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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Juni 2016 Blasenkrebs: Atezolizumab wirksame und gut verträgliche Erstlinientherapie

Eine Immuntherapie mit dem Anti-PD-L1-Antikörper Atezolizumab erwies sich als wirksame und gut tolerierte Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Blasenkrebs, für die eine Standardtherapie mit Cisplatin nicht in Frage kommt. Nach den Ergebnissen der Phase-II-Studie IMvigor210 kam es bei etwa einem Viertel der Patienten zu einer Abnahme des Tumorvolumens, und dies resultierte in einem medianen Überleben von 14,8 Monaten. Zu erwarten ist bei Patienten in diesem Krankheitsstadium mit einem Carboplatin-basierten Regime ein Überleben von 9-10 Monaten.
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Fachinformation
Etwa die Hälfte der Patienten mit fortgeschrittenem Blasenkarzinom ist körperlich nicht fit genug für eine Behandlung mit Cisplatin. „Für diese Patienten gibt es tatsächlich keine Standardtherapie“, sagte der Studienautor Arjun Vasant Balar, New York.

In der einarmigen Phase-II-Studie IMvigor210 erhielten Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom Atezolizumab. Es gibt 2 Behandlungsgruppen. Eine Gruppe hatte Atezolizumab als Zweitlinientherapie erhalten und die andere Gruppe als Erstlinientherapie. Die Ergebnisse für die Zweitlinien-Gruppe wurden bereits veröffentlicht, woraufhin die FDA Atezolizumab eine beschleunigte Zulassung für die Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen Blasenkarzinoms nach Behandlung mit einem Platin-basierten Regime erteilt hat.

Auf dem ASCO-Kongress wurden nun die Ergebnisse der Gruppe vorgestellt, die Atezolizumab in der Erstlinie erhalten hatte (1). Nach einem medianen Follow-up von 14,4 Monaten sprachen 28 von 119 Patienten (24%) auf die Behandlung mit Atezolizumab an. Die Dauer des längsten Ansprechens belief sich auf mehr als 18 Monate, und bei 12 der 28 Responder (75%) war das Ansprechen zum Zeitpunkt der Analyse noch anhaltend. Das mediane Gesamtüberleben betrug 14,8 Monate.

Insgesamt war Atezolizumab gut verträglich. 10-15% der Patienten hatten ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Hypothyreoidismus, Leberfunktionsstörungen, Rash und Diarrhö. Die Mehrzahl hatte keine oder nur wenige Nebenwirkungen und nur 6% brachen die Therapie aufgrund von Toxizität frühzeitig ab. Im Vergleich dazu liegt die Rate der Therapieabbrüche unter Carboplatin-basierten Chemotherapieregimen bei 20%, sagte Balar, so dass die Immuntherapie besser verträglich erscheint, was gerade für ältere Patienten sehr wichtig ist.

(red)

Literatur:

(1) Balar FV et al. ASCO 2016; LBA4500.


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