Journal Onkologie

Sentinel-Lymphknoten

BNGO
Plastische Darstellung der Anatomie der weiblichen Brust, im Hintergrund analysiert eine Ärztin eine Mammographie-Aufnahme
Interview mit Dr. Steffi Busch, Mühlhausen

Neue Empfehlungen der AGO Kommission Mamma: Was war wichtig für die Praxis?

Das State of the Art Meeting 2026 der Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) fand am 14. März in Frankfurt am Main und online statt. Die Expert:innen der Kommission haben wie jedes Jahr die Forschungsergebnisse des letzten Jahres gesichtet, deren Relevanz beurteilt und in die Therapieempfehlungen integriert. BNGO-Vorstandsmitglied Dr. Steffi Busch, niedergelassene Gynäko-Onkologin in Mühlhausen, war wieder vor Ort. Sie kommentiert für uns die aus ihrer Sicht wichtigsten Empfehlungen für die gynäko-onkologische Praxis in der Niederlassung.
Lesen Sie mehr 
SABCS 2025
SABCS 2025

Verzicht auf Axilladissektion bei Sentinel-Lymphknoten-Makrometastasen zeigt vergleichbare Ergebnisse

Bei Patient:innen mit frühem Mammakarzinom und ein bis drei Makrometastasen in Sentinel-Lymphknoten zeigten sich nach sechsjähriger Nachbeobachtung keine signifikanten Unterschiede im invasiven krankheitsfreien Überleben (iDFS) zwischen einer alleinigen Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLNB) und einer kompletten Axilladissektion. Dies ergab die zweite Randomisierung der INSEMA-Studie, deren Ergebnisse beim 48. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) präsentiert wurden.
Lesen Sie mehr 
Weitere Inhalte:
SABCS 2025
INSEMA-Studie: Geringere axilläre Strahlendosis ohne Sentinel-Lymphknoten-Biopsie
SABCS 2025

INSEMA-Studie: Geringere axilläre Strahlendosis ohne Sentinel-Lymphknoten-Biopsie

Eine sekundäre Analyse der INSEMA-Studie zeigt, dass bei brusterhaltender Operation ohne Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLNB) eine geringere unbeabsichtigte axilläre Strahlendosis und seltener eine regionale Lymphknotenbestrahlung verabreicht wurde. Die Ergebnisse wurden beim 48. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) präsentiert und liefern wichtige Erkenntnisse zur Strahlentherapie-Praxis bei der Deeskalation der axillären Chirurgie.
Lesen Sie mehr 
Weitere Inhalte:
Malignes Melanom
3d illustration of aligned cells with one red cell in the middle

Gewebebasierte Risikoprognose beim kutanen Melanom: Neuer Ansatz zur Bewertung der SLNB

Die Wächterlymphknotenbiopsie (sentinel lymphnode biopsy, SLNB) wird in der aktuellen Leitlinie zum Melanom ab einer Tumordicke von 1,0 mm oder ab 0,75 mm bei Hochrisiko-Konstellationen zur Ausbreitungsdiagnostik empfohlen. Trotz des diagnostischen Werts der SLNB zeigen Studien, dass bei korrekt indizierten Patient:innen die Wahrscheinlichkeit für einen Befall mit Tumorzellen unter 20% liegt, besonders bei dünnen Melanomen. Gewebebasierte Genexpressionsprofile (GEP) und Immunhistochemie (IHC) bieten vielversprechende Ansätze zur präziseren Risikostratifikation, um unnötige SLNBs zu reduzieren und Hochrisiko-Patient:innen frühzeitig zu identifizieren. Tests wie der 31-GEP und der Merlin-Assay zeigen, dass sie das Risiko eines Wächterlymphknoten (SLN)-Befalls besser vorhersagen und die Anzahl der SLNBs signifikant senken können. Außerdem wird die adjuvante Therapie mittels Immuncheckpoint-Inhibition bereits ab Stadium IIB/C, somit bei negativen SLNs, durchgeführt. Zusätzlich gewinnen blutbasierte Ansätze wie die Liquid Biopsy an Bedeutung, um die Krankheitserkennung und Therapieüberwachung zu verbessern. Zukünftige und aktuell laufende prospektive Studien sind entscheidend, um diese Tests in die klinische Praxis zu integrieren und die SLNB perspektivisch zu ersetzen.
Lesen Sie mehr