Mittwoch, 19. Juni 2019
Navigation öffnen

Marker CK7 und CK20 können bei Metastasen mit unbekanntem Primärtumor – (CUP) Hinweis auf die Primärtumorlokalisation geben

© pixologic / Fotolia.com

Als Malignome mit unbekanntem Primärtumor (Cancer of unknown primary, CUP) wird ein heterogenes Krankheitsbild mit Metastasen unterschiedlichster Tumorarten bezeichnet, deren primärer Entstehungsort unbekannt ist (1).

Metastasen mit unbekanntem Primärtumor machen circa 3-5% der Krebserkrankungen aus. Mehr Männer als Frauen leiden am CUP-Syndrom, das mittlere Erkrankungsalter der Betroffenen ist bei 60 Jahren (1).

Bei Verdacht auf Metastasen bei unbekanntem Primärtumor gehören zur Basisdiagnostik die ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung einschließlich einer Brustpalpation bei Frauen sowie einer Hodenpalpation bei Männern. Des weiteren sind eine Computertomographie vom Hals bis zum Becken, Laboruntersuchungen (Tumormarker) sowie histologische/zytologische und immunhistochemie Untersuchungen der Metastasen notwendig.

Bei lokalisiertem Befall sollten als weiterführende diagnostische Untersuchungen eine Skelettszintigraphie, ein MRT des Schädels oder gegebenenfalls eine PET/PET-CT durchgeführt werden.

Bei lokalisiertem Befall sollte eine radikale Lokaltherapie erfolgen, beruhend auf chirurgischer Resektion des Befundes und gegebenenfalls Radiotherapie.

Seiner Histologie entsprechend wir das CUP-Syndrom in folgende 4 Subtypen unterteilt: 1. gut bis mittelgradig differenzierte Adenokarzinome (50%), 2. geringgradig oder undifferenzierte Adenokarzinome, 3. Plattenepithelkarzinome und 4. undifferenzierte Neoplasien einschließlich neuroendokriner Tumoren, Lymphome, Keimzelltumoren, Melanome, Sarkome oder embryonaler Karzinome (1).

Bei Metastasen eines Adenokarzinoms mit unbekanntem Primärtumor können unter anderem die immunhistochemischen Marker CK7 und CK20 einen Hinweis auf die Primärtumorlokalisation geben.

Weiter Informationen z.B. zur derzeitigen Therapie können Sie unter http://www.therapiealgorithmen.com nachlesen.

Literatur:

(1) http://www.journalonko.de/aktuellview.php?id=2759

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren
Anzeige:

News

Stellenwert moderner Sequenzierungstechnologien für die Krebstherapie

Bei einem DKK-Symposium zum klinischen Nutzen molekularer Tumorprofile gaben zwei Drittel der Anwesenden bei einer TED-Abstimmung an, mit dem NGS-basierten Konzept der molekularen Tumoranalyse vertraut zu sein. Die Hälfte der Anwesenden gab an, NGS-basierte Verfahren zur Unterstützung der Diagnostik und für die Therapieentscheidung bereits zu nutzen. Ob die Datenlage dies rechtfertigt, hinterfragte PD Dr. Gunnar Folprecht, Dresden, der die bisherigen Studien zu dieser Thematik...

Umfassendes molekulares Tumorprofiling kann bei zielgerichteten Therapie unterstützen

Die Nutzung molekularer Informationen zur Unterstützung der Therapiewahl wird in der Onkologie aktuell intensiv erforscht. Speziell bei seltenen oder weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen können sie basierend auf dem jeweiligen Tumorprofil relevante Informationen zu möglichen zielgerichteten Therapien liefern. Der Service FoundationOne® sequenziert mehr als 300 aktuell bekannte krebsassoziierte Gene mit dem Ziel, die Therapieentscheidung von Ärzten zu...

Erhaltungstherapie beim rezidivierten Ovarialkarzinom: Nach Ansprechen auf Platin profitieren Frauen von Niraparib

Der Einsatz der PARP (Poly-ADP-Ribose-Polymerase)-Inhibition als Erhaltungstherapie für Frauen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom führte zu einer bisher noch nicht beobachteten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS). Die Erhaltungstherapie mit dem neuesten zugelassenen Vertreter der Substanzklasse, Niraparib (Zejula®), geeignete Patientinnenkollektive und die Lebensqualität der Frauen standen im Fokus eines Satellitensymposiums der Firma...

Molekulares Tumorprofiling als Grundlage für eine zielgerichtete Therapie beim CUP-Syndrom

Molekulare Informationen gewinnen in der Onkologie zunehmend an Bedeutung. Dies gilt insbesondere für das CUP-Syndrom (Cancer of Unknown Primary), bei dem die Lokalisation des Primärtumors unbekannt ist. In einer geplanten Studie wird deshalb umfassendes Tumorprofiling durch FoundationOne® als Basis für eine zielgerichtete Therapiewahl untersucht. Details hierzu wurden im Symposium „Perspektiven in der Onkologie“ der Roche Pharma AG auf dem 14....

Protein "P53" steuert Selbstverdauung von Krebszellen

Mitarbeiter des Laboratorio di Neuroembriologia Molecolare bei der Fondazione Santa Lucia haben in Zusammenarbeit mit dem Pariser Institut Gustave Roussy die für die Unversehrtheit des menschlichen Erbguts entscheidende Rolle des Proteins "P53" nachgewiesen. Gerät eine Zelle in Lebensgefahr, veranlasst das Eiweiß diese zu einer teilweisen Selbstverdauung. Der als Autophagie bekannte Vorgang ist besonders für die Krebsforschung interessant.