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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Mai 2019 MM – Ausblick auf künftige Therapien in den nächsten 10 Jahren

Einen Ausblick auf die nächsten Jahre in der Behandlung des Multiplen Myeloms (MM) gab Kenneth C. Anderson, Boston, USA, in seiner Keynote-Lecture. Er betonte die Fortschritte, die durch zielgerichtete Behandlung des MM im Knochenmarkmilieu durch Proteasom-Inhibitoren, immun-modulierende Substanzen (IMiDs), Histondeacetylase-Inhibitoren und monoklonale Antikörper gemacht wurden. Aufgrund dieser Erfolge ließen sich nun neue Therapiemethoden entwickeln, die auf der Kombination verschiedener Therapien basierten und deren Ziel ein progressionsfreies Überleben und eine potentielle Heilung des MM sei, so seine Einschätzung.
Für die MM-Vorstufe monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) wurde festgestellt, dass ein Großteil der genetischen Veränderungen, die bei MM vorliegen, bereits vorhanden ist. Künftige Studien werden die Rolle des Knochenmarkmilieus im Krankheitsverlauf genauer untersuchen, außerdem den frühzeitigen Einsatz von Immuntherapien wie Vakzinierungen, um abnormale Klone gezielt abzutöten. Die gezielte Sequenzierung von MM-Zellen wird auch zur Prognoseeinschätzung verwendet werden.

Aktuell erhalten neu diagnostizierte Patienten, mit oder ohne Stammzelltransplantation, eine Triple-Therapie. In Zukunft wird die Zugabe von monoklonalen Antikörpern als Quadrupel-Therapie den Standard darstellen, mit dem Therapieziel der MRD-Negativität. Neue Wirkstoffe, die in Kürze zugelassen werden, sind u.a. Isatuximab und Venetoclax. Weitere neuartige Therapiestrategien sind z.B. Ubiquitin-Rezeptoren, welche die Resistenz gegenüber Proteasom-Inhibitoren aufheben sollen. IMiD-basiert werden Therapien entwickelt, die z.B. mit Hilfe von Degronimid einen gezielten Protein-abbau herbeiführen sowie Strategien zur Wiederherstellung der Cereblon-Level zur Untersuchung der IMiDs-Sensibilität. Zu den aktuellen Immuntherapien gehören Anti-APRIL-Antikörper, Immunotoxine, BiTE®-Antikörper, CAR-T-Zell-Therapien und Peptid-stimulierende T-Zellen, die alle am BCMA (B-cell maturation antigen) angreifen.

Darüber hinaus werden genomische und epigenetische Therapien, die auf Demethylasen und Methyltransferasen zielen, ebenso wie die Monitoring-Technologie mittels zellfreier DNA und Einzelzell-Sequenzierung das Outcome der Patienten noch weiter verbessern.

(ab)


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