Dienstag, 26. März 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juli 2018 CP-CML: 5-Jahres-Langzeitdaten bestätigen tiefes Ansprechen auf Ponatinib

„Die chronische myeloische Leukämie (CML) macht 13% aller Leukämien aus, und ihre Therapie und -ziele haben sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verbessert“, erläuterte Prof. Dr. Gianantonio Rosti, Bologna, Italien. Es wurden Medikamente für die chronische Phase (CP) entwickelt, die die Blastenkrise verzögern/verhindern und die CML so in eine chronische Krankheit verwandelt haben. So überblickt man mittlerweile mehr als 15 Jahre Therapieerfahrung mit dem Erstgenerations-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Imatinib. Zudem hat man mit TKIs der zweiten und dritten Generation auch für solche Patienten, die gegen Imatinib resistent werden (45%), weiter die Möglichkeit des Remissionserhalts. Nun wurden auf dem EHA aktuelle Daten der Phase-II-Studie PACE (1) zu dem Drittgenerations-TKI und Pan-BCR-ABL-Inhibitor Ponatinib vorgestellt.
Anzeige:
Fachinformation
Die Studien ENESTnd und DASISION haben gezeigt, dass mit Nilotinib bzw. Dasatinib das 5-Jahres-Gesamtüberleben (OS) vergleichbar ist und dass mit diesen TKIs nach Vortherapie mit Imatinib tiefe molekulare Remissionen bis MR5 (< 0,001% BCR-ABLIS) möglich sind. Entsprechend wurden auch die Therapieziele angepasst, sagte Rosti, der auch dem Panel der ELN angehört: Von der Reduktion um 3-Log-Stufen (major molecular response, MMR) und der per FISH detektierbaren „Complete cytogenetic response“ (CCyR) hin zu molekularen Remissionen unter die Grenze des Detektierbaren (MR um 4,5 oder 5 Log-Stufen). Das neue Therapieziel, das daraus folgt, ist die Therapiefreiheit (therapiefreie Remission, TFR). Studien wie STIM und TWISTER haben gezeigt, dass nach 3 Jahren Therapiestopp 40% der CML-Patienten weiter in Remission waren.

Prof. Dr. Fausto Castagnetti, Bologna, Italien, stellte auf dem EHA 2018 in Stockholm aktuelle Daten der Phase-II-Studie PACE (1) zu Ponatinib vor. 60% der CP-CML-Patienten waren bereits mit mehr als 3 TKI vorbehandelt, 80% hatten Resistenzen gegen Nilotinib und Dasatinib entwickelt. Die 5-Jahres-OS-Rate betrug 73%, progressionsfrei waren nach 5 Jahren noch 53%. „Die bekannten Nebenwirkungen, die 45% der Patienten unter Ponatinib erfuhren, waren Rash, Bauchschmerzen und Thrombozytopenie. Allerdings zeigte sich erstmals eine höhere Inzidenz an arteriellen okklusiven Ereignissen (AOE) (29% alle Grade, 23% Grad 3/4) sowie thromboembolischen Ereignissen (VTE), sodass in der Studie ab 2013 die Dosis auf 15 mg/Tag reduziert wurde“, so Castagnetti. Nach diesem Zeitpunkt entwickelten 17% der CP-CML-Patienten erstmals eine AOE, die Inzidenz sank also. Das Ansprechen blieb auch unter der Dosisanpassung erhalten. „Das frühe Erreichen einer CCyR und Absenken der BCR-ABL-Transkripte war mit einem verbesserten Überleben verbunden, ungeachtet der reduzierten Dosierung.“

„Die Langzeit-Ergebnisse über 5 Jahre zeigen, dass man mit Ponatinib ein tiefes, langanhaltendes und klinsch relevantes Ansprechen bei diesen schwer vorbehandelten CP-CML-Patienten erreicht hat. Der TKI ist potenter gegen Mutationen und kann auch bei T3151-Mutation eingesetzt werden. Aufgrund der erhöhten AOE-Inzidenz, die PACE ebenfalls gezeigt hat, ist unsere Empfehlung, mit der vollen Dosis von 45 mg zu starten, und bei MCyR-Patienten eine Dosisreduktion auf 30 oder 15 mg zu erwägen“, sagte Rosti.

ab

Quelle: Fachpressekonferenz Iclusig® anlässlich der Jahrestagung der EHA „Therapy with 3rd Generation TKI in CML“, 27.06.2018, Frankfurt; Veranstalter: Incyte

Literatur:

(1) Cortes J et al. Blood 2018.


Das könnte Sie auch interessieren

Neues Infoportal rund um Ernährung und Krebs ist online

Neues Infoportal rund um Ernährung und Krebs ist online
© ernaehrung-krebs-tzm.de

Das neue Infoportal der Arbeitsgruppe „Ernährung und Krebs“ am Tumorzentrum München (TZM) ist ab sofort unter www.ernaehrung-krebs-tzm.de online. Es bündelt wissenschaftlich fundierte Informationen, gibt praktische Hilfestellung und vermittelt Kontakte zu anerkannten Therapeuten und Beratungsstellen rund um das Thema Ernährung und Krebs. Die Arbeitsgruppe besteht aus qualifizierten Ärzten und Ernährungsfachkräften unter der Leitung von Professor...

Deutsche Bevölkerung hat große Angst vor Krebs und weiß wenig über moderne Krebstherapien

„Vor welcher Krankheit haben Sie persönlich am meisten Angst, dass Sie daran erkranken könnten?“ – Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Ergebnis: 57 Prozent der befragten Deutschen nennen Krebs an erster Stelle. Damit führt Krebs das Feld der gefürchtetsten Krankheiten mit großem Abstand an. Wie gleichzeitig ermittelt wurde, hat nur ein Drittel der Befragten* in letzter Zeit...

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs
© Merck Serono

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass es sich auch in diesem Jahr an der Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs beteiligt. Diese wird zum vierten Mal von der Europäischen Kopf-Hals-Gesellschaft (engl.: European Head and Neck Society, EHNS) initiiert und findet vom 19. bis 23. September 2016 statt. Im Rahmen der europaweiten Aktivitäten veranstalten mehrere deutsche Kliniken und Kopf-Hals-Zentren Patiententage und bieten...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CP-CML: 5-Jahres-Langzeitdaten bestätigen tiefes Ansprechen auf Ponatinib"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.