News | Beiträge ab Seite 224
Gesundheitspolitik
GIST: Adjuvanz und Therapie der disseminierten Erkrankung
Bei Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) handelt es sich um eine insgesamt seltene Tumorentität, die ca. 18% aller Sarkome ausmacht und die häufigste Sarkom-Art im Bereich des Magen-Darm-Traktes darstellt. Während die Risikofaktoren für die Entwicklung einer GIST-Erkrankung nach wie vor unklar sind, sind die pathophysiologischen Mechanismen heutzutage größtenteils bekannt: Ca. 86% aller GIST weisen eine Mutation im c-KIT- oder PDGFRA-Gen auf. Der vorliegende CME-Beitrag diskutiert zunächst, bei welcher Patientengruppe und in welcher Form und Dosierung eine adjuvante Therapie indiziert ist, anschließend wird auf die Therapieoptionen im metastasierten Setting eingegangen.
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Medizin
Antiemese bei Chemotherapie: Netupitant/Palonosetron auch i.v. verfügbar
Viele Chemotherapie-Patienten leiden unter einer Mucositis und Schluckschwierigkeiten (1). Ihnen fällt es oft schwer, Medikamente oral einzunehmen. Für diese Betroffenen wurde das bewährte Antiemetikum Netupitant/Palonosetron, NEPA, (Akynzeo®) weiterentwickelt. Ab Juli 2020 steht NEPA auch zur intravenösen Anwendung als Infusion für den deutschen Markt zur Verfügung. Die neue Darreichungsform erwies sich als gleich gut wirksam in der Prävention der Chemotherapie-induzierten Nausea und Emesis (CINV) wie die bereits bisher verfügbaren Hartkapseln (2). Das Nebenwirkungsprofil entspricht ebenfalls jenem der Hartkapseln (3). Netupitant und Palonosetron werden in Kombination mit Dexamethason zur Dreifachprophylaxe entsprechend der aktuellen S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ als eine der wirksamen Optionen zur Emesisprophylaxe empfohlen (1). NEPA ist zur CINV-Prophylaxe Cisplatin-haltiger hoch (HEC) und moderat emetogener Chemotherapie (MEC) zugelassen (4).
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News
Vorläufer-B-Zell-ALL: Darm-Mikrobiom kann Einfluss auf die Krankheitsentstehung haben
In einem Mausmodell konnte gezeigt werden, dass das Mikrobiom-Profil ein potenzieller Biomarker sein könnte, um das Risiko genetisch prädisponierter Träger zu identifizieren, im späteren Verlauf eine Leukämie zu entwickeln oder nicht. Darüber hinaus stellte sich ein durch eine Antibiotika-Behandlung induzierter Mikrobiom-Mangel als Risikofaktor für die Entwicklung einer Leukämie heraus. Die Untersuchungen ergaben, dass eine früh im Leben stattgefundene Störung des Mikrobioms durch eine Antibiotika-Behandlung ausreicht, um eine Leukämie bei prädisponierten Mäusen auszulösen (48%) – sogar in Abwesenheit einer infektiösen Umgebung.
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Medizin
Netzfunde – Medizin & Fakten | 08 / 2020
Entdecken Sie jetzt unsere Netzfunde aus dem Juli: SARS-CoV-2 – Sorge der Bevölkerung sinkt; Zahl der Apotheken sinkt weiter; Beschleunigung der Arzneimittelforschung.
