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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Oktober 2017 Gastrointestinale Tumoren

Prof. Dr. Sebastian Stintzing
Bei GI-Tumoren – mit 25% die größte Gruppe aller soliden Tumoren – ist die Prognose trotz aller Fortschritte insbesondere in höheren Tumorstadien nach wie vor unbefriedigend. Der Fokus in der Behandlung liegt daher zunehmend auf Individualisierung der Therapie und interdisziplinärer Zusammenarbeit von Gastroenterologen, Viszeralchirurgen, Onkologen, Strahlentherapeuten, interventionellen Radiologen und Pathologen. Daneben gibt es spezielle Problemfelder wie die Ernährung nach Gastrektomie, welche die Zusammenarbeit mit nicht-ärztlichen Spezialisten erfordern. Nur so ist eine bestmögliche Versorgung möglich. Diese Entwicklungen haben z.B. in der Behandlung des CRC zur Gründung der Darmkrebszentren geführt.

Die aktuelle Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE spiegelt diese Vielfalt der Behandlungsmöglichkeiten und die Interdisziplinarität der Behandlung gastrointestinaler Tumoren wider. Gleich 3 Artikel beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten der Behandlung des CRC: Herr Ristig und Herr Ritz stellen die transanale Entfernung von Rektumkarzinomen in frühen Tumorstadien dar. Dabei wird klar, welche hohen Anforderungen wir an die radiologische Bildgebung und die Endosonographie haben, um die richtigen Patienten für dieses schonendere chirurgische Verfahren auszusuchen. Die sekundäre Metastasenresektion kolorektaler Karzinome birgt für einige Patienten die Chance der Heilung und wird durch die Entwicklungen in der Chirurgie und die Auswahl effektiverer chemotherapeutischer Regime zunehmend häufiger durchgeführt. Die sinnvolle Nachsorge dieser in kurativer Intention resezierten Patienten ist Inhalt des Artikels von Herrn Schmiegel und Herrn Brechmann. Der sinnvolle Einsatz prädiktiver (Bio-)Marker für die Auswahl der systemischen Therapie ist Thema des Beitrags von Herrn Modest und legt den Einfluss der molekularen Pathologie auf onkologische Entscheidungen dar. Abgerundet wird der Themenkomplex Kolonkarzinom durch das Interview mit Herrn Arnold zu wichtigen Studienergebnissen des vergangenen Jahres. Die Wertigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Behandlung des HCC wird in dem Beitrag der Kollegen Vogel, Potthoff, Neumann und Ricke deutlich: Aktuelle Studienergebnisse werden im Licht der Möglichkeiten der lokal-ablativen, chirurgischen und Systemtherapie diskutiert. Zystische Pankreasläsionen werden zunehmend als Zufallsbefund detektiert. Welche Konsequenzen man aus diesen Befunden ziehen sollte und welche Patienten einer chirurgischen Therapie mit den bekannten Morbiditätsrisiken zugeführt werden müssen, legen Herr Werner und Herr Schlitt dar. Ernährungsprobleme nach Pankreas- oder Magenentfernung haben einen großen Einfluss auf die Lebensqualität, Frau Rötzer definiert die Möglichkeiten einer spezialisierten Ernährungstherapie für diese Patientengruppe.

Dieses Heft gibt Einblicke in multiple Aspekte der Behandlung gastrointestinaler Tumoren und betont die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse und Patientenzufriedenheit.

Ihr
Prof. Dr. Sebastian Stintzing

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