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Gesundheitspolitik

Ambulante Behandlung im Krankenhaus möglich?

Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte eine Termingarantie bei Fachärzt:innen gefordert. Ohne Termin innerhalb von vier Wochen, sollten Patient:innen wie Privatversicherte ambulant im Krankenhaus behandelt werden, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“.

Brysch hält dies hingegen für „realitätsfern“. Eine bessere Verzahnung des ambulanten und stationären Sektors wäre zwar wünschenswert. Doch schon heute gebe es auch in Kliniken lange Wartezeiten. Würden Patient:innen vermehrt dorthin geschickt, drohten lediglich die Notaufnahmen überzulaufen.

Keine Beschleunigung - trotz großer Summen

Brysch sagte, im Mittelpunkt müssten die Anzahl der betreuten Patient:innen in den Praxen und deren Sprechstunden stehen. Die Praxen müssten zudem gut regional verteilt sein. „Auch die in den letzten Jahren zusätzlich ausgegebenen Hunderte Millionen Euro haben die fachärztliche Terminvergabe nicht beschleunigt“, kritisierte Brysch. Die ambulant-ärztliche Versorgung müsse endlich bedarfsgerecht gesteuert werden.

Wie ist die Lage heute?

Niedergelassene Ärzt:innen müssten heute mindestens 25 Stunden Sprechstundenzeit pro Woche anbieten. Hausbesuchszeiten werden angerechnet. Einige Facharztgruppen wie Augen- oder Frauenärzt:innen müssen mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunde ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten.

So kommen Kassenpatienten schneller an Termine

Gesetzlich Versicherte, die dringend einen Termin brauchen, können sich über die 116 117 durch eine Terminservicestelle innerhalb von vier Wochen einen Arzttermin vermitteln lassen. Bereiche wie Kardiologie, Neurologie und Orthopädie sollen so abgedeckt sein. Dennoch richtet sich ein Termin nach regionaler Verfügbarkeit - bei Lücken kann es auch in ein Krankenhaus gehen.

Um den Service in Anspruch nehmen zu können, ist in der Regel eine Überweisung mit einem Dringlichkeitscode nötig, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Er steht auf der Überweisung der Hausarztpraxis. Termine bei Frauenärzt:innen und Augenärzt:innen gibt es demnach ohne einen solchen Code.

Wartezeit gestiegen

Nach jüngsten Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums ist die Wartezeit auf Facharzttermine in Deutschland im Schnitt auf sechs Wochen angestiegen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte Abhilfe durch die geplante Reform der Koalition bei der ambulanten Versorgung versprochen. Künftig sollen Patient:innen generell zuerst zur Hausarztpraxis gehen, die sie bei Bedarf weiter überweisen. Unnötige Facharztbesuche sollen so vermindert werden.

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In der Vergangenheit hatte Brysch Kassenärzt:innen teils Rosinenpickerei vorgeworfen. Privatpatient:innen bekämen Termine oft schneller. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte solche Vorwürfe zurückgewiesen.

Quelle:

dpa