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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Oktober 2019
Seite 1/4
Perioperative Systemtherapie des lokal fortgeschrittenen Magenkarzinoms

M. Stahl, Klinik für Internistische Onkologie und Hämatologie mit integrierter Palliativmedizin, Evangelische Kliniken Essen-Mitte.

Das Adenokarzinom des Magens ist nach wie vor eine Tumorentität mit schlechter Prognose. Im Gegensatz zur palliativen Therapie metastasierter Tumoren hat die Systemtherapie in der kurativ intendierten Behandlung in Verbindung mit einer Operation in den letzten Jahren wesentlich zur Verbesserung der Heilungschancen beigetragen. Die perioperative Therapie mit FLOT (5-Fluorouracil/Folinsäure/Oxaliplatin/Docetaxel) ist daher zumindest in Europa Standard in der Behandlung lokal fortgeschrittener, ösophagogastraler Adenokarzinome (AEG).
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Magenkarzinome können im proximalen Magen (subkardial), im mittleren Drittel (Fundus und Corpus) oder im distalen Magen (Antrum) entstehen. Adenokarzinome im proximalen Magen werden auch als AEG Typ III (nach Siewert) bezeichnet. Sie werden von AEG Typ I und II dadurch abgegrenzt, dass sie nicht den ösophagogastralen Übergang (sog. Z-Linie) direkt infiltrieren. Somit werden sie als Magenkarzinome kategorisiert (8. Auflage der TNM/UICC-Klassifikation) (1), AEG Typ I und II hingegen als Ösophaguskarzinome.
 
Im Gegensatz zu AEG ist die Inzidenz des Magenkarzinoms in den westlichen Industriestaaten über die letzten Jahrzehnte stetig zurückgegangen. Dennoch sterben in Deutschland jährlich ca. 5.300 Männer und 3.800 Frauen an dieser Tumorentität (2). Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 72 Jahren und bei Frauen bei 76 Jahren – und damit deutlich höher als bei anderen soliden Tumoren. Die Prognose von Patienten mit metastasierter Erkrankung ist weiterhin ungünstig mit einer medianen Überlebenszeit von weniger als 12 Monaten.
 
Versuche, die palliative Erstlinientherapie zu verbessern, sind in der Vergangenheit überwiegend gescheitert. Dies gilt für Kombinationen aus klassischen Zytostatika ebenso wie für zielgerichtete Substanzen. Unzweifelhaft erfolgreich ist hingegen die multimodale Therapie in Kombination mit einer Operation bei lokal fortgeschrittenen Tumoren, obwohl die Standards international nicht einheitlich sind.
 
Als lokal fortgeschritten können einerseits Tumoren bezeichnet werden, deren lokale Ausdehnung wegen Infiltration von Nachbarstrukturen (c oder pT4b) oder ausgedehnter regionaler Lymphknoten-Metastasierung (c oder pN3) keine komplette Resektion ermöglicht. Die Therapie dieser Tumoren ist i.d.R. als nicht-kurativ anzusehen und folgt den Vorgaben der Therapie metastasierter Tumoren.
 
Für diese Übersicht wird die Definition „lokal fortgeschritten“ so verwendet, dass Tumoren zwar nach klinischem Staging potenziell resektabel erscheinen (cT3 oder cT4a oder cN1-3, cM0), mit alleiniger Chirurgie jedoch die Gefahr inkompletter Resektionen hoch ist und auch nach R0-Resektion die Chance auf Langzeitüberleben unter 30% liegt. Für diese Situation wurden in den letzten 20 Jahren zahlreiche randomisierte Studien durchgeführt, um die Prognose zu verbessern.
 
 
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