Medizin-Nobelpreis geht an Forscher aus Deutschland und den USA
Drei Forschende wurden für ihre Arbeit bei der Entwicklung der Optogenetik mit dem Nobelpreis geehrt. Die drei Forschenden kommen aus Deutschland und den USA.
Nobelpreis für Medizin 2026
Am Montag wurden die diesjährigen Träger des Nobelpreises für Physiologie oder Medizin bekannt gegeben. Geehrt wurden Prof. Dr. Peter Hegemann, Hertie-Senior-Forschungsprofessor für Neurowissenschaften am Institut für Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Georg Nagel, bis Ende Juni 2026 Seniorprofessor am Physiologischen Institut der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), und Prof. Dr. Karl Deisseroth, D.H. Chen Professor of Bioengineering and of Psychiatry and Behavioral Sciences an der Stanford University sowie Investigator of the Howard Hughes Medical Institute.
Nobelpreis für Entwicklung der Optogenetik
Die Forscher erhielten den Preis für ihre Entdeckungen im Bereich der lichtgesteuerten Ionenkanäle und der Optogenetik. Die Optogenetik erlaubt es, die Aktivität einzelner Nervenzellen oder Nervenzell-Gruppen mithilfe von Licht an- und auszuschalten. Hegemann, Nagel und weitere Forschende entdeckten dabei lichtempfindliche Proteine in Grünalgen, Channelrhodopsin-1 und Channelrhodopsin-2 [1][2]. Deisseroth fand mit Kolleg:innen einen Weg, wie das Gen für Channelrhodopsin-2 mithilfe von lentiviralen Vektoren in Nervenzellen von Säugetieren übertragen und exprimiert werden kann [3]. Mithilfe von Licht lassen sich so sehr präzise elektrische Signale auslösen.
„Kaum eine andere Methode hat die Neurowissenschaften seit Anfang der 2000er Jahre so beeinflusst wie die Optogenetik“, schreibt etwa das Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz auf seiner Webseite. „Die Optogenetik wird bis heute vor allem in den Neurowissenschaften eingesetzt. Ihre Anwendungsmöglichkeiten reichen jedoch darüber hinaus: Lichtempfindliche Proteine werden zunehmend auch erforscht, um elektrische und molekulare Prozesse in anderen Zelltypen gezielt zu untersuchen und zu beeinflussen“, schreibt die Humboldt-Universität zu Berlin in einer Pressemitteilung.
Quelle:Karolinska Institutet, Humboldt-Universität zu Berlin, Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz
Literatur:
- (1)
Nagel G. et al. (2002) Channelrhodopsin-1: A Light-Gated Proton Channel in Green Algae, Science, DOI: 10.1126/science.1072068.
- (2)
Nagel G. et al. (2003) Channelrhodopsin-2, a directly light-gated cation-selective membrane channel, PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1936192100.
- (3)
Boyden E.S. et al. (2005) Millisecond-timescale, genetically targeted optical control of neural activity, Nature Neuroscience, DOI: 10.1038/nn1525.