Journal Onkologie
Medizin
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Zum Auftakt der Preisverleihung hat Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, langjährig involviert in der onkologischen Spitzenforschung und Mitglied im Kuratorium der Stiftung, einen Impulsvortrag zur aktuellen und zukünftigen Rolle der Immunonkologie gehalten.

Neue Mechanismen, neue Chancen: Die prämierten Forschungsarbeiten 2026

1. Dr. med. Benjamin Ruf – MAIT-Zellen als neuer Ansatzpunkt gegen Leberkrebs

Leberkrebs zählt weltweit zu den Tumorerkrankungen mit besonders schlechten Überlebenschancen. Die Arbeit von Dr. Ruf zeigt einen völlig neuen immunologischen Mechanismus, der künftig therapeutisch genutzt werden könnte.

TCR-Liganden 5-OP-RU, entwickeln diese Zellen eine ausgeprägt entzündliche und zytotoxische TH1/NK-ähnliche Signatur und verstärken gleichzeitig die Tumorabwehr von ILC1- und NK-Zellen. Seine Ergebnisse zeigen: Aktivierte MAIT-Zellen entfalten starke antitumorale Effekte sowohl in vitro als auch in vivo und orchestrieren gemeinsam mit weiteren angeborenen Immunzellen eine wirksame Krebsabwehr. Damit positioniert Dr. Rufs Arbeit MAIT-Zellen als vielversprechendes neues Ziel für zukünftige immunonkologische Therapien gegen Leberkrebs.

2. Marc P. Schauer – GC-resistente CAR-T-Zellen für aggressive solide Tumoren

Die Entwicklung wirksamer CAR-T-Zelltherapien gegen solide Tumoren gilt als eine der größten Herausforderungen der heutigen Onkologie. Schauer identifiziert in seiner Forschung einen zentralen, bislang unterschätzten Mechanismus: Viele aggressive Tumoren – wie adenokortikale Karzinome (ACC), Pankreas- oder triple-negativer Brustkrebs (TNBC) – produzieren selbst Glukokortikoide (GC) und unterdrücken hierdurch die Wirksamkeit von CAR-T-Zellen.

Schauer zeigt, dass das Tumorantigen ROR1 über GC-Signalwege hochreguliert wird und sich dadurch ideal für CAR-T-basierte Immuntherapien eignet. Zugleich führt das tumoreigene GC-Milieu jedoch zu einer massiven Abschwächung der therapeutischen Wirkung. Mithilfe von CRISPR/Cas9 entwickelte Schauer erstmalig GC-resistente ROR1-CAR-T-Zellen, die eine deutlich höhere Überlebens- und Stoffwechselfitness zeigen, das Tumorwachstum in präklinischen Modellen vollständig kontrollieren und anhaltende Remissionen gegen mehrere GC-sekretierende Tumorentitäten vermitteln. Die Forschung bildet die Grundlage für eine neue Generation robuster CAR-T-Zellen – eine bereits genehmigte klinische Phase-I-Studie ist am Würzburger NCT Standort bereits angelaufen.

3. Jonas G. Scheck – Präzise Bildgebung für wirksamere Immuntherapie gegen Gliome

Gliome gehören zu den resistentesten Tumorerkrankungen, insbesondere aufgrund ihrer niedrigen T-Zell-Infiltration, immununterdrückenden Mikromilieu und eingeschränkten Medikamentenverfügbarkeit. Scheck entwickelte eine neue multimodale Bildgebungsplattform (MRI–Lichtblatt-Mikroskopie), mit der sich Immuntherapieverteilung auf Einzelzellebene im gesamten Gehrin sichtbar machen lässt. Damit konnte er zeigen, warum bestimmte Gliommodelle – wie das SB28-Modell – schlecht auf eine Immuntherapie ansprechen: Mikrovaskuläre Störungen, vasogenes Ödem und unspezifische Medikamentenverteilung verhindern eine effektive Wirkstoffaufnahme.

Kombiniert man jedoch VEGF-Inhibition, Bestrahlung und duale Immuntherapie, lassen sich Resistenzmechanismen durchbrechen: verbesserte Gefäßnormalisierung, proinflammatorische Polarisierung von Immunzellen und erhöhte Medikamentenverfügbarkeit führten zu deutlicher Verlängerung des Überlebens in Gliommodellen. Präklinische Bildgebungsparameter unter Immuntherapie werden in einer Biomarkeranalyse der multizentrischen N²M² Studie translatiert. Schecks Arbeit zeigt, dass präzise Bildgebung ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung zukünftiger Immuntherapien bei Hirntumoren ist.

„Ihr schafft Zukunft und Hoffnung“

„Wir erleben alle zwei Jahre aufs Neue, wie mutig und kreativ junge Forschende an komplexe Fragen der Immunonkologie herangehen“, sagte Dr. jur. Susanne Pfab, ARD-Generalsekretärin und Mitglied im Kuratorium der Stiftung, während der Verleihung. „Die diesjährigen Preisträger schaffen Wissen, das die Therapien von morgen prägen wird – und sie schaffen Hoffnung.“

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Quelle:

Bristol-Myers Squibb