Samstag, 24. August 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. September 2017 Multiples Myelom: Orale Triplett-Therapie mit Ixazomib für mehr Freiraum des Patienten

Der erste orale Proteasom-Inhibitor Ixazomib ist im Behandlungsalltag von Patienten mit einem Multiplen Myelom angekommen, wie auf einem Workshop in einer großen onkologischen Praxis in Aschaffenburg deutlich wurde. Seit Anfang 2017 steht zur Therapie von erwachsenen Patienten mit einem rezidivierten und/oder refraktären Multiplen Myelom und mindestens einer Vortherapie der orale Proteasom-Inhibitor Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason (Rd) zur Verfügung.
Anzeige:
Fachinformation
Das vollständig orale Triplett-Regime bedeutet für die Patienten weniger Praxisbesuche, mehr Freiraum für Beruf und Freizeit sowie weniger i.v.-Zugänge, betonte die onkologische Fachkraft Christiane Sauer. Dies könne die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessern.


Signifikanter PFS-Vorteil unter Ixazomib

Dr. Silke Schirrmacher-Memmel, Aschaffenburg, präsentierte aktuelle Daten, die die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ixazomib unterstreichen: Die multizentrische, randomisierte und placebokontrollierte Phase-3-Studie TOURMALINE-MM1 schloss 722 erwachsene Patienten mit rezidiviertem oder/und refraktären Multiplen Myelom ein (1, 2). Nach einer medianen Beobachtungszeit von 14,7 Monaten war das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) unter dem Proteasom-Inhibitor+Rd um rund sechs Monate länger als unter Placebo+Rd. Die Hazard Ratio zugunsten von Ixazomib+Rd betrug 0,74 (95%-KI: 0,59-0,94; p=0,01) (2). Schirrmacher-Memmel unterstrich auch die verkürzte mediane Dauer bis zum Ansprechen unter Ixazomib+Rd von 1,1 Monaten (vs. Placebo+Rd 1,9 Monate) (2). Das sei deutlich weniger als sie von einer oralen Therapie erwartet hätte, so ihr Kommentar.

Die signifikante Verlängerung des krankheitsfreien Überlebens unter Ixazomib+Rd im Vergleich zu Placebo+Rd wurde in den präspezifizierten Subgruppen beobachtet. Dazu gehörten u.a. Patienten mit ungünstigen Prognosefaktoren wie einer zytogenetischen Hochrisiko-Konstellation, einem höherem Alter oder 2 bzw. mehr Vortherapien (1). Die Therapie mit Ixazomib+Rd war im Vergleich zu Placebo+Rd mit nur wenigen zusätzlichen Nebenwirkungen verbunden (1, 2).

Monika Walter

Quelle: Praxis-Workshop: „Mit der Chance auf mehr Freiraum: Der orale Proteasom-Inhibitor Ixazomib im Behandlungsalltag beim Multiplen Myelom“, 09.08.2017, Aschaffenburg; Veranstalter: Takeda Pharma, Berlin

Literatur:


(1) Moreau P et al. N Engl J Med 2016;374:1621-34.
(2) Fachinformation NINLARO®, Stand November 2016.


Das könnte Sie auch interessieren

Neues Infoportal rund um Ernährung und Krebs ist online

Neues Infoportal rund um Ernährung und Krebs ist online
© ernaehrung-krebs-tzm.de

Das neue Infoportal der Arbeitsgruppe „Ernährung und Krebs“ am Tumorzentrum München (TZM) ist ab sofort unter www.ernaehrung-krebs-tzm.de online. Es bündelt wissenschaftlich fundierte Informationen, gibt praktische Hilfestellung und vermittelt Kontakte zu anerkannten Therapeuten und Beratungsstellen rund um das Thema Ernährung und Krebs. Die Arbeitsgruppe besteht aus qualifizierten Ärzten und Ernährungsfachkräften unter der Leitung von Professor...

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017
© Paolese / Fotolia.com

Deutschlands Urologen gehen neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit der Einführung der „Urologischen Themenwochen“ baut die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr Engagement in der medizinischen Aufklärung der Bevölkerung erneut aus: Den Anfang macht die Urologische Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017. Mit zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen wollen Urologinnen und Urologen männliche Heranwachsende und junge...

Darmkrebsvorsorge: Künstliche Intelligenz vermag Krebsvorstufen von harmlosen Wucherungen zu unterscheiden

Darmkrebsvorsorge: Künstliche Intelligenz vermag Krebsvorstufen von harmlosen Wucherungen zu unterscheiden
© kras99 / fotolia.com

Die Entwicklung von Systemen mit Künstlicher Intelligenz geht rasend schnell voran – auch in der Medizin. 2017 hat in China mit dem kleinen Roboter-Arzt „Xiaoyi“ erstmals ein System mit Künstlicher Intelligenz das ärztliche Examen bestand. Auch die Früherkennung von Darmkrebs könnte in Zukunft durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz verbessert werden. In aktuellen Untersuchungen konnten die lernfähigen Systeme mit hoher Genauigkeit...

Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung

Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung
© ChenPG / Fotolia.com

Viele Krebspatienten schöpfen durch Musik, Malen oder andere künstlerische Tätigkeiten neue Kraft. Doch lange Zeit reichte der wissenschaftliche Kenntnisstand nicht aus, um die Wirkung von Musik- oder Kunsttherapien zu belegen. Erst in den letzten Jahren wurden hierzu vermehrt psychoonkologische Studien durchgeführt, in denen es gelang, die Steigerung des Wohlbefindens von Patienten durch künstlerische Betätigungen nachzuweisen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Multiples Myelom: Orale Triplett-Therapie mit Ixazomib für mehr Freiraum des Patienten"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich