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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2019 Fatigue als Symptom einer ITP oftmals unterschätzt

Die Immunthrombozytopenie (ITP) ist eine erworbene Thrombozytopenie, die durch eine Autoimmunreaktion gegen Thrombozyten und Megakaryozyten verursacht wird. Typische Symptome der ITP sind Petechien und Schleimhautblutungen. Viele ITP-Patienten klagen zusätzlich über Erschöpfungssymptome und Fatigue bis hin zu depressiven Störungen (1). Nun zeigen aktuelle Daten des ITP World Impact Surveys (I-WISh), die Dr. Carolin Kruse, Cleveland, Ohio, USA, und Kollegen beim ASH präsentierten, dass Ärzte das Symptom Fatigue nicht in gleichem Maße als substanzielles Problem wahrnehmen wie die Patienten selbst (2).
Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) weist in ihren 2018 aktualisierten Leitlinien zur ITP darauf hin, dass die Berücksichtigung der Lebensqualität ab der Zweitlinientherapie der chronischen ITP immer bedeutsamer wird (1). Allerdings mangelte es bislang an aussagekräftigen Daten zur Auswirkung der ITP auf die Lebensqualität. Wichtige neue Erkenntnisse erbrachte jetzt eine weltweite Querschnittsbefragung von ITP-Patienten und ihren behandelnden Ärzten im Rahmen des I-WISh. Dazu hatten 1.507 Patienten und 472 Ärzte aus 13 Ländern einen Online-Fragebogen ausgefüllt. Die beim ASH vorgestellten Interimsdaten zeigten, dass ITP-Patienten unter einer hohen Symptomlast leiden. Fatigue erwies sich aus Sicht der Patienten als schwerwiegendstes Symptom (2).

Insgesamt ergab die Befragung, dass die ITP die Lebensqualität und das Alltagsleben der Betroffenen erheblich beeinträchtigt. So berichteten 44% der Befragten, dass die Erkrankung ihre Energiereserven um mehr als die Hälfte reduzierte, 28% klagten über eine Minderung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit um mehr als die Hälfte. Die am häufigsten genannten Symptome waren bei Ärzten und Patienten ähnlich und umfassten v.a. Blutungssymptome. Das Symptom, das die Patienten am häufigsten nannten und als besonders schwer einstuften, war die Fatigue. Im Vergleich zu den Patienten, die Fatigue in 73% der Fälle als Symptom bei der Diagnose nannten, das bei 65% auch zum Zeitpunkt der Untersuchung noch bestand, wurde dieses Symptom von den Ärzte deutlich seltener genannt (30% Diagnose, 31% allgemein). Die Ärzte schätzten auch die Schwere des Symptoms als nicht so hoch ein wie die Patienten.

Die Autoren hoffen, dass die Ergebnisse des I-WISh dazu beitragen, das Verständnis für die Symptomlast bei der ITP und speziell die Fatigue zu schärfen (1). Zudem untermauern die aktuellen Daten die Notwendigkeit, symptomatische Patienten einer wirkungsvollen Therapie zuzuführen, die sich nicht nur an Blutungsneigung und Thrombozytenzahl, sondern auch am Krankheitsstadium und -verlauf sowie individuellen Faktoren orientiert. Gemäß der aktuellen DGHO-Leitlinie werden primär Glukokortikoide eingesetzt, während in der Zweitlinie Thrombopoetinrezeptor-Agonisten wie Eltrombopag (Revolade®) als wichtigste Option bei Patienten mit therapiepflichtiger chronischer ITP gelten (2).


Mit freundlicher Unterstützung der Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Literatur:

(1) Onkopedia Leitlinie Immunthrombozytopenie. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/immunthrombozytopenie-itp/@@view/html/index.html
(2) Kruse C et al. ASH 2018; Abstract 2273.


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