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Medizin

05. November 2020 r/r AML: Überlebensvorteil unter Gilteritinib-Therapie nach allogener Stammzelltransplantation

Gilteritinib (XOSPATATM) ist seit Ende 2019 als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidivierter oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie (r/r-AML) mit einer FLT3-Mutation zugelassen. Die Zulassung beruhte auf Daten der Phase-III-Studie ADMIRAL, die einen signifikanten Vorteil von Gilteritinib im Gesamtüberleben im Vergleich zur Salvage-Chemotherapie zeigte (1, 2).  Zum diesjährigen virtuellen Kongress der Japanese Society of Hematology (JSH) wurden weitere Ergebnisse zur ADMIRAL-Studie präsentiert, die einen Trend hinsichtlich eines Überlebensvorteils bei Wiederaufnahme der Gilteritinib-Therapie nach einer allogenen Stammzelltransplantation zeigen (3).
Der FLT3- und AXL-Inhibitor Gilteritinib ist das erste und derzeit einzige Arzneimittel, das als Monotherapie bei erwachsenen Patienten mit r/r-AML mit einer FLT3-Mutation (ITD und TKD) in Europa zugelassen ist. Auf dem Kongress der JSH, der vom 9.-11. Oktober 2020 stattfand, wurden Daten zur Wiederaufnahme der Behandlung mit Gilteritinib nach einer allogenen Stammzelltransplantation im Rahmen der Zulassungsstudie ADMIRAL vorgestellt (3).

Zulassungsstudie ADMIRAL

In der Zulassungsstudie ADMIRAL zeigte Gilteritinib einen statistisch signifikanten Vorteil im medianen Gesamtüberleben (mOS) im Vergleich zu Salvage-Chemotherapien (2). So wiesen Patienten unter Gilteritinib-Therapie ein mOS von 9,3 Monaten auf, während das mOS unter Salvage-Chemotherapien 5,6 Monate betrug (HR=0,64; 95%-KI: 0,49–0,83; p < 0,001) (2). In der Gilteritinib-Gruppe erhielten im Vergleich zum Salvage-Chemotherapie-Arm (15,3%, 19 von 124 Patienten) mehr Patienten eine hämatopoetische (allogene) Stammzelltransplantation (HSZT) (25,5%, 63 von 247 Patienten) (2). Bei Patienten, die mit Gilteritinib behandelt wurden und sich einer HSZT unterzogen, konnte die Gilteritinib-Therapie nach der Transplantation im Rahmen der Studie wiederaufgenommen werden (1).
Die auf dem JSH-Kongress vorgestellten Daten beruhen auf der Analyse von 51 Patienten mit r/r-AML mit einer FLT3-Mutation, die mit Gilteritinib behandelt wurden, eine HSZT erhielten und in den 60 Tagen nach HSZT in Remission blieben (3). Von diesen 51 Patienten nahmen 35 (69%) nach der Transplantation die Behandlung mit Gilteritinib innerhalb von 1,9 Monaten (Median) wieder auf. Die mediane Gilteritinib-Therapiedauer betrug in dieser Patientengruppe 3,0 Monate prä-HSZT und 6,4 Monate post-HSZT (3).

Überlebensvorteile

Es konnte ein Trend hinsichtlich eines Überlebensvorteils durch die Wiederaufnahme der Gilteritinib-Therapie post-HSZT gezeigt werden: So erreichten Patienten, welche die Gilteritinib-Behandlung wiederaufnahmen, ein mOS von 16,2 Monaten, während es bei Patienten ohne Wiederaufnahme 8,4 Monate betrug (mediane Nachbeobachtungszeit 12,4 Monate; HR=0,387; 95%-KI: 0,164–0,915) (3). Die Raten für komplette Remission (CR), kombinierte CR (CRc) und Verhältnis der CR zur kompletten Remission mit partieller hämatologischer Erholung (CR/CRh) lagen bei den Patienten, welche die Behandlung weiterführten, bei 11%, 71% und 31% (3).
 
Häufige unerwünschte Ereignisse (AE) nach der HSZT bei Patienten mit Wiederaufnahme von Gilteritinib waren erhöhte Werte der Alanin-Aminotransferase (46%) und Pyrexie (37%), häufige AE der ≥ Grad 3 Thrombozytopenie und Lungeninfektion (beide 14%) (3).

„Diese neuen Ergebnisse deuten auf den Nutzen einer Wiederaufnahme der Gilteritinib-Therapie nach HSZT bei r/r AML-Patienten mit FLT3-Mutation hin“, so Gudrun Mächler, Astellas Pharma. „Denn Patienten, die die Therapie mit Gilteritinib nach einer HSZT wiederaufnahmen, wiesen höhere Ansprechraten vor der HSZT auf und erzielten ein im Trend längeres medianes Gesamtüberleben als Patienten, welche die Gilteritinib-Therapie nach HSZT nicht wiederaufnahmen. Außerdem wurden bei Patienten, die die Gilteritinib-Therapie nach der HSZT wiederaufnahmen, in der Zeit nach der HSZT keine neuen Sicherheitssignale identifiziert.“

Zulassung und Verfügbarkeit

Gilteritinib ist als Orphan Drug in der Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidivierter oder refraktärer AML mit einer FLT3-Mutation angezeigt (1, 2). Von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) wurde Gilteritinib im Oktober 2019 in einem beschleunigten Verfahren zugelassen (4).

Quelle: Astellas

Literatur:

(1)   Fachinformation XOSPATATM, aktueller Stand.
(2)   Perl AE et al. Gilteritinib or Chemotherapy for Relapsed or Refractory FLT3-Mutated AML. N Engl J Med. 2019; 381(18): 1728-40.
(3)   Maeda Y et al. Outcomes in gilteritinib-treated FLT3-mutated R/R AML patients who underwent transplantation. OS-20-2; The 82nd Annual Meeting of the Japanese Society of Hematology 2020.
(4)   European Commission. Union Register of medicinal products for human use. Verfügbar unter:
https://ec.europa.eu/health/documents/community-register/html/h1399.htm. Letzter Zugriff: Oktober 2020.


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