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Medizin
NSCLC: Hochrisikopatienten mit Lebermetastasen profitieren von Atezolizumab + Bevacizumab + Chemotherapie
Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) konnte mit der Krebsimmuntherapie Atezolizumab (Tecentriq®) in Kombination mit Bevacizumab (Avastin®) und Chemotherapie (Carboplatin plus Paclitaxel) auf Basis der Phase-III-Studie IMpower150 eine therapeutische Lücke geschlossen werden (1). Insbesondere Hochrisikopatienten mit Lebermetastasen und Patienten mit EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor)-Mutation nach Versagen einer zielgerichteten Therapie, die neuer, effektiver Folgetherapien bedürfen, profitieren von dem Kombinationsansatz (1). Aktuelle Daten einer auf dem diesjährigen ASCO vorgestellten explorativen Analyse der IMpower150-Studie zeigen nun, dass eine erweiterte Hochrisikogruppe profitieren kann: Bei NSCLC-Patienten mit hoher Tumorlast bestätigen die Daten einen klinisch relevanten Vorteil bezüglich des Gesamtüberlebens (OS) sowie der prüfärztlich beurteilten Ansprechrate (ORR) (2).
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Medizin
MM: Verbesserte Lebensqualität durch subkutane statt intravenöse Daratumumab-Gabe
Das Multiple Myelom (MM) ist nach wie vor eine Erkrankung mit einem sehr hohen medical need. Zwar hat sich das Gesamtüberleben(OS) durch neue Therapieoptionen insgesamt signifikant verbessert, doch nach wie vor besteht keine Heilungschance – auf kurze Remissionsphasen folgen unweigerlich Rezidive. Um so bedeutsamer ist die Verbesserung der Lebensqualität während der Therapie. Eine Möglichkeit ist die subkutane statt intravenöse Gabe von Daratumumab (Darzalex®), wie Prof. Dr. med. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg, auf einer Pressekonferenz erläuterte.
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Gesundheitspolitik
Krebsmedikamente gepanscht – Urteil gegen Apotheker rechtskräftig
In einem Skandal um jahrelang gepanschte Medikamente hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Haftstrafe gegen einen Apotheker aus dem Ruhrgebiet bestätigt. Der BGH in Karlsruhe lehnte die Revision des Mannes als unbegründet ab, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Das Urteil des Essener Landgerichts vom Juli 2018 gegen den damals 48-jährigen Apotheker aus Bottrop ist damit rechtskräftig. Wegen Tausender unterdosierter Krebsmedikamente zwischen 2012 und 2016 hatte Peter S. eine Haftstrafe von zwölf Jahren erhalten. Dem Gericht zufolge streckte er lebenswichtige Medizin seiner Patienten aus Habgier.
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Medizin
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Medizin
Pankreaskarzinom: Früherkennung mittels Künstlicher Intelligenz?
Bei 70-80% der Patienten wird die Diagnose eines Pankreaskarzinoms erst in einem späten Stadium gestellt, in dem eine kurative Behandlung nicht mehr möglich ist. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei nur 6%. Der Früherkennung kommt beim Pankreaskarzinom daher besonders große Bedeutung zu. Auf dem ESMO World Congress on Gastrointestinal Cancer wurde nun ein KI-basiertes Modell vorgestellt, mithilfe dessen eine Erkrankung bis zu 20 Monate vor der Diagnose vorhergesagt werden kann (1).
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Medizin
Gentest auf Verträglichkeit von Chemotherapie
Fluorouracilhaltige (FU) Arzneimittel werden sehr häufig in der systemischen Chemotherapie eingesetzt, u.a. bei Darm-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen- und Brustkrebs. Viele PatientInnen haben Nebenwirkungen. Einer der Gründe sind genetisch bedingte Stoffwechselstörungen, die den Abbau des Arzneimittels verzögern. Vor einem Jahr hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ein Risikobewertungsverfahren für FU-haltige Zytostatika eingeleitet, konkret zu Fluorouracil und den verwandten Wirkstoffen Capecitabin, Tegafur sowie zu Flucytosin. Jetzt wurde die Empfehlung ausgesprochen, einen spezifischen Gentest bei allen KrebspatientInnen vor Beginn dieser Therapie durchzuführen. Von den betroffenen Zulassungsinhabern wurden 2 Rote-Hand-Briefe versandt.
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Medizin
Eisenmangel bei onkologischen Patienten: Prävention, Diagnostik, Therapie
Eisenmangel bei Tumorpatienten beeinflusst die Wirksamkeit der Chemotherapie, erhöht das Auftreten lokaler Rezidive sowie der Mortalitätsrate und wirkt sich ungünstig auf die Lebensqualität der Patienten aus. Prof. Dr. med. Marc Thill, Frankfurt am Main, erläuterte bei einem digitalen Symposium die Hauptauslöser der Eisenmangelanämie bei onkologischen Patienten, die Diagnostik und Therapie, aber auch geeignete Präventionsmaßnahmen.
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Gesundheitspolitik
Glioblastom: Immuntherapie bei hoher Mutationslast und klinische Relevanz von Methylierungssubtypen
Glioblastome sind die häufigsten primären Tumore des zentralen Nervensystems. Es stehen unterschiedliche Behandlungsoptionen zur Verfügung, wobei die Standardtherapie nach wie vor die Resektion gefolgt von einer Radiochemotherapie ist. Bei hypermutierten Glioblastomen haben sich zudem Immuntherapien als vielversprechend erwiesen. In Studien werden neben der Effektivität von Immuncheckpoint-Inhibitoren auch die Durchführbarkeit und Verträglichkeit von personalisierten Multipeptidvakzinen bewertet mit dem Ziel, die Standardtherapie bei Glioblastomen zu verändern.
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Medizin
Netzfunde – Medizin & Fakten im Juni 2020
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Medizin
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Medizin
FLT3-mutierte AML: Midostaurin in Kombination mit Chemotherapie für jüngere und ältere Patienten vergleichbar sicher
Bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) sind FLT3-Mutationen mit einer schlechten Prognose assoziiert. Der Multikinase-Inhibitor Midostaurin (Rydapt®), der neben anderen Kinasen auch FLT3 adressiert, ist für die Behandlung erwachsener Patienten mit neu diagnostizierter, FLT3-mutierter AML zugelassen – in Kombination mit einer Standard-Chemotherapie mit Daunorubicin und Cytarabin zur Induktion und mit einer Hochdosis-Chemotherapie mit Cytarabin zur Konsolidierung und anschließend als Midostaurin-Monotherapie zur Erhaltung bei kompletter Remission (CR). In der Phase-III-Studie RATIFY war bei Patienten im Alter von 18-59 Jahren mit neu diagnostizierter FLT3-mutierter AML ein verbessertes Überleben durch Addition von Midostaurin zur Standard-Chemotherapie gezeigt worden (1). Um die Sicherheit und Wirksamkeit von Midostaurin bei FLT3-mutierter AML auch bei älteren Patienten und in Kombination mit neuen Chemotherapiepartnern zu evaluieren, wurde eine Phase-3b-Studie aufgelegt: Sie schließt erwachsene Patienten aller Altersgruppen ein und evaluiert auch modifizierte Chemotherapieschemata, für die derzeit noch keine Zulassung besteht. Dr. Jorge Sierra, Barcelona, Spanien, und Kollegen stellten Interimsdaten der Studie im Rahmen der virtuellen Jahrestagung 2020 der European Hematology Association (EHA) vor (2).
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Medizin
Management der ITP: Lebensqualität der Patienten im Fokus
Die Immunthrombozytopenie (ITP) ist eine erworbene Thrombozytopenie, die durch eine Autoimmunreaktion gegen Thrombozyten und Megakaryozyten verursacht wird. Typische Blutungssymptome sind Petechien und Schleimhautblutungen, aber auch Erschöpfungssymptome sind häufig. Bei einem Satelliten-Symposium von Novartis im Rahmen der virtuellen Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2020 betonten Experten den negativen Einfluss der Erkrankung, aber auch bestimmter ITP-Therapien auf die Lebensqualität der Patienten. Sie rieten in diesem Kontext dazu, nicht nur aktualisierte Leitlinien zum Behandlungsmanagement zu beachten, sondern auch die Patienten an Therapieentscheidungen zu beteiligen.
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Medizin
Neue Therapieansätze beim Marginalzonenlymphom
Das Marginalzonenlymphom (MZL) macht ca. 17% aller Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) aus und es gibt bisher keinen Behandlungsstandard. In einem systematischen Review untersuchten die Autoren die Wirksamkeit neuartiger Medikamente hinsichtlich der Gesamtansprechrate (ORR) und des progressionsfreien (PFS) und Gesamtüberlebens (OS), sofern hierfür Daten verfügbar waren. Der Review zeigt, dass durch die Erweiterung des Armamentariums an zielgerichteten Substanzen auch MZL-Patienten im Hinblick auf die ORR profitieren können. Es sind allerdings weitere Studien nötig, um die Rolle dieser Medikamente und ihren Einfluss auf das Überleben zu untersuchen.
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Medizin
Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
Das Ovarialkarzinom ist im Allgemeinen ein schwach immunogener Tumor, Monotherapien mit Immuncheckpoint-Inhibitoren zeigen bisher nur geringe Wirksamkeit mit Gesamtansprechraten um 10% (1). Auch in einer Interimsanalyse der Phase-II-Studie KEYNOTE-100 wurde bei Patientinnen mit fortgeschrittenem rezidivierten Ovarialkarzinom nur eine moderate Wirksamkeit einer Monotherapie mit dem PD-1-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) beobachtet (2). Zum diesjährigen virtuellen Kongress der ASCO (ASCO20 Virtual) wurde die finale Analyse der Studie präsentiert. Zwar bestätigte sich die moderate Antitumor-Wirksamkeit der Immuntherapie, allerdings verwies Prof. Dr. Ursula A. Matulonis, Boston, MA, USA, auf einen Trend hin zu einem besseren Ansprechen und längerem Gesamtüberleben (OS) der Patientinnen mit intensiv vorbehandeltem Ovarialkarzinom-Rezidiv mit zunehmender PD-L1-Expression (3).
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Medizin
nmCRPC: ARAMIS-Studie zeigt signifikanten OS-Benefit für Darolutamid zusätzlich zu ADT
Die Therapieziele beim nicht metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom – das meistens asymptomatisch ist – sind die Verlängerung der Überlebenszeit, Verzögern der Progression und Erhalt der Lebensqualität, so der Erstautor der Studie, Dr. Karim Fizazi, Villejuif, Frankreich, in einem Media-Briefing im Rahmen des erstmals virtuell stattfindenden ASCO. Seit März ist der orale Androgenrezeptor-Inhibitor Darolutamid in der EU zur Behandlung des nmCRPC zugelassen, nach den Ergebnissen der Phase-III-Studie ARAMIS, deren finale OS-Analyse heute auf dem ASCO präsentiert wurde.
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Gesundheitspolitik
Therapie von Leukämie- und Lymphom-Patienten mittels CAR-T-Zellen
Die Anwendung von chimären Antigenrezeptor (CAR)-T-Zellen hat die Behandlung der rezidivierten und refraktären (r/r) akuten lymphatischen Leukämie (ALL) und von r/r Non-Hodgkin-Lymphomen deutlich verbessert. Gegenwärtig sind bereits 2 CAR-T-Produkte, die gegen CD19 gerichtet sind, zugelassen, und eine Behandlung ist hierzulande derzeit in etwa 30 Kliniken möglich. Herausforderungen der CAR-T-Zell-Therapie sind jedoch die Logistik, die hohen Kosten und die z. T. schweren Nebenwirkungen wie das Zytokin-Freisetzungs-Syndrom. Weitere Studien sind erforderlich, um die Sicherheit und den Stellenwert der CAR-T-Zell-Therapie zu bewerten und in Zukunft in Therapiealgorithmen zu integrieren.
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