, 20. August 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

07. Dezember 2017 Phase-Ib/II-Studie zur Kombinationstherapie mit Pembrolizumab (MK-3475) bei Patienten mit mCRPC (Keynote-365) – Studie AP 94/16 der AUO

H. Rexer1, Prof. Dr. C. Wülfing2, Prof. Dr. M. Retz3, AUO.

Leiterin der klinischen Studie (LKP) in Deutschland ist Prof. Dr. Margitta Retz, München; ihre Aufgaben liegen in der medizinischen Durchführung und Abwägung von Nutzen-Risiko der Studie, Umsetzung des Prüfplans in ärztlichen Belangen in Deutschland. Sie ist Ansprechpartnerin für Ethikkommission und Behörden und mit zuständig für die abschließende ärztliche Bewertung der Ergebnisse. Sponsor der Studie ist die MSD SHARP & DOHME GMBH, Haar. Die Studie ist unter der Nummer NCT02861573 bei clinicaltrials.gov registriert.
Anzeige:
Sogenannte Checkpoint-Inhibitoren werden bei vielen Krebserkrankungen, darunter auch Harnblasen- und Nierenzellkarzinom, erfolgreich eingesetzt. Für den Einsatz dieser Medikamente beim Prostatakarzinom liegen jedoch erst wenige Daten vor und es gibt nur wenige Studien hierzu. Deshalb soll in der vorliegenden Studie der Einsatz des Checkpoint-Inhibitors Pembrolizumab nach verschiedenen Vortherapien untersucht werden.

Hierfür werden die Patienten gemäß der Vortherapie in 3 Kohorten eingeteilt:

In Kohorte A werden Patienten mit 200 mg Pembrolizumab i.v. alle 3 Wochen und 400 mg Olaparib 2x täglich behandelt, die als Vortherapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) mit Docetaxel oder einer anderen Chemotherapie sowie mit bis zu 2 endokrinen Therapien der zweiten Generation (z.B. Abirateron, Enzalutamid) behandelt wurden.

Die Patienten in Kohorte B haben als Vortherapie Abirateron oder Enzalutamid erhalten und werden in der Studie mit 200 mg Pembrolizumab i.v. alle 3 Wochen und 75 mg/m² Docetaxel i.v. alle 3 Wochen (max. 10 Zyklen) behandelt.

In Kohorte C wird 200 mg Pembrolizumab i.v. alle 3 Wochen und 160 mg Enzalutamid täglich verab-reicht; hier finden sich Patienten, die als Vortherapie des mCRPC Abirateron und keine Chemotherapie erhielten (eine Vorbehandlung mit Docetaxel im hormonsensitiven Setting ist zulässig, sie muss jedoch mindestens 4 Wochen zurückliegen).

In allen Kohorten wird Pembrolizumab über maximal 35 Zyklen (2 Jahre) verabreicht, sofern kein Behandlungsabbruch erforderlich wird oder das Therapieende gemäß Studienprotokoll erreicht wird.
 
Abb. 1: Studienzentren in Deutschland.
Abb. 1: Studienzentren in Deutschland.


Die primären Ziele dieser Phase Ib/II-Studie sind die Sicherheit und Verträglichkeit der Kombinationstherapien sowie die jeweiligen PSA (Prostata-spezifisches Antigen)-Ansprechraten. Als sekundäre Ziele werden die Zeit bis PSA-Progression, das radiologisch progressionsfreie Überleben (rPFS), das Gesamtüberleben (OS), die objektive Response-Rate (ORR), die Dauer des Ansprechens (DOR) sowie die Krankheitskontrollrate (DCR) für die verschiedenen Kohorten ausgewertet.

In diese offene, nicht randomisierte Multizenterstudie sollen 210 Patienten (70 je Kohorte) eingebracht werden, davon ca. 30 in 7 deutschen Zentren (siehe Abb. 1). Die Zentren nehmen gerne Patientenzuweisungen entgegen, Kontaktdaten hierfür finden sich in Tabelle 1. Abbildung 2 zeigt den bisherigen Rekrutierungsverlauf.

 
Tab. 1: Teilnehmende Studienzentren.
Teilnehmende Studienzentren
Braunschweig Prof. Dr. Peter Hammerer, Tel.: 0531/595-2492,
E-Mail: p.hammerer@klinikum-braunschweig.de
Homburg Prof. Dr. Carsten-Henning Ohlmann, Tel.: 06841/16247-00,
E-Mail: carsten.ohlmann@uniklinikum-saarland.de
Köln Prof. Dr. Jan Herden, Tel.: 0221/478-82108,
E-Mail: jan.herden@uk-koeln.de
München Prof. Dr. Margitta Retz, Tel.: 089/4140-2522,
E-Mail: margitta.retz@lrz.tum.de
Münster PD Dr. Martin Bögemann, Tel.: 0251/83474-47,
E-Mail: martin.boegemann@ukmuenster.de
Nürnberg Dr. Marinela Augustin, Tel.: 0911/398-7746,
E-Mail: marinela.augustin@klinikum-nuernberg.de
Ulm Dr. Friedemann Zengerling, Tel.: 0731/500-58153,
E-Mail: friedemann.zengerling@uniklinik-ulm.de
 
 
Abb. 2: Bisheriger Rekrutierungsverlauf.
Abb. 2: Bisheriger Rekrutierungsverlauf.


Einschlusskriterien

- Einverständnis zur Studienteilnahme
- Alter ≥ 18 Jahre
- Histologisch oder zytologisch gesichertes Adenokarzinom der Prostata ohne kleinzellige Histologie
- Vorliegen von Tumorgewebe (abhängig von Kohorte unterschiedlich gewonnen)
- Progression innerhalb von 6 Monaten vor Screening
   • PSA-Progression: mindestens 2 ansteigende Werte mit Intervall ≥ 1 Woche zwischen den Messungen und PSA bei Screening ≥ 2 ng/ml
   • Radiologische Progression: Weichteilläsionen gemäß RECIST 1.1 oder im Knochen (2 oder mehr neue Läsionen im Knochenszintigramm)
- Androgensuppression mit Testosteron < 50 ng/dl
- Optionale Gabe von Bisphosphonaten oder RANK-L-Inhibitoren mit stabilen Dosierungen ≥ 4 Wochen vor Behandlungsbeginn
- Bereitschaft zu adäquater Empfängnisverhütung
- Adäquate Organfunktion
- Weitere Einschlusskriterien je nach Kohortenzugehörigkeit

Ausschlusskriterien

- Vorherige monoklonale Antikörpertherapie innerhalb von 4 Wochen vor Therapiebeginn
- Teilnahme an einer klinischen Prüfung innerhalb von 4 Wochen vor Therapie-beginn
- Diagnostizierte Immunschwäche oder systemische Steroidtherapie oder andere Form der Immunsuppression innerhalb von 7 Tagen vor Therapiebeginn
- Vorherige Radiumtherapie
- Vorliegen einer aktiven Autoimmunerkrankung mit Notwendigkeit einer systemischen Behandlung innerhalb der letzten 2 Jahre
- Anamnese von (nicht-infektiöser) Pneumnoitis, die Steroidtherapie erforderte oder aktive Pneumonitis
- Vorherige Teilnahme an anderen Pembrolizumab-Studien oder vorherige Therapie mit Anti-PD-1-, Anti-PD-L1-, Anti-PD-L2-Präparat


1 AUO Geschäftsstelle, Seestr. 11, 17252 Schwarz, AUO@MeckEvidence.de
2 Organgruppe Prostatakarzinom der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V., Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin
3 Leiterin der klinischen Prüfung (LKP), TU München, Klinikum r. d. I., Urologische Klinik und Poliklinik, Ismaninger Str. 22, 81675 München

Das könnte Sie auch interessieren

Junge Menschen vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten schützen

Junge Menschen vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten schützen
© Jochen Schönfeld / Fotolia.com

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Impfempfehlungen zur HPV-Impfung erweitert. Während es die offizielle Empfehlung für Mädchen bereits seit dem Jahr 2007 gibt, empfiehlt sie die HPV-Impfung seit diesem Jahr auch für Jungen. Um auf die Wichtigkeit der HPV-Impfung hinzuweisen, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Informationsmaterialien entwickelt, die derzeit an die ärztlichen Praxen versendet werden und darüber...

Sächsische Krebsgesellschaft e.V.: „Aktiv gegen Krebs“

Das Vermitteln von Wissen zum Thema Krebs versteht die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. (SKG) als ihre vordringlichste Aufgabe. Das betrifft das Wissen der Betroffenen, also der an Krebs erkrankten Menschen, die sich in allen
Fragen rund um ihre Erkrankung an die SKG wenden können, wie auch das Wissen der Bevölkerung. "Wir wollen vermitteln, dass man mit Krebs leben kann", erklärt Professor Dr. Ursula Froster, Vorstandsvorsitzende der SKG.

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“
© Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

„Hut ab“ oder „Chapeau“ - das sagen Menschen, um Wertschätzung und Anerkennung vor der Leistung Anderer auszudrücken. Am 25. Juni 2016 bietet die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums an 40 Orten in Deutschland Mitbürgern die Möglichkeit, durch die Geste des „Hutziehens“ ein Zeichen der Solidarität mit an Krebs erkrankten Menschen zu setzen und das Engagement der ehrenamtlich...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Phase-Ib/II-Studie zur Kombinationstherapie mit Pembrolizumab (MK-3475) bei Patienten mit mCRPC (Keynote-365) – Studie AP 94/16 der AUO"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren