Dienstag, 26. März 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juli 2018
Seite 1/2
Erstlinientherapie beim nicht-resektablen/metastasierten nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinom

H. Rexer, AUO Geschäftsstelle, Seestr. 11, 17252 Schwarz. Prof. Dr. T. Steiner, Organgruppensprecher der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V., Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin. Prof. Dr. L. Bergmann, Leiter der klinischen Prüfung (LKP), Universitätsklinikum Frankfurt, Medizinische Klinik II, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt.

Eine randomisierte, offene Phase-II-Studie zu Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab vs. Sunitinib-Monotherapie bei Patienten mit nicht vorbehandeltem, fortgeschrittenem (nicht resezierbarem oder metastasiertem), nicht-klarzelligem Nierenzellkarzinom – SUNNIFORECAST– AN 41/16 der AUO.
Etwa 25% der Nierenzellkarzinome sind vom nicht-klarzelligen Typ. Für diese seltene Tumorart gibt es nur wenige klinische Studiendaten und nur begrenzte Therapieoptionen. Während es für das klarzellige Nierenzellkarzinom zahlreiche zugelassene Therapieoptionen und Leitlinienempfehlungen gibt, stehen entsprechende Studien zum nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinom noch aus.

Mit der vorliegenden Studie soll deshalb eine Kombinationstherapie aus Nivolumab mit Ipilimumab gegen eine Monotherapie von Sunitinib in dieser speziellen Indikation untersucht werden. Aus entsprechenden Phase-I-Studien gibt es Hinweise, dass eine Kombination der beiden Präparate effektiver ist als die Therapie mit einer Einzelsubstanz.

In diese randomisierte, offene IIT-Studie der Phase II werden Patienten mit nicht vorbehandeltem fortgeschrittenen (nicht resektabel oder metastasiert) nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinom 1:1 in 2 Behandlungsarme randomisiert. Die Patienten werden dabei nach Risikogruppen und Histologie (papillär vs. nicht-papillär) stratifiziert. Die Patienten in Arm A erhalten 4 Dosen einer Kombinationstherapie mit Nivolumab von 3 mg/kg und Ipilimumab von 1 mg/kg, intravenös verabreicht alle 3 Wochen. Danach wird 240 mg Nivolumab alle 2 Wochen intravenös gegeben. In Arm B wird eine Monotherapie von 50 mg Sunitinib täglich über 4 Wochen gefolgt von einer 2-wöchigen Behandlungspause durchgeführt. Die Behandlung erfolgt bis zum Auftreten einer Progression gemäß RECIST 1.1 oder inakzeptablen Toxizitäten.

Hauptziel der Studie ist die Überlebensrate (OS) nach 12 Monaten; sekundäre Ziele sind die Überlebensrate nach 6 und 12 Monaten und die Dauer der Response (DoR) in beiden Armen und allen Subgruppen. Weitere sekundäre Ziele sind das progressionsfreie Überleben (PFS), das mediane Gesamtüberleben (mOS) und die objektive Responserate (ORR). Als explorative Ziele werden die Sicherheit und Tolerabilität der Therapien, die Immunogenizität der Kombinationstherapie, potentielle prädiktive Biomarker, Zusammenhänge zwischen SNPs in bestimmten Genen (z.B. PD-1, PD-L1, PD-2, CTLA-4) und den klinischen Endpunkten bzw. dem Auftreten von Nebenwirkungen sowie krankheitsbezogene Symptome (anhand des FKSI-DRS-Fragebogens) ausgewertet.

In die Studie sollen bis 2020 in 8 europäischen Ländern 306 Patienten in ca. 50 Studienzentren eingebracht werden, davon 60-80 Patienten in 15 deutschen Zentren (Abb. 1). Zuweisungen von Patienten nehmen die teilnehmenden Zentren gerne entgegen, die Kontaktdaten hierfür sind Tabelle 1 zu entnehmen. Im folgenden findet sich eine Auswahl an Ein- und Ausschlusskriterien zur Vorauswahl geeigneter Patienten. Abbildung 2 zeigt den bisherigen Rekrutierungsverlauf in der Studie.

 
Abb. 1: Studienzentren in Deutschland.
Abb. 1: Studienzentren in Deutschland.
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs
© Olivier Le Moal / Fotolia.com

Der Krebsaktionstag findet alle zwei Jahre am letzten Kongresstag des Deutschen Krebskongresses in Berlin statt und wird von der Stiftung Deutsche Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Berliner Krebsgesellschaft e. V. organisiert. Krebsexperten treffen, Wissen erweitern, Selbsthilfegruppen kennenlernen: Der 8. Krebsaktionstag bietet Ihnen aktuellste Informationen rund um das Thema Krebs. Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen, an der...

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden
© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Am 8. März ist Weltfrauentag. Seit mehr als 100 Jahren prangern Frauen in aller Welt an diesem Tag Missstände an und streiten für ihre Rechte. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, kurz FSH, und die Stiftung Deutsche Krebshilfe verleihen an diesem Tag den Frauen, die an Krebs erkrankt sind, eine Stimme. Denn immer noch gibt es in der Versorgung der Betroffenen Defizite. So wird eine Tumorerkrankung nach wie vor häufig zur Armutsfalle.

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Lange Zeit galt die Diagnose Lungenkrebs als sicheres Todesurteil. Dank neuer Diagnostik und personalisierter Behandlungsmethoden haben sich die Aussichten für Betroffene in den letzte fünf Jahren dramatisch verbessert, wie Experten auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Mailand erklärten. Wichtig sei, stets einen Lungenfacharzt in die Behandlung mit einzubeziehen, betont die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Patienten...

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten
© Jenny Sturm / fotolia.com

Außen kalt, innen überheizt, dazu Glatteis, Schnee und trübes Licht – der Winter ist für Krebspatienten keine leichte Zeit. Aufgrund der geschwächten Immunabwehr und den damit einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Im Monatsthema Dezember gibt das ONKO-Internetportal hilfreiche Tipps, wie Krebspatienten gut und sicher durch die kalten Monate kommen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erstlinientherapie beim nicht-resektablen/metastasierten nicht-klarzelligen Nierenzellkarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.