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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2018 Multiples Myelom: Pomalidomid wirksam bei Lenalidomid-vorbehandelten Patienten

Obgleich Lenalidomid in der Therapie von neu diagnostizierten Patienten mit multiplem Myelom (MM) eine zunehmende Rolle, insbesondere als Erhaltungstherapie, einnimmt, wird es wichtiger, Optionen für nachfolgende Therapielinien zu entwickeln. Paul Richardson vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston und Erstautor der OPTIMISMM-Studie, verwies bei einem Satellitensymposium auf die gute Wirksamkeit von Pomalidomid in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason bei Lenalidomid-vorbehandelten Patienten.
In der Phase-III-Studie OPTIMISMM prüfte die zusätzliche Gabe von Pomalidomid zu Bortezomib und Dexamethason (PVd vs. Vd) bei rezidivierten/refraktären Patienten mit multiplem Myelom und Lenalidomid-Vorbehandlung. In die multizentrische, randomisierte Studie wurden insgesamt 559 Patienten mit 1-3 vorherigen Therapielinien und ≥ 2 Zyklen Lenalidomid eingeschlossen. Lenalidomid-refraktär waren etwa 70% der Studienteilnehmer und Lenalidomid-refraktär in der letzten vorangegangenen Therapielinie 60%. Nahezu zwei Drittel der Patienten hatte vor Studieneinschluss Bortezomib erhalten.

Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt. Das PFS wurde durch die zusätzliche Pomalidomid-Gabe von median 7,1 auf 11,2 Monate hochsignifikant verlängert (HR=0,61; p<0,0001). Nach 12 Monaten waren 49% (PVd) vs. 32% (Vd) der Patienten ohne Progress, nach 18 Monaten 36% vs. 22%. Patienten, die nur eine vorangegangene Therapielinie erhalten hatten, profitierten mit einer Verlängerung des medianen PFS von 11,6 auf 20,7 Monate (HR=0,54; p=0,0027). Die Ansprechrate war mit 82,2% vs. 50% im PVd-Arm signifikant höher als im Vd-Arm. Eine komplette Remission erreichten 15,7% vs. 4,0% der Patienten.

Nebenwirkungen von Grad 3/4, insbesondere Neutropenien (41,7% vs. 8,5%), febrile Neutropenien (3,2% vs. 0) und Infektionen (30,9% vs. 17,8%) wurden häufiger unter PVd berichtet. Tiefe Beinvenenthrombosen (Grad 3/4: 0,7% vs. 0,4%) und Lungenembolien (Grad 3/4: 4,0% vs. 0,4%) traten selten auf und waren nicht fatal.

Dr. rer. nat. Ine Schmale

Quelle: Satellitensymposium „The modern architecture of MM treatment – Designing for unprecedented outcomes“, EHA, 14.06.2018, Stockholm; Veranstalter: Celgene


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