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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. März 2017 Nivolumab wirksam bei Adenokarziomen des Magens und des gastroösophagealen Übergangs

In den letzten Jahren haben sich für die Behandlung des fortgeschrittenen Magenkarzinoms sowie des Adenokarzinoms des gastroösophagealen Übergangs (AEG) eine Erst- und Zweitlinien-Chemotherapie etabliert. Dennoch ist die Prognose für diese Erkrankungen schlecht. In einer Phase-III-Studie (1) konnte kürzlich bei stark vorbehandelten Patienten mit dem Anti-PD-1-Antikörper Nivolumab eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) und des progressionsfreien Überlebens (PFS) nachgewiesen werden.
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Fachinformation
„Es gibt keine etablierte Behandlung für AEG-Patienten, deren Krankheit nach 2 vorangegangenen Chemotherapien noch fortschreitet“, erklärte Prof. Dr. Yoon-Koo Kang, Seoul, Südkorea, auf dem ASCO GI 2017. Nivolumab ist ein humaner monoklonaler IgG4-Antikörper, der den PD-1-Rezeptor für programmierten Zelltod blockiert, und da AEGs sich durch eine erhöhte Produktion von PD-L1 auszeichnen, lag es nahe, die Wirksamkeit von Nivolumab zu überprüfen.

Für die Studie wurden 493 Patienten rekrutiert. Einschlusskriterien waren: inoperabler fortgeschrittener oder rezidivierter Magenkrebs oder Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs und eine vorherige Behandlung mit mindestens 2 verschiedenen Chemotherapien. Ein Adenokarzinom musste histologisch bestätigt sein. 330 Patienten wurden 2:1 randomisiert zu 3 mg Nivolumab pro kg Körpergewicht oder Placebo.

Das mediane OS (primärer Endpunkt) betrug in der Interventionsgruppe mit Nivolumab 5,32 Monate gegenüber 4,14 Monaten in der Placebogruppe (p<0,0001). Die Gesamtüberlebensrate betrug nach 6 Monaten 46,4% (Interventionsgruppe) gegenüber 34,7% (Placebogruppe) und nach 12 Monaten 26,6% (Interventionsgruppe) gegenüber 10,9% (Placebogruppe). Die Gesamtansprechrate (ORR) betrug 11,2% in der Interventionsgruppe verglichen mit 0% in der Placebogruppe (p<0,0001). Das mediane PFS lag unter Nivolumab bei 1,61 Monaten und bei 1,45 Monaten unter Placebo. „37,3% der Patienten im Nivolumab-Arm zeigten eine Tumorreduktion versus 12,4% im Placebo-Arm“, erläuterte Kang. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen Grad 3 oder schwerer traten bei 11,5% der Patienten in der Interventionsgruppe und bei 5,5% der Patienten in der Placebogruppe auf.

Nivolumab erwies sich damit als geeignet für eine Drittlinientherapie. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Nivolumab eine neue Behandlungsoption für stark vorbehandelte Patienten mit Adenokarzinom des Magens und des gastroösophagealen Übergangs sein könnte“, so Kang.

(romw)

Quelle: Oral Abstract Session, Abstr. 2, Gastrointestinal Cancers Symposium 2017, San Francisco

Literatur:

(1) Kang Y-K et al. J Clin Oncol 35, 2017 (Suppl 4S, #2).


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