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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. September 2019 ASCO-Studienergebnisse zu Prostata-, Nierenzell- und Kopf-Hals-Tumoren

Bereits zum fünften Mal stellte das Uniklinikum Regensburg in einer eintägigen Veranstaltung klinisch relevante Studienergebnisse, die auf dem ASCO präsentiert worden sind, in den Fokus. Darunter waren u.a. interessante Daten zum Prostatakarzinom, Nierenzellkarzinom und zu Kopf-Hals-Tumoren.
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mHSPC

Prof. Dr. Maximilian Burger, Regensburg, hob die ersten Ergebnisse der Phase-III-Studie TITAN hervor, in der beim metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC) Apalutamid zur Androgendeprivationstherapie (ADT) gegen Placebo + ADT evaluiert wurde (1). 8% der Patienten hatten eine lokale Vortherapie, 11% hatten Docetaxel erhalten. Primäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das radiologische progressionsfreie Überleben (rPFS). Nach 22,6 Monaten waren noch 66% der Apalutamid-Gruppe und 46% der Placebo-Gruppe unter Therapie. Es zeigt sich ein OS-Vorteil mit 33%-Reduktion des Risikos zu versterben in der Apalutamid-Gruppe, und zwar sowohl bei hoher als auch niedriger Tumorlast (HR=0,67; p<0,0053; medianes OS in beiden Gruppen nicht erreicht). Das mediane rPFS wurde in der Apalutamid-Gruppe nicht erreicht vs. 22,1 Monate in der Placebo-Gruppe. Das Risiko für Tod oder radiologischen Progress reduzierte sich in der Apalutamid-Gruppe um 52%. „Der Überlebensvorteil war in allen Subgruppen zu beobachten, also bei hohem oder niedrigerem Tumorvolumen sowie auch bei Patienten mit einer Docetaxel-Vortherapie“, so Burger.

In der gleichen Indikation mHSPC zeigte die Studie ENZAMET, dass Patienten mit hohem Tumorvolumen von der Zugabe von Enzalutamid zur ADT profitieren, gegenüber einem nicht-steroidalen Antiandrogen Bicalutamid, Flutamid oder Nilutamid zur ADT (2). „In der Studie konnte Enzalutamid zusätzlich zur Standardtherapie das Überleben bei Low- und High-volume-Patienten mit mHSPC verlängern. Die konkomitante Gabe von Docetaxel zu Enzalutamid bringt jedoch keinen Vorteil“, sagte er.


mRCC

Ein Update der Studie Keynote-426 zeigt einen Benefit der Erstlinientherapie Pembrolizumab/Axitinib beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) auch in den Subgruppen mit intermediate oder poor risk nach IMDC sowie mit sarkomatoiden Tumoren (3). In der ITT-Population betrug die Hazard Ratio für das 18-Monats-Gesamtüberleben 0,53 (p=0,0001). „Neben dem schon bekannten Benefit für Good-risk-Patienten zeigt sich ein Vorteil nun für alle Subgruppen, und auch bei sarkomatoiden Features bietet die Kombination einen Angriffspunkt“, schloss Burger.


r/r HNSCC

Die Ergebnisse der Studie Keynote-048 stellte Prof. Dr. Thorsten Reichert, Regensburg, vor. Pembrolizumab wurde hier alleine oder in Kombination mit Chemotherapie (Platin + 5-FU) in der Erstlinie vs. der Standard-Chemotherapie EXTREME (5-FU + Cisplatin + Cetuximab, gefolgt von Cetuximab-Erhaltungstherapie) bei Patienten mit rezidivierendem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (r/r HNSCC) und einem Combined Positive Score (CPS) von > 1% und > 20% für PD-L1 getestet (4). Die Gabe von Pembrolizumab oder Pembrolizumab + Platin + 5-FU verbesserte das Gesamtüberleben bei diesen PD-L1-CPS-Scores gegenüber EXTREME. „Pem/Platin/5-FU wird daher in der Erstlinientherapie des r/r HNSCC der neue Standard werden“, so Reichert.

Taxane werden zur Induktion, aber bisher nicht in der Erstlinientherapie eingesetzt. In der Studie TPExtreme wurde gezeigt, dass bei r/r HNSCC-Patienten die Erstlinientherapie mit TPEx (Docetaxel + Cisplatin + Cetuximab, gefolgt von Cetuximab-Erhaltungstherapie) gegenüber dem Erstlinienstandard EXTREME zwar in Bezug auf das Gesamtüberleben wie erwartet keinen Vorteil bringt, dass jedoch die Toxizität geringer ausfällt (5). „Mit TPEx ergibt sich daraus eine neue Erstlinienoption mit besserer Verträglichkeit“, sagte er abschließend.

(ab)

Quelle: „Highlights vom amerikanischen Krebskongress“, 03.07.2019, Universitätsklinikum Regensburg

Literatur:

(1) Chi K et al. J Clin Oncol 37, no. 15_suppl (May 20 2019) 5006-5006.
(2) Sweeney C et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr LBA2).
(3) Rini B et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 4500).
(4) Rischin D et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 6000).
(5) Guigay J et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 6002).


